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September 2018
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The International Criminal Court

The International Criminal Court

Deutschland 2013 - mit Benjamin Ferencz, Fatou Bensouda, Sir Adrian Fulford, Angelina Jolie u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Dokumentarfilm
Regie:Marcus Vetter, Michele Gentile
Kinostart:02.05.2013
Produktionsland:Deutschland 2013
Laufzeit:ca. 86 Min.
Webseite:www.court-movie.com
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Die Verabschiedung des Römischen Statuts im Jahr 1998 war der Grundstein für den Internationalen Gerichtshof in Den Haag, der 2002 seine Arbeit aufnahm. Über 100 Staaten unterschrieben das Statut, in der Hoffnung, dass mit Hilfe des Internationalen Gerichtshof auch in solche Länder Gerechtigkeit gebracht werden kann, in denen das eigene Rechtssystem durch Kriege oder Revolution zusammengebrochen ist. Doch die Umsetzung dieser Idee erweist sich oftmals als sehr schwierig, denn nicht nur, dass die Angeklagten erst einmal gefangen und nach Den Haag gebracht werden müssen. Oftmals stehen auch Bürokratie, Geldmangel und Regimedruck einer erfolgreichen Anklage im Weg.

Die Filmemacher Marcus Vetter ("Cinema Jenin" ) und Michele Gentile haben den Chefankläger Luis Moreno-Ocampo zwischen März 2009 und November 2012 bei seiner Arbeit begleitet und haben dabei einen sehr umfassenden Einblick in die schwierige Arbeit des Gerichtshofs erhalten, den sie in ihrer Dokumentation "The International Criminal Court" nun einer breiten Öffentlichkeit näher bringen möchten. Die Ausgangssituation war ursprünglich die Frage, inwieweit Israel und die Hamas wegen Kriegsverbrechen im Gazakrieg angeklagt werden können. Da dafür erst einmal die Frage geklärt werden musste, ob Palästina als Staat anerkannt werden kann, was eine Voraussetzung für eine Klage ist, und sich dieser Prozess enorm in die Länge zog, wechselten die Filmemacher ihren Fokus schließlich auf die Verhandlung gegen den kongolesischen Warlord Thomas Lubanga Dyilo. Die Anklage gegen den Warlord, der Kindersoldaten rekrutiert haben soll, war der erste Fall des ICC, der in Den Haag verhandelt wurde.

Doch auch die Revolution in Libyen und ihre blutige Niederschlagung werden zu einem Thema für den Chefankläger und sein Team. Dabei weiß Luis Moreno-Ocampo sehr gut, dass er nicht nur stichhaltige Beweise gegen die Angeklagten finden muss, sondern auch, dass er für die wichtige Arbeit des ICC werben muss. Die Hoffnung, dass dann auch mächtige Staaten wie die USA, China und Russland eines Tages den Gerichtshof anerkennen, ist nur eine der großen Motivationen, die hinter einem solchen Werben stecken. Prominente Befürworter wie Angelina Jolie oder auch die Idee, Ben Ferencz, den Chefankläger der Nürnberger Prozesse, für die Schlussanträge im Fall Thomas Lubanga Dyilo mit ins Team zu holen, resultieren aus dem Bestreben, die noch junge Institution bekannter und vor allem anerkannter zu machen.

Der Film ist an sehr vom Tonfall her eher unaufgeregt, bleibt aber bis zum Ende durchaus mitreißend. Das liegt natürlich zum einen an den aufwühlenden Fällen, die hier bearbeitet werden, zum anderen aber auch daran, dass Luis Moreno-Ocampo eine sehr charismatische Figur ist. Ihm bei seiner Arbeit, bei den Ermittlungen und bei seiner Teamführung zuzusehen, ist sehr spannend und hoch interessant. Wenn man den Namen Internationaler Gerichtshof in Den Haag hört, ist man geneigt zu glauben, dass es hier immer sehr ernst und irgendwie sehr speziell zugeht. Dass der alltägliche Arbeitsbetrieb aber an sich völlig normal abläuft und trotz (oder vielleicht gerade wegen) der vielen schrecklichen Taten, mit denen die Mitarbeiter Tag für Tag konfrontiert werden, auch mal Zeit für ein lockeres und humorvolles Beisammensein ist, macht die Institution und ihre Angestellten für den Zuschauer sehr viel greifbarer und zugänglicher.

Da der Film mit dem Ende der Amtszeit von Luis Moreno-Ocampo schließt, bleiben einige Fragen ungeklärt und es könnte das Gefühl aufkommen, dass die Dokumentation am Ende doch eher ein Porträt des Chefanklägers und weniger des ICC ist. Das ist freilich ein sehr geringer Kritikpunkt an einer ansonsten sehr sehenswerten Dokumentation, die trotz einiger kleiner Längen Jedem, der sich auch nur annähernd für die Arbeit des ICC interessiert, wärmstens ans Herz gelegt werden kann. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "The International Criminal Court (Deutschland 2013)"
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