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The Experiment - DVD

The Experiment - DVD

USA 2010 - mit Adrien Brody, Forest Whitaker, Cam Gigandet, Maggie Grace ...

Filminfo

Originaltitel:The Experiment
Genre:Thriller, Drama
Regie:Paul Scheuring
Verkaufsstart:02.12.2010
Produktionsland:USA 2010
Laufzeit:ca. 91 Min.
FSK:ab 18 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch (Dolby Digital 5.1, DTS), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Deutsch
Bildformat:16:9 (2.40:1)
Extras:Interviews, Hinter den Kulissen, Featurette, Darsteller-Infos
Regionalcode:2
Label:Constantin Film / Highlight
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Amazon Link : The Experiment - DVD

Film: Mit "Das Experiment" hat Oliver Hirschbiegel einen der wenigen Deutschen Filme geschaffen, die auch im Ausland großen Erfolg feiern konnten. Kein Wunder also, dass es nun auch eine US-Version des Stoffes gibt. Paul Scheuring, Erfinder der Knast-Serie "Prison Break", hält sich bei seiner Version allerdings deutlich enger an die Buchvorlage "Black Box" von Mario Giordano, doch die Parallelen zu Hirschbiegels Film sind unverkennbar. Und während Scheuring in einigen wenigen Momenten den Deutschen Erfolgsfilm sogar übertrifft, bleibt er an anderen Stellen deutlich hinter dessen Klasse zurück.

Eigentlich sollte es nur ein psychologisches Experiment werden: eine Gruppe von Testpersonen werden, unterteilt in Wärter und Gefangene, einer künstlichen Gefängnissituation ausgesetzt. In dieser Extremsituation soll besonders die Entwicklung ihres Aggressionsverhaltens untersucht werden. Unter den Gefangenen ist auch der Idealist Travis (Adrien Brody), der einzig aus Geldmangel an dem Experiment teilnimmt. Versteht er sich zu Beginn noch sehr gut mit dem zurückhaltenden Barris (Forest Whitaker), der als Wärter eingeteilt wird, stoßen der unangepasste Travis und der biedere Barris schon bald nach Beginn des Experiments immer wieder aneinander. Und schnell wird das, was als harmlose Studie und einfaches Rollenspiel begonnen hat, zu einem Psychotrip in die tiefsten Abgründe der Teilnehmer, die bald auch nicht mehr vor Gewalt zurückschrecken…

"The Experiment" kann mit seiner beklemmenden Atmosphäre und einigen sehr eindringlichen Momenten punkten. Das Gefühl von Klaustrophobie wird mit jeder Sekunde stärker und gipfelt schließlich in einer Szene, die in ähnlicher Form auch in der deutschen Fassung zu sehen war, hier aber nicht minder kraftvoll daher kommt. Der Zuschauer spürt sehr gut, wie sich die Spannung zwischen den Teilnehmern langsam aber sicher aufheizt und schließlich in eine sehr gefährliche Richtung kippt. All das hat Paul Scheuring sehr wirkungsvoll und stilistisch einnehmend in Szene gesetzt.

Woran der Film letztendlich allerdings deutlich krankt, ist die Zeichnung der Charaktere. Abgesehen von den beiden Hauptfiguren, die Dank der großartigen Leistungen der Oscar-Preisträger Adrien Brody und Forest Whitaker einen intensiven Eindruck hinterlassen, bleiben die meisten ihrer Mitstreiter eher blass. Statt starke Figuren zu zeichnen, beschränkt sich das Drehbuch auf klischeebeladene Abziehbilder, die dem Zuschauer kaum Emotionen abgewinnen können. Das ist insofern schade, da Scheuring auch für die Nebenrollen tolle Schauspieler wie Clifton Collins Jr., Cam Cigandet oder Fisher Stevens gewinnen konnte, die alle ihre Sache trotz der eher dünnen Charakterzeichnung sehr gut machen.

Doch es sollte hier auch erwähnt werden, dass die US-Version in einem Punkt der deutschen Fassung überlegen ist. Zwar wird auch hier angedeutet, dass Travis die Tortur durch Gedanken an seine Freundin überstehen kann. Doch ihre Rolle ist dann auch darauf beschränkt. Auf die völlig sinnfreie Einbeziehung der weiblichen Nebenfigur in Hirschbiegels Version (sinnfrei deshalb, da selbst ihr Auftauchen am Ende keine wirkliche Hilfe bringt, da sie zuvor überwältigt wird) wird hier ebenso verzichtet, wie auf die stärkere Einbeziehung der Ärzte, die diese Studie leiten. Das ist insofern interessant, da der Zuschauer, wie auch die Probanden, nicht weiß, wer wann von wem beobachtet ist, was ein gewisses Gefühl der Hilflosigkeit erzeugt.

Auch wenn "The Experiment" leider nicht sehr viel mehr ist, als ein derber Knastthriller und viel von seinem psychologischem Potential schlichtweg verspielt, ist der Film alleine aufgrund der beiden starken Hauptdarsteller durchaus sehenswert. Qualitativ nicht wirklich auf einer Stufe mit Hirschbiegels Film, aber dennoch ordentliche Thriller-Kost!

Bild + Ton: Da zum Test nicht das finale Produkt vorlag, kann hier keine abschließende Wertung über die technische Umsetzung des Films abgegeben werden.

Extras: Auch das Bonusmaterial fehlt auf der Presse-DVD, weshalb in diesem Punkt ebenfalls eine Wertung entfallen muss. Angekündigt sind Interviews (ca. 20 Min.), ein 8minütiger Blick hinter die Kulissen, eine Featurette (ca. 7 Min.) und Darsteller-Infos.

Fazit: "The Experiment" ist ein ordentlicher Thriller, der nicht unbedingt mit seinem Vorbild aus Deutschland verglichen werden sollte. Für sich genommen verfügt der Film über einige sehr intensive Momente und zwei großartige Hauptdarsteller. Auch wenn die Nebenfiguren eher blass bleiben und das Finale stark abflacht, kann der Film durchaus empfohlen werden.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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