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Sergej in der Urne

Sergej in der Urne

Deutschland 2009

Filminfo

Genre:Dokumentarfilm
Regie:Boris Hars-Tschachotin
Kinostart:23.02.2012
Produktionsland:Deutschland 2009
Laufzeit:ca. 109 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:www.sergej-in-der-urne.de
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Der Mikrobiologe Sergej Tschachotin (1883 – 1973) gilt als einer der Wegbereiter der Lasertechnik und der modernen Krebsforschung. Er hat mit dem legendären Wissenschaftler Pawlow zusammen gearbeitet und konnte sich Freund von Albert Einstein nennen. Und dennoch ist der Name Tschachotin nahezu in Vergessenheit geraten. Ein guter Grund für seinen Urenkel Boris Hars-Tschachotin, mehr über den Urgroßvater in Erfahrung bringen zu wollen. Den Mann, der fünf Mal verheiratet war und der die Russische Revolution und zwei Weltkriege miterlebt hat und in vielen verschiedenen Städten und Ländern zu Hause war. Doch der wohl ausschlaggebende Grund für den Filmemacher Boris Hars-Tschachotin, eine Dokumentation über seinen Urgroßvater zu drehen, war wohl die Tatsache, dass die Urne von Sergej seit dreißig Jahren auf dem Schrank seines Sohnes Eugen in Paris steht, weil sich die Söhne nicht darüber einigen können, wo und neben welcher seiner Frauen der Vater begraben werden soll.

In seiner Dokumentation "Sergej in der Urne" reist Hars-Tschachotin rund um den Globus zu vier von Sergejs Söhnen – Wenja, Eugen, Andrej und Petja – und unterhält sich mit ihnen über die Geschichte ihres Vaters. Dem mitunter sehr unterschiedlichen Bild, das die Brüder von Sergej haben, werden Auszüge aus dessen nicht veröffentlichter Biografie, gesprochen von Schauspieler Ulrich Matthes, gegenüber gestellt. So entsteht nicht nur ein sehr facettenreiches Bild eines sehr außergewöhnlichen Mannes. Es offenbart sich dem Zuschauer auch ein sehr kompliziertes Familiengefüge, das auch dreißig Jahre nach dem Tod von Sergej noch von seinem übergroßen Schatten geprägt zu sein scheint.

Die dokumentarische Reise durch das bewegte Leben von Sergej Tschachotin ist aber auch eine Art zeitgeschichtliches Dokument, da die historischen Ereignisse sein Leben stark geprägt und immer wieder neu ausgerichtet haben. So wurde er als Sohn eines Diplomaten im Zuge der Studentenunruhen 1902 in Moskau nicht wie viele andere Studenten nach Sibirien verbannt, sondern nur des Landes verwiesen, was für ihn der Beginn seines Weltbürgertums und seiner wissenschaftlichen Karriere war. In Deutschland, Sizilien, Monaco, Paris oder Rom lebt er an der Seite verschiedener Frauen auch dementsprechend unterschiedliche Leben, was eben auch seine Nachkommen nachhaltig geprägt hat.

Einnehmend inszeniert, hier und da gewürzt mit Momenten fast schon skurriler Komik (dazu gehört schon die wunderbare Eröffnungsszene), hat Boris Hars-Tschachotin eine spannende wie unterhaltsame Dokumentation inszeniert, die intimes Familienporträt und zeitgeschichtliches Dokument gleichermaßen ist. Wer anspruchsvolle Doku-Unterhaltung zu schätzen weiß, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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