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Skyfall – James Bond 007

Skyfall – James Bond 007

Großbritannien/USA 2012 - mit Daniel Craig, Javier Bardem, Judi Dench, Ralph Fiennes, Naomie Harris, Bérénice Marlohe ...

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Skyfall
Genre:Action, Thriller
Regie:Sam Mendes
Kinostart:01.11.2012
Produktionsland:Großbritannien/USA 2012
Laufzeit:ca. 143 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.skyfallfilm.de
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Vier lange Jahre mussten James Bond Fans auf ein neues Abenteuer ihres Leinwandhelden warten. Die Bankrotterklärung des Studios MGM, die finanziell ungewisse Zukunft durch Verzögerungen beim Verkauf und das gleichzeitig in die Höhe schnellende Budget des 23. Bond-Films sorgten für diese lange Wartezeit, die allerdings auch ihr Gutes hatte. Denn nicht nur, dass der Film nun rechtzeitig zum 50. Geburtstag des Geheimagenten in die Kinos kommt. Regisseur Sam Mendes ("American Beauty") hatte zudem auch genügend Zeit, um an seinem Bond-Film bis zur Perfektion zu feilen. Nach der zum Teil herben Kritik, die Marc Forster für "Ein Quantum Trost" hat einstecken müssen, war dies für Mendes wahrlich ein Glücksfall. Nach den ersten Vorführungen von Daniel Craigs drittem Einsatz als 007 waren die Meinungen, ob sich das lange Warten denn gelohnt habe, recht einhellig und lauteten ganz klar: Ja! So wurden die Erwartungen freilich noch weiter in die Höhe getrieben und auch ich habe mir als Fan die Frage gestellt, ob "Skyfall" diesem Hype standhalten kann. Nach knapp zweieinhalb Stunden kann ich für mich behaupten: so gut bin ich von James Bond schon lange nicht mehr unterhalten worden.

Der Grund dafür liegt auch in der Tatsache, dass ich im Vorfeld nicht besonders viel über die Handlung wusste. Sicherlich, die Trailer wurden mehrfach angesehen, man hat einige Gerüchte verfolgt, aber trotzdem blieben essentielle Bausteine der Geschichte des Films unbekannt. Damit auch Sie ähnlich von diesem Film unterhalten und stellenweise auch überrascht werden können, halte ich die Inhaltsangabe so kurz, wie möglich. Daher nur soviel: nachdem eine Festplatte gestohlen wurde, auf der die wahren Identitäten sämtlicher im Undercovereinsatz befindlichen Geheimagenten enthalten sind, bleibt James Bond (Daniel Craig) nur wenig Zeit, die Festplatte zurück zu bekommen, bevor sie entschlüsselt werden kann. Doch der Einsatz in Istanbul läuft auf dramatische Weise schief und Bond stürzt bei einem Zweikampf mit dem Terroristen Patrice (Ola Rapace) auf einem Zug in den vermeintlichen Tod. Doch während M (Judi Dench) an einem Nachruf für ihren besten Mann arbeitet, kommen schon ganz neue Probleme auf die Geheimdienstchefin zu: zum einen setzt der neue Vorsitzende des Komitees für Spionage- und Sicherheitsangelegenheiten Mallory (Ralph Fiennes) Ms Kompetenz in Frage und will sie in den baldigen Ruhestand schicken. Und dann wird auch noch ein Anschlag auf die Zentrale des MI6 verübt, dem zahlreiche Mitarbeiter zum Opfer fallen. Dieser Anschlag ruft Bond, der sich nach seinem "Tod" völlig zurückgezogen hatte, zurück ins Reich der Lebenden. Er weiß, dass nur er geblieben ist, um dem geheimnisvollen Schurken Silva (Javier Bardem), der hinter dem Festplattendiebstahl und dem Anschlag auf den MI6 steckt, das Handwerk zu legen. Doch er ahnt nicht, dass es zwischen ihm und dem genialen Bösewicht eine Verbindung gibt, die Silva ihm mehr als ebenbürtig macht…

Auch wenn die ersten beiden "Bond"-Filme mit Daniel Craig sehr erfolgreich waren und gerade "Casino Royale" bei Fans und Kritikern gut ankam, wurden immer wieder Stimmen laut, die kritisierten, dass den Filmen das typische Bond-Flair fehlen würde, dass der Humor zu kurz käme und sich die Action zu sehr an Action-Krachern wie den "Bourne"-Filmen orientieren würde. Die Produzenten versprachen, sich diese Kritik zu Herzen zu nehmen und "Skyfall" wieder etwas mehr wie einen klassischen Bond anmuten zu lassen. Dies ist nicht ganz gelungen. Zwar gibt es viele Versatzstücke, die in einem echten 007-Film nicht fehlen dürfen, vom geschüttelten und nicht gerührten Martini über die Walther PPK bis hin zum Aston Martin, schönen Frauen und exotischen Locations. All das hat "Skyfall". Es gibt auch jede Menge Humor und noch ein paar nette Überraschungen, die hier freilich nicht verraten werden sollen.

