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Juni 2018
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To the Wonder

To the Wonder

USA 2012 - mit Ben Affleck, Olga Kurylenko, Rachel McAdams, Javier Bardem u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:To the Wonder
Genre:Drama, Romantik
Regie:Terrence Malick
Kinostart:30.05.2013
Produktionsland:USA 2012
Laufzeit:ca. 112 Min
FSK:ab 0 Jahren
Webseite:www.tothewonder.studiocanal.de/
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Früher hat es schon mal gut und gerne 20 Jahre gedauert, bis Regisseur Terrence Malick ("Der schmale Grat", "In der Glut des Südens") einen neuen Film gedreht hat. Doch seit seinem Esoterik-Trip "Tree of Life" scheint den öffentlichkeitsscheuen Filmemacher das Fieber gepackt zu haben. Nur ein Jahr später präsentiert er schon sein neuestes Werk "To the Wonder", drei weitere Filme befinden sich bereits in der Post-Produktion. Doch ob diese neu entfachte Kreativität wirklich etwas ist, worüber man sich freuen sollte, darf angesichts der Qualität von "To the Wonder" aufrichtig bezweifelt werden.

Eine Geschichte im klassischen Sinn wird hier nicht erzählt. Vielmehr hält eine lose Narrative die von Kameramann Emmanuel Lubezki wundervoll eingefangenen Bilder mühevoll zusammen. In ihr geht es um die junge Französin Marina (Olga Kurylenko), die sich in den Amerikaner Neil (Ben Affleck) verliebt und ihm mit ihrer Tochter in die USA folgt. Doch glücklich wird sie hier nicht und schon bald zerbricht die einst so leidenschaftliche Liebe. Marina kehrt mit ihrer Tochter nach Paris zurück, während Neil eine Affäre mit seiner Jugendfreundin Jane (Rachel McAdams) beginnt. Doch auch diese Liaison hält nicht lange, merken doch sowohl Neil, als auch Marina, dass sie einander nicht vergessen können. Und so kehrt Marina nach Oklahoma zurück, in der Hoffnung, dass die Liebe dieses Mal stark genug für eine glückliche Zukunft sein wird…

Keine Frage, die Bildsprache von "To the Wonder" ist, wie schon bei Malicks früheren Filmen, ganz großartig. Schön anzuschauen ist das Drama allemal. Doch ein Haufen Mist wird eben auch dadurch nicht besser, wenn man eine schmucke Schleife um ihn bindet. Und etwas anderes ist der Film leider nicht. Ich habe viele von Malicks früheren Arbeiten sehr wohl geschätzt und halte "Der schmale Grat" immer noch für ein absolutes Meisterwerk. Und auch, wenn ich mich persönlich nicht mit "Tree of Life" anfreunden konnte, konnte ich in gewisser Hinsicht noch verstehen, warum dieser Film manche Zuschauer wirklich fasziniert, berührt und begeistert hat. Bei "To the Wonder" ist das dagegen wirklich nicht nachvollziehbar. Emotionen kommen überhaupt nicht auf und Malicks Stil wirkt hier einfach nur kalt und einschläfernd.

Sicherlich braucht es nicht immer ausschweifende Dialoge, Tempo oder eine klare Handlungsstruktur, um am Ende einen guten Film zu ergeben. Es gibt zahlreiche Werke, die sich den üblichen Sehgewohnheiten entziehen, die aber dennoch extrem stark, unterhaltsam und hervorragend inszeniert sind. Doch wenn die Darsteller darauf beschränkt werden, emotionslos in die Gegend zu starren (Affleck, Bardem) oder durch die Gegend zu tanzen (Kurylenko, McAdams), wenn ein Filmemacher seinen Stil einfach nicht weiterentwickelt und immer wieder das Gleiche bietet (z.B. geflüsterte Voice-Over Kommentare), dann kann man einfach nicht von guter Regieführung sprechen. Umso ärgerlicher ist es da, dass es tatsächlich Kollegen gibt, die, obwohl sie den Film eigentlich nicht mochten, nur aufgrund des besonderen Rufs von Terrence Malick "To the Wonder" eine positive Bewertung geben. Eine derartige Wertschätzung hat Malick trotz hervorragenden Arbeiten in der Vergangenheit mit diesem Film einfach nicht verdient.

Mag sein, dass es einige wenige Zuschauer gibt, die nicht nur von den schönen Bildern, sondern auch von der Art und Weise, wie hier von der Vergänglichkeit der Liebe erzählt wird, berührt werden und völlig begeistert das Kino verlassen. Doch solche positiven Reaktionen werden mit Sicherheit die Ausnahme bilden. "To the Wonder" ist einfach nur eine schöne Verpackung ohne Inhalt, ein überlanger Bildschirmschoner für Intellektuelle und ein dunkler Fleck im Œuvre des scheuen Regisseurs. Da bleibt eigentlich nur die Hoffnung, dass Malick mit seinen nächsten Werken diese Schlaftablette wieder vergessen machen kann. Wo sind nur die Men in Black mit ihrem "blitzdingsen", wenn man sie mal wirklich braucht…

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "To the Wonder (USA 2012)"
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