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The Wolf of Wall Street

The Wolf of Wall Street

USA 2013 - mit Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie, Rob Reiner, Jean Dujardin, Matthew McConaughey u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:The Wolf of Wall Street
Genre:Komödie, Drama
Regie:Martin Scorsese
Kinostart:16.01.2014
Produktionsland:USA 2013
Laufzeit:ca. 180 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.wolf-of-wall-street.de
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Bislang war Michael Douglas alias Gordon Gekko das Sinnbild des gierigen, skrupellosen Wall Street-Bösewichts. Doch gegen den New Yorker Börsenmakler Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) ist selbst der eiskalte Gekko ein regelrechter Waisenknabe. Dabei ist Jordan zu Beginn seiner Laufbahn ein zwar engagierter, aber doch etwas naiver junger Mann, auf den das hektische Treiben und der derbe Umgangston an der Börse arg befremdlich wirken. Doch sein neuer Mentor Mark Hanna (Matthew McConaughey) erkennt das Potential in dem ehrgeizigen Jordan und er bringt ihm all die Tricks bei, die ihm dabei helfen können, Karriere an der Wall Street zu machen. Doch der Traum scheint nach einem Börsencrash erst einmal ausgeträumt. Niemand will mehr Börsenmakler einstellen und Jordan sitzt wieder auf der Straße. Doch so leicht lässt er sich natürlich nicht von seinem Ziel abbringen. Und schon bald leitet er seine eigene Maklerfirma, verdient Millionen und führt ein Leben in Luxus und Überfluss. Doch dieser Erfolg ruft auch das FBI auf den Plan, das hinter der Fassade von "Stratton Oakmont" illegal Geschäfte vermutet. Doch obwohl ihn seine grenzenlose Habgier und seine stetig steigende Arroganz für so manchen Aspekt in seinem Leben blind gemacht haben mag, so ist Jordan doch viel zu gerissen, um sich sein hart erkämpftes Geld von der Regierung wieder wegnehmen zu lassen. Mit Hilfe von seinem treuen Team, zu dem neben Donnie Azoff (Jonah Hill) auch sein eigener Vater Max (Rob Reiner) gehört, heckt Jordan immer neue Pläne aus, um den Ermittlern vom FBI immer einen Schritt voraus zu sein. Denn die Party soll noch lange nicht vorbei sein, schließlich ist mehr nie genug!

Nachdem er in seinen Filmen schon so manches Mal in die amerikanische Unterwelt abgetaucht ist, widmet sich Martin Scorsese in "The Wolf of Wall Street" skrupellosen Gangstern der etwas anderen Art. Sie ergaunern sich ihren Reichtum nicht mit Waffen, sondern mit Betrug und falschen Versprechungen. Doch auch ohne Knarren können sie genauso gut Existenzen zerstören, wie Al Capone und Co.  Dabei ist das unmoralische Treiben von Menschen wie Jordan Belfort, auf dessen Geschichte der Film basiert, wirklich verabscheuenswert und macht einfach nur wütend. Und deshalb ist die Entscheidung Scorseses, das Ganze mit einem starken komödiantischen Einschlag zu inszenieren, absolut perfekt. Denn dadurch, dass das Ganze zu Beginn wie ein irrer, irgendwie überzogener Trip mit extrem hohen Unterhaltungspotential wirkt, kann sich der Zuschauer gut auf die Geschichte einlassen und von dem Charme der Charaktere einlullen lassen. Denn nur so offenbart sich am Ende nicht nur die eiskalte Genialität Belforts, sondern auch die korrumpierende Wirkung von Macht und Reichtum, die man auch als Zuschauer im Verlauf der drei Stunden Laufzeit erahnen kann.

Dadurch, dass eben nicht von Anfang an eine Abneigung gegen Jordan Belfort besteht, ist man von seinen Verkaufstechniken zunächst wirklich beeindruckt, gönnt ihm seinen schnellen Aufstieg, die Bewunderung, die ihm seine Mitarbeiter entgegenbringen und dass sich schöne Frauen vor ihm nackig machen. Und wenn er dabei mal über die Stränge schlägt, nimmt man ihm das nicht wirklich übel. Doch mehr und mehr wird einem bewusst, was für ein mieses Spiel Belfort mit dem Geld anderer Menschen treibt, wie gewissenlos er Existenzen vernichtet und wie perfekt er seine Umgebung manipulieren kann. Und Dank des hervorragenden Spiels von Leonardo DiCaprio gelingt ihm das auch mit den Zuschauern. Und erst spät wird einem klar, dass man wie ein Schaf dem Wolf der Wall Street direkt ins offene Maul gelaufen ist.

Scorseses Inszenierung ist schrill, laut, respektlos und politisch völlig unkorrekt. Er zelebriert regelrecht alle Exzesse, die Belfort und seine Mitstreiter in vollen Zügen ausleben. Sex, Drogen, Partys, all das zeigt der Oscar-Preisträger in einer schonungslosen Deutlichkeit, die oberflächlich betrachtet vermuten ließe, dass er Belforts Handeln glorifizieren würde. Dass dies eben nicht der Fall ist, wird spätestens im letzten Drittel des Films immer deutlicher, wenn sich die dunklen Seiten des Charakters immer deutlicher offenbaren.

Noch einmal zurück zu DiCaprio. Er legt hier wirklich eine der besten Darstellungen seiner Karriere ab. Dabei überrascht er auch mit einem komödiantischen Talent, das in einer großartigen Drogenrausch-Szene gipfelt, für die alleine er schon den Golden Globe mehr als verdient hat. Aber auch seine Co-Stars legen hier wirklich hervorragende Leistungen ab. Ob Jonah Hill, der mit Zahn- und Penis-Prothese bleibenden Eindruck hinterlässt, Matthew McConaughey mit einem denkwürdigen Kurzauftritt, Regisseur Rob Reiner ("Harry und Sally") als cholerischer Vater oder auch Oscar-Preisträger Jean Dujardin – sie alle sorgen dafür, dass "The Wolf of Wall Street" nicht nur verdammt unterhaltsam, sondern auch schauspielerisch ein Hochgenuss geworden ist.

Zugegeben, gegen Ende seiner drei Stunden Laufzeit hat der Film mit einigen kleinen Längen zu kämpfen. Dennoch überwiegt der sehr positive Gesamteindruck. Martin Scorsese hat eine bitterböse Satire geschaffen, die gleichermaßen saukomische Komödie und clever gestrickter Gangsterfilm geworden ist. Feingeister werden sich garantiert an einigen der doch sehr drastischen Szenen stören. Doch die handwerkliche Qualität und die hervorragende Leistung von Leonardo DiCaprio sind über jeden Zweifel erhaben. Und dafür gibt es dann am Ende auch ein ganz klares: Absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "The Wolf of Wall Street (USA 2013)"
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