Und dennoch hat Sam Mendes keinen Bond im klassischen Sinn gedreht. Dafür ist die Geschichte viel zu intim. Es ist nicht nur für Bond, sondern auch für M eine Reise in die Vergangenheit, auf der sie sich schmerzhaften Erinnerungen stellen müssen. Dabei bekommt der Zuschauer Seiten von James Bond zu sehen, die in dieser Form eine echte Neuerung darstellen und es geradezu unmöglich machen, die Leichtigkeit zu erreichen, die etwa die Filme mit Roger Moore innehatten.

Doch der Film thematisiert nicht nur Bonds Vergangenheit, sondern auch seine Zukunft. Die Frage, ob er nur ein Relikt ist, ob sein Stil nicht längst antiquiert ist und er, wie auch M, eigentlich längst aufs Abstellgleis gehört, wird auf großartige Art behandelt. Dabei beweist der Film viel Selbstironie, teilt dabei gleichzeitig auch gute Spitzen gegen Alle aus, die James Bond als Franchise immer wieder totgesagt haben und davon überzeugt sind, dass eine allen Modernisierungen zum Trotz im Kern doch noch sehr ursprüngliche Reihe in Zeiten von hochtechnisierten Actionhelden noch mithalten kann. Spätestens nach "Skyfall" müsste auch den letzten Zweiflern klar sein, dass James Bond auch nach fünfzig Jahren noch lange nicht in Rente gehört und auch mit kleinen Schönheitsfehlern für perfekte Kinounterhaltung gut ist.

Das Drehbuch schafft es perfekt, die sehr persönliche Geschichte mit tollen Actionsequenzen, faszinierenden Locations wie Silvas Stützpunkt auf einer verlassenen Insel und interessanten Charakteren anzureichern. Neben dem neuen "Q" (Ben Whishaw), der hier ein sehr schweres Erbe antritt, seinen Einstand aber bravourös meistert, und einem sehr gut agierenden Ralph Fiennes hinterlässt natürlich Javier Bardem den größten Eindruck. Es scheint fast so zu sein, dass Bardem immer dann die besten Leistungen abliefert, wenn er Bösewichter mit besonders fiesen Frisuren spielen darf. Zwar ist seine blonde Matte hier nicht ganz so abartig, wie seine Killer-Friese aus "No Country for Old Men", doch wirklich attraktiv ist seine Haarpracht auch hier nicht. Doch sie ist perfekt für Silva, der ein sehr interessanter Gegner für Bond ist, weil seine Motive eben wo ganz anders liegen, als in dem ansonsten so beliebten Streben nach der Weltherrschaft. Und auch die genial geplante und mit einer Mischung aus gruseliger Höflichkeit und eiskalter Berechnung durchgeführte Umsetzung seiner Pläne erhält durch Bardems großartiges Spiel eine extreme Intensität. Keine Frage, dieser Bösewicht wird in die Bond-Geschichte eingehen.

Adeles Song "Skyfall", der in einer großartigen Titelsequenz präsentiert wird, die extrem rasant und spannend inszenierte Eingangsszene, die ruhigeren Momente zwischen Bond und M, ein smarter Daniel Craig, eine nicht nur ihn betörende Bérénice Marlohe, tolle Sets und ein hohes Spannungsniveau machen aus dem 23. (offiziellen) Bond-Film bis zum letzten Drittel ganz großes Unterhaltungskino. Das letzte Drittel aber könnte der Punkt sein, an dem sich die Geister ein wenig scheiden. Hier bremst Mendes das Geschehen zumindest für einen Augenblick ab, stellt den Menschen James Bond in den Vordergrund und präsentiert das Geschehen auch in einer Umgebung, die einen kompletten Gegensatz zum überfüllten London, in dem ein Großteil des Films spielt, darstellt. Für mich hat gerade dieses letzte Drittel dem Film seine ganz besondere Note verliehen. Nicht nur, dass sie einen Blick in Bonds Leben offenbart, die auch für viele Fans neu sein dürfte. Sie verleiht dem Film auch eine Tiefe, die gerade Vorgängern wie "Ein Quantum Trost" oder "Stirb an einem anderen Tag" gefehlt hat. Dadurch, dass es hier derart persönlich wird, erhält der eigentliche Showdown erheblich mehr Spannung und emotionale Kraft, die den Zuschauer regelrecht an den Kinositz fesselt.

Ob "Skyfall" wirklich einer der besten Bond-Filme überhaupt ist, das wird erst die Zukunft zeigen. Vielleicht ist der erste Eindruck auch nur derart positiv, da die Wartezeit so lang und der Vorgänger trotz seines Unterhaltungswerts doch etwas enttäuschend gewesen ist. Doch auch, wenn der erste Eindruck durch zu viel Euphorie übertrieben positiv aufgefallen ist, so ändert das Nichts daran, dass Sam Mendes nicht nur einen richtig guten, erstaunlich vielschichtigen Action-Thriller mit interessanten Charakteren, sondern auch einen tollen, unterhaltsamen, spannenden, visuell ausgefeilten und gut gespielten Bond-Film gedreht hat, nach dem man sich über die obligatorische Ankündigung im Abspann "James Bond will return" endlich wieder einmal richtig freut! Und daher gilt dann auch – welch Überraschung: Absolut sehenswert!!!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Skyfall – James Bond 007 (Großbritannien/USA 2012)"
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