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Rum Diary – Blu-Ray

Rum Diary – Blu-Ray

USA 2011 - mit Johnny Depp, Aaron Eckhart, Amber Heard, Richard Jenkins, Michael Rispoli, Giovanni Ribisi u.a

Filminfo

Originaltitel:The Rum Diary
Genre:Komödie, Drama
Regie:Bruce Robinson
Verkaufsstart:18.01.2013
Produktionsland:USA 2011
Laufzeit:ca. 120 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch, Englisch (DTS-HD 5.1)
Untertitel:Deutsch
Bildformat:16:9 (1.85:1) 1080p/24
Extras:Interviews, B-Roll, Trailer
Regionalcode:B
Label:Universum Film
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Amazon Link : Rum Diary – Blu-Ray

Film: Mit Hunter S. Thompson verbindet Johnny Depp eine ganz besondere Beziehung. Nicht nur, dass er bereits in der Verfilmung des Kultromans "Fear and Loathing in Las Vegas" unter der Regie von Terry Gilliam vor der Kamera stand. Es war auch Depp, der bei einem Besuch bei Thompson in dessen Hütte in Woody Creek auf ein Manuskript stieß, dass der legendäre Gonzo-Journalist bereits 1959 geschrieben, aber nie veröffentlicht hatte. Noch bevor "The Rum Diary" vier Jahrzehnte, nachdem das Buch eigentlich geschrieben worden ist, veröffentlicht wurde, träumte Depp von einer filmischen Adaption. Sieben Jahre nach dem Freitod von Hunter S. Thompson, ist Depps Wunsch unter der Regie von Bruce Robinson endlich Wirklichkeit geworden. 

"Rum Diary" führt den Zuschauer nach Puerto Rico im Jahr 1960: der Journalist Paul Kemp (Johnny Depp) will hier den Erfolg finden, der ihm in New York bislang verwährt geblieben ist. Als er seinen Job beim San Juan Star antritt, darf er in erster Linie über die Bowlingleidenschaft amerikanischer Touristen berichten. Doch dann lernt er den Geschäftsmann Sanderson (Aaron Eckhart) und damit die ganz besonders schönen Seiten von Puerto Rico kennen. Dazu gehört auch Sandersons verführerische Geliebte Chenault (Amber Heard), der Paul sofort verfällt. Doch als aus seiner Schwärmerei eine leidenschaftliche Affäre wird und Paul ganz nebenbei einige ganz besonders unschöne Machenschaften von Sanderson und seinen mächtigen Partnern aufdeckt, wird die Luft für den Journalisten ganz schnell extrem dünn... 

"Rum Diary" beginnt sehr viel versprechend. Pauls erste Begegnung mit seinem neuen Vorgesetzten (wunderbar: Richard Jenkins) und den mitunter arg schrägen Kollegen in der Redaktion stecken voll humoristischem und satirischen Potential, das Bruce Robinson hier und da auch gut zu nutzen versteht. Doch nach einem sehr bissigen Beginn lockert Robinson das Ganze mehr und mehr auf, wodurch das Geschehen zunehmend in eine Art Belanglosigkeit abdriftet, die nur gelegentlich durch sehr clevere Ideen aufgebrochen wird. Der Versuch, dem Ganzen durch eine im Buch nicht vorkommende Sequenz eines abgedrehten Drogenrauschs den verqueren Kultcharakter zu verleihen, der "Fear and Loathing in Las Vegas" anhaftet, wirkt zu bemüht, um wirklich überzeugen zu können. 

Es gibt natürlich viele Dinge, die diesen Film dennoch sehenswert machen. Johnny Depp agiert etwas routiniert, aber dennoch auf sehr unterhaltsame, gewinnende Art, die den Film wahrlich bereichert. Auch die schönen, an Originalschauplätzen gedrehten Bilder, ein wunderbar durchgeknallter Giovanni Ribisi und eine betörende Amber Heard gehören ebenfalls zu den Aspekten, die diese ambitionierte Romanadaption über das Mittelmaß hinausziehen. Das Gegengewicht bilden die etwas unterkühlt inszenierte Liebesgeschichte und der etwas zu plakativ umgesetzte Handlungsstrang um die Geschäfte von Sanderson und seinen einflussreichen Freunden. Während der Blick auf die gesellschaftspolitische Lage Puerto Ricos in den ersten Filmminuten noch mit einer gewissen satirischen Boshaftigkeit serviert wird, mutet dieser Teil des Films einfach zu brav an, um dem Stil von Hunter S. Thompson gerecht zu werden. 

Die Szenen, die Paul zusammen mit seinem Kollegen Sala (Michael Rispoli) zeigen (und ganz besonders seine ganz spezielle Art des Fernsehens), entschädigen zwar für einige der weniger gelungenen Momente des Films. Doch auch die amüsantesten und erfreulich giftigen Momente können nicht darüber hinwegtäuschen, dass "Rum Diary" viel Potential ungenutzt lässt und am Ende einfach zu brav und glatt ist, um wirklich Eindruck zu hinterlassen. Schön anzusehen ist der Film allemal und zumindest in der ersten Hälfte ist die Geschichte auch extrem unterhaltsam. Doch der ganz große Wurf, der aufgrund der Vorlage und der Darsteller hätte erwartet werden können, ist diese Hunter S. Thompson Adaption leider nicht geworden. Daher gilt: nur mit Abstrichen noch sehenswert! 

Bild + Ton: Die audiovisuelle Umsetzung des Films kann überzeugen. Das Bild der Blu-Ray ist absolut sauber und verfügt über eine sehr gute Bildschärfe. Auch die kräftigen Farben und die hervorragende Detaildarstellung hinterlassen einen positiven Eindruck. Der Ton zeichnet sich durch eine sehr ansprechende Atmosphäre aus. Während sich die gut verständlichen Dialoge vornehmlich im Vordergrund abspielen, sorgen einige Soundeffekte und Umgebungsgeräusche auch für eine ordentliche Nutzung der Surround-Kanäle. 

Extras: Die Blu-Ray hat knapp eine Stunde an Bonusmaterial zu bieten. Den Großteil machen zehn Promo-Interviews mit den Darstellern, dem Regisseur, dem Kameramann, dem Produzenten und der Kostümbildnerin aus (ca. 41 Min.) Wirklich viel Substanz ist hier nicht zu finden. Auch die unkommentierten B-Roll Aufnahmen (ca. 14 Min.) bieten keine tiefgehenden Informationen über die Dreharbeiten und die Hintergründe. Abschließend hält die Disc noch den Trailer zum Film parat. 

Fazit: "Rum Diary" hat einige sehr gute Momente und kann zudem mit überzeugenden Darstellern aufwarten. Trotzdem bleibt gerade in der zweiten Filmhälfte das Gefühl, dass Regisseur Bruce Robinson nicht das vollständige Potential genutzt hat, das ihm die Vorlage von Hunter S. Thompson geboten hat. Trotz seiner Schwächen ist der auf der Bu-Ray technisch gut umgesetzte Film nicht nur für Johnny Depp unterm Strich durchaus empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Rum Diary – Blu-Ray (USA 2011)"
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