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Sommer in Orange

Sommer in Orange

Deutschland 2011 - mit Petra Schmidt-Schaller, Amber Bongard, Béla Baumann, Oliver Korittke, Brigitte Hobmeier ...

Filminfo

Genre:Komödie
Regie:Marcus H. Rosenmüller
Kinostart:18.08.2011
Produktionsland:Deutschland 2011
Laufzeit:ca. 109 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.sommerinorange.de
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Mit Filmen wie "Wer früher stirbt, ist länger tot" hat sich Regisseur Marcus H. Rosenmüller als Meister des modernen Heimatfilms etabliert. Auch "Sommer in Orange" spielt erneut in der bayerischen Provinz. Doch während Filme wie "Räuber Kneissel" oder "Die Perlmutterfarbe" es im Rest von Deutschland eher schwer hatten, dürfte "Sommer in Orange" auch jenseits des Weißwurst-Äquators bestens funktionieren. Denn der Film ist in erster Linie eines: verdammt komisch und äußerst liebenswert inszeniert.

Wir schreiben das Jahr 1980. Die leidenschaftliche Bhagwan-Anhängerin Amrita (Petra Schmidt-Schaller) zieht mit ihren Kindern Lili (Amber Bongard) und Fabian (Béla Baumann) gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten aus einer Kommune in Berlin ins malerische Dorf Talbichl in der tiefsten bayerischen Provinz. Mit ihren Ritualen und ihrer Freizügigkeit machen sich die Sannyasins in dem erzkonservativen Dorf wenig Freunde. Besonders dem Bürgermeister (Heinz-Josef Braun) sind die Neuankömmlinge ein Dorn im Auge. Schlimm genug, dass sie mit ihrer Urschrei-Therapie den sonntäglichen Gottesdienst stören oder halbnackt im Garten Mantras singen. Doch als die "Erleuchteten" auch noch beschließen, ein Therapiezentrum in dem kleinen Dorf aufzubauen und damit noch mehr Ihresgleichen anzulocken, ist es mit dem Frieden endgültig dahin. Und Lili und Fabian haben darunter besonders zu leiden...

Mit "Sommer in Orange" hat Marcus H. Rosenmüller eine Culture-Clash Komödie der ganz besonderen Art inszeniert. Rosenmüller versteht es perfekt, Charaktere zu schaffen, die trotz – oder gerade aufgrund – ihrer Verschrobenheit immer noch liebenswert sind. Zwar gibt er einige arg engstirnige Denkweisen und Einstellungen der Lächerlichkeit preis. Seine Figuren aber werden nie zu albernen Karikaturen, was dem Niveau des Humors sehr gut tut. Sicherlich, einige Klischees, mit denen hier gespielt wird, sind schon etwas abgenutzt und funktionieren daher auch nicht mehr ganz so gut. Doch unterm Strich funktioniert das Aufeinanderprallen von Bhagwan und Blasmusik hervorragend als Ausgangspunkt für einige sehr amüsante Momente.

Neben den gut besetzten Erwachsenen ist es Rosenmüller auch hier wieder gelungen, sehr gute Kinderdarsteller zu finden, die nicht übertrieben cool, sondern einfach sympathisch und natürlich agieren. Wenn Lili gegen die viel zu antiautoritäre Erziehung ihrer Mutter protestiert und sich damit bewusst gegen die Kommune stellt, dann hat das nicht nur sehr witzige Folgen, sondern ist auch Dank der Darstellung von Amber Bongard absolut nachvollziehbar.

Auch wenn "Sommer in Orange" nicht ganz den Witz und die Originalität von "Wer früher stirbt, ist länger tot" erreicht, so ist Marcus H. Rosenmüller auch hier wieder eine bissige und wunderbar verschrobene Komödie gelungen, die durch die vielen guten Lacher mit Sicherheit auch eine ganz spezielle Art der Erleuchtung bietet. Und genau das macht diesen Film dann auch: durchaus sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Sommer in Orange (Deutschland 2011)"
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