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Satte Farben vor Schwarz

Satte Farben vor Schwarz

Deutschland / Schweiz 2010 - mit Bruno Ganz, Senta Berger, Barnaby Metschurat, Leonie Benesch ...

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Sophie Heldmann
Kinostart:13.01.2011
Produktionsland:Deutschland / Schweiz 2010
Laufzeit:ca. 85 Min.
FSK:ohne
Webseite:satte-farben-vor-schwarz.de
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Möchten Sie wissen, wie elend lang sich 85 Minuten anfühlen können? Wenn Ihre Antwort Ja lautet, dann sollten Sie sich unbedingt eine Karte für das Drama "Satte Farben vor Schwarz" lösen. Und nach gefühlten drei Stunden werden auch Sie wissen, wie es sich anfühlt, wenn eine an sich schöne und berührende Geschichte auf unerträglich getragene Art erzählt wird.

Seit einem halben Jahrhundert sind Anita (Senta Berger) und Fred (Bruno Ganz) nun schon ein Paar. Eigentlich können sie auf ein ausgefülltes Leben zurück blicken. Sie haben zwei erwachsene Kinder, ihre Enkelin steht kurz vor dem Abitur und Fred hat eine erfolgreiche berufliche Laufbahn zu Ende gebracht. Aber Fred ist schwer krank, was das Paar ihren Kindern bislang verschwiegen hat. Doch als er beginnt, sich Freiheiten heraus zu nehmen, die seine treu sorgende Gattin völlig vor den Kopf stoßen, erfährt auch der Rest der Familie von Freds Krankheit. Die Ehe, die einst so unzerbrechlich schien, wird nun ernsthaft in Frage gestellt. Doch so einfach kann eine Liebe wie die zwischen Anita und Fred nicht enden…

Für ihr Kinodebüt hat sich Sophie Heldmann eine an sich sehr bewegende und berührende Geschichte ausgesucht, die von zwei starken Hauptdarstellern getragen wird. Doch leider hat sich Heldmann dazu entschieden, eine derart getragene Erzählform zu wählen, die es dem Zuschauer extrem schwer macht, das notwendige Mitgefühl für die Protagonisten aufzubauen. An sich ist es keine schlechte Idee gewesen, aus Anita und Fred ein an sich wohlhabendes Paar zu machen, um zu zeigen, dass materieller Wohlstand nicht vor Krankheit und Tod schützen kann. Doch aufgrund der Inszenierung fällt es dem "einfachen" Zuschauer schwer, sich mit den Problemen der materiell privilegierten Figuren aus dem Film zu identifizieren, auch wenn die eigentlichen Probleme, mit denen sie konfrontiert werden, keine gesellschaftlichen Grenzen kennen.

Zudem entlässt der Film sein Publikum nicht unbedingt mit einem positiven Gefühl aus dem Kino. Sicherlich, nicht jeder Film braucht ein Happy End und eigentlich ist das Ende in all seiner Traurigkeit und Dramatik auch sehr schön. Doch auch hier ist es wieder die Inszenierung, die jeden im Kern bewegenden Moment unnötig in die Länge zieht, die es schwer oder gar unmöglich macht, die Emotionen zu entwickeln, die eine solche Szene eigentlich hervorrufen sollte. Denn die Tränen, die hier vergossen werden, sind nicht Tränen des Mitgefühls, sondern eher der Trauer – Trauer darüber, dass hier die Möglichkeit auf ganz großes Gefühlskino verschenkt worden ist. Daher gilt: Liebhaber des eher sperrigen deutschen Arthauskinos werden sich vielleicht mit dieser Inszenierung anfreunden können, wer aber eher auf gefühl- und niveauvolles Unterhaltungskino hofft, wird bitter enttäuscht und, was noch viel schlimmer ist, mit eigentlich unnötiger Langeweile bestraft.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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