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Juni 2018
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Room 237

Room 237

USA 2012 - mit Bill Blakemore, Geoffrey Cocks, Juli Kearns, John Fell Ryan, Jay Weidner u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Room 237
Genre:Dokumentarfilm
Regie:Rodney Ascher
Kinostart:19.09.2013
Produktionsland:USA 2012
Laufzeit:ca. 107 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.rapideyemovies.de
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Obwohl der Film gerade bei Fans der Romanvorlage auf große Kritik gestoßen ist, gilt Stanley Kubricks Stephen King-Adaption "The Shining" als einer der ganz großen Meilensteine des Horrorgenres. Oberflächlich betrachtet ist der Film eine klassische Geistergeschichte über einen Mann, der in einem abgelegenen Hotel dem schleichenden Wahnsinn verfällt. Doch wenn Kubrick für eine Sache bekannt war, dann dafür, dass seine Filme erst bei einem Blick unter die Oberfläche ihre verschiedenen Bedeutungsebenen offenbaren. Und so gibt es dann auch zu "The Shining" etliche Abhandlungen, die von rein filmwissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit Bildsprache, Symbolik oder Kameratechnik bis hin zu absolut absurden Verschwörungstheorien reichen.

In seiner Dokumentation "Room 237" lässt Regisseur Rodney Ascher fünf Bewunderer des Regisseurs zu Wort kommen, die ihre ganz speziellen Vorstellungen davon haben, worum es bei Kubriks Version von "The Shining" wirklich geht. Der mehrfach ausgezeichnete Journalist Bill Blakemore, der Autor und Professor Geoffrey Cocks, die Dramaturgin Juli Kearns, der Autor/Lektor/Radio-Moderator und ehemalige Video-Bibliothekar John Fell Ryan sowie der Autor und Filmemacher Jay Weidner erläutern in ausführlichen Statements, welche Botschaften, Symbolik, psychologischen wie cineastischen Ebenen sie in dem Horror-Klassiker gefunden zu haben glauben. Da geht es um die Wahrheit über die fingierte Mondlandung, bei der Kubrick angeblich selbst Regie geführt hat, um eine Anklage des Regisseurs gegen die amerikanische Regierung bezüglich der Behandlung der amerikanischen Ureinwohner, es geht um Sexualität, um das Nazi-Regime des 2. Weltkriegs, um Unterdrückung und Auflehnung – und um ein großes "Fuck you" in Richtung Stephen King, dessen Vorlage durch Kubrick in mehreren Aspekten deutlich verändert worden ist.

Für seine Dokumentation hat Ascher einen sehr ungewöhnlichen Inszenierungsstil gewählt. Alle seine Interviewpartner bleiben stets im Verborgenen. Ihre Theorien werden als Voice Over Kommentar über eine Kollage aus Filmausschnitten aus "The Shining" und anderen Filmen, vornehmlich den Werken Kubriks, gelegt. Das hat gerade zu Beginn seinen Reiz, doch da sich manche Sequenzen im Laufe des Films ständig wiederholen, treten bald auch gewisse Ermüdungserscheinungen auf, an denen auch noch so leidenschaftlich vorgetragenen Statements der fünf Interviewten wenig ändern können.

Das größte Problem dieser Dokumentation liegt allerdings in einer Tatsache begründet, die in dem Film in keinem Moment erwähnt wird. Denn viele der Szenen, auf die sich die hier geäußerten Theorien beziehen, stammen aus einer Fassung des Films, die Kubrik speziell für den amerikanischen Markt geschnitten hat. Die internationale Fassung ist um 23 Minuten kürzer. Wenn nun aber, wovon die Theoretiker hier ausgehen, jeder Moment, jedes Bild von einer derartigen Bedeutung ist und voller versteckter Symbolik liegt, warum hat sie dann ein Perfektionist wie Kubrik einfach so herausgeschnitten? Warum konnte der Film in Kubriks Augen gerne auf diese Szenen verzichten? Dass keiner von Aschers Interviewpartnern auf diese zwei Fassungen des Films eingeht, nimmt dem Ganzen ein wenig seine Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft. Das zweite Problem, das daraus entsteht, ist, dass Zuschauer außerhalb der USA mit vielen Szenen, die hier genau analysiert werden, gar nicht vertraut sind, da wohl nur wenige Filmfans auch die amerikanische Langfassung kennen.

Und so erhärtet sich dann also der Verdacht, dass es sich bei all diesen leidenschaftlich vorgetragenen Theorien um pure Spinnerei handelt, die gerade zu Beginn recht amüsant und bis zu einem gewissen Grad auch nachvollziehbar sind. Doch für beinahe zwei Stunden sind der Inszenierungsstil und die doch eher haarsträubenden Analysen einfach zu trocken, zu sperrig und zu langweilig, um selbst leidenschaftliche Filmtheoretiker, Kubrick-Enthusiasten und große Bewunderer von "The Shining" - wie den Verfasser dieser Zeilen – wirklich fesseln zu können.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Room 237 (USA 2012)"
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