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Juni 2019
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The Bling Ring

The Bling Ring

USA 2013 - mit Israel Broussard, Katie Chang, Emma Watson, Taissa Farmiga, Claire Julien u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:The Bling Ring
Genre:Drama
Regie:Sofia Coppola
Kinostart:15.08.2013
Produktionsland:USA 2013
Laufzeit:ca. 91 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.theblingring.de
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Manchmal schreibt das Leben Geschichten, die so absurd klingen, dass man meinen möchte, sie müssten dem Geist eines Hollywood-Autoren entsprungen sein. Die Story des neuesten Films von Sofia Coppola ("Lost in Translation") ist so ein Fall: in "The Bling Ring" erzählt Coppola die Geschichte der Teenagerclique um Anführerin Rebecca (Katie Chang) und ihren besten Freund Mark (Israel Broussard), die ihr von Langweile bestimmtes Upper-Class Dasein durch den ultimativen Kick von seiner Belanglosigkeit zu befreien versuchen: über das Internet recherchieren sie nach den Häusern von Hollywoodstars, die gerade auf Preisverleihungen oder großen Partys unterwegs sind. In den leerstehenden Villen begeben sie sich dann auf eine ganz besondere Art Shopping-Tour, die nicht nur ihr Adrenalin, sondern auch ihre Beliebtheit bei den Mitschülern in die Höhe treibt. Doch je öfter sie sich auf Diebestour begeben, desto unvorsichtiger werden sie – und das hat fatale Folgen…

Obwohl ihr Film sich klar als Fiktion verstanden sehen will, sie die Namen aller Beteiligten des "Bling Ring" geändert hat und sie sich einige dramaturgische Freiheiten genommen hat, wirkt Sofia Coppolas filmische Aufarbeitung des spektakulären Falles doch sehr authentisch. Das Drehbuch hat Coppola basierend auf einem Vanity Fair Artikel von Nancy Jo Sales geschrieben. Dafür standen ihr alle Interviews, die Sales mit den Mitgliedern des "Bling Ring" geführt hatte, zur Verfügung. Diese Vermischte sie mit eigenen Erfahrungen aus ihrer Jugendzeit, in der Hoffnung, so das ganz spezielle Lebensgefühl und die Denkweise dieser jungen Menschen wiederspiegeln zu können. Neben dem sehr gut ausgewählten Soundtrack, einer punktgenauen Ausstattung und dem ganz besonderen Coup, tatsächlich im Haus von "Bling Ring"-Opfer Paris Hilton drehen zu können, funktioniert der Film besonders durch die sehr guten Darsteller.

Ob Emma Watson, die sich hier völlig von ihrem "Hermine"-Image freispielt, oder "American Horror Story"-Star Taissa Farmiga, die jungen Schauspieler beweisen allesamt, was für ein gutes Händchen die Macher hier beim Casting bewiesen haben. Wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt dabei Katie Chung, die als eiskalte und manipulative Anführerin der Clique eine wirklich großartige Leistung abliefert.

Dass "The Bling Ring" so authentisch wirkt und die Figuren so echt anmuten, mag die ganz große Stärke des Films sein. Es ist aber gleichzeitig auch seine größte Schwäche. Denn da Coppola so glaubhaft die Leere, die im Leben der wohlbehüteten Kids herrscht, porträtiert, ihren aus Oberflächlichkeiten, monotonen Partys und belanglosen Unterhaltungen bestehenden Alltag so realistisch nachzeichnet, läuft auch der Film Gefahr, oberflächlich betrachtet leer und langweilig zu wirken. Denn hier stehen keine interessanten Charaktere im Mittelpunkt des Geschehens, sondern verwöhnte Teenager, die Reality-TV Celebrities als Idole ansehen und für die der neuste Klatsch und aktuelle Modetrends wichtiger sind, als echte Gefühle oder tiefgründige Freundschaften.

Bereits in ihrem letzten Film "Somewhere" hat Coppola die Zuschauer in eine extrem oberflächliche Welt entführt, was irgendwie ins Nichts führte und den Zuschauer völlig leer zurückgelassen hat. "The Bling Ring" wirkt nicht ganz so Nichtssagend, zumal ihm immer wieder ein leicht satirischer Unterton anzumerken ist, der einen gewissen Unterhaltungswert mit sich bringt. Dennoch gelingt es Sofia Coppola nur bedingt, die Zuschauer wirklich mitzureißen. Spätestens nach dem zweiten Einbruch scheinen sich die Bilder nur noch zu wiederholen und das Ganze ufert zu einem nicht enden wollenden Party-Clip aus, der erst gegen Ende wieder an Tempo und Gehalt gewinnt.

Wenn Sofia Coppola eine Generation porträtieren wollte, denen es nur nach dem schönen Schein, nach materiellen Dingen und oberflächlicher Bewunderung geht, dann ist ihr das sehr gut gelungen. In dieser Hinsicht ist "The Bling Ring" dann auch wirklich sehenswert geworden. Wenn sie aber gleichzeitig auch einen wirklich unterhaltsamen, mitreißenden Film inszenieren wollte, der seine Zuschauer zum Nachdenken anregt, sie gleichzeitig aber auch sehr gut unterhält, muss das Experiment leider als nicht ganz gelungen bewertet werden.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "The Bling Ring (USA 2013)"
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