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Tod den Hippies - Es lebe der Punk

Tod den Hippies - Es lebe der Punk

Deutschland 2014 - mit Tom Schilling, Emilia Schüle, Wilson-Gonzalez Ochsenknecht, Frederick Lau u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Komödie, Drama
Regie:Oskar Roehler
Kinostart:26.03.2015
Produktionsland:Deutschland 2014
Laufzeit:ca. 105 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.eslebederpunk.x-verleih.de
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Es sind die frühen 80er Jahre, die Zeit von fiesen Frisuren, Schulterpolstern und Disco-Fox: Der Schüler Robert (Tom Schilling) hat das Leben in der westdeutschen Provinz satt. Er will endlich mal etwas erleben und aus der Konformität des von Spießern und Hippies dominierten Kleinstadtmiefs ausbrechen. Der perfekte Ort dafür scheint West-Berlin zu sein. Hier regiert der Punk. Durch seinen alten Kumpel Schwarz (Wilson-Gonzales Ochsenknecht) bekommt Robert auch gleich eine Bleibe und einen Job in einer Peepshow. Doch das Schrubben von Wichskabinen ist nicht unbedingt das, was sich Robert unter seiner neuen Freiheit vorgestellt hat. Doch die Arbeit hat auch etwas Gutes, lernt er hier doch die schöne Sanja (Emilia Schüle) kennen. An ihrer Seite taucht Robert immer tiefer in die anarchische Subkultur West-Berlins ab, verliert sich in Drogen und Alkohol und träumt von einem besseren Leben mit Sanja. Doch um das finanzieren zu können, braucht Robert dringend mehr Geld, als sein undankbarer Job und die überraschend üppige Berlin-Zulage einbringen. Ein Besuch bei seinem Vater (Samuel Finzi) bringt das junge Paar auf eine Idee, wie sie ihre familiären und finanziellen Probleme gleichzeitig lösen könnten…

Oskar Roehler ist nun wirklich kein angepasster Filmemacher. Wer in einen Roehler-Film geht, sollte generell nie massentaugliche Mainstreamwahre erwarten. Auch wenn einige seiner Werke durchaus ein breiteres Publikum ansprechen können, so ist sein mitunter sehr eigenwilliger Stil doch eher etwas für die Freunde des etwas spezielleren Films. Sein neuestes Werk "Tod den Hippies - Es lebe der Punk" bildet da keine Ausnahme. Es ist ein schriller, mitunter fast schon grotesk überzeichneter Blick auf das Leben in West-Berlin in den 1980ern. Es ist eine Welt zwischen Revolution und Perspektivlosigkeit, zwischen Petting und Pershings, in der Punks, schwule Nazis und Stripperinnen in einer von Alkohol, Drogen und Sex bestimmten Subkultur leben.

Es ist ein Film der Gegensätze: mal fast schon klamaukig-komisch, dann wieder dreckig-dramatisch, mal grell-bunt, dann wieder trist-schwarzweiß. Solche Kontraste ziehen sich durch bis zum Soundtrack, wo auch schon mal 80er Disco-Queen Sandra von schrulligem Punk-Rock abgelöst wird. Auch wenn das Ganze stilistisch wie dramaturgisch komplett überzeichnet scheint, so wirkt das Lebensgefühl, das Roehler hier entwirft, doch irgendwie sehr authentisch. Dass die Darsteller viel Spaß an diesem ungewöhnlichen Projekt hatten, ist ihnen in vielen Szenen deutlich anzumerken (besonders großartig: Frederick Lau als schwuler Nazi mit Mut zur Hässlichkeit). Gerade Tom Schilling schafft es hervorragend, sowohl in den humorvollen, als auch in den dramatischen Passagen zu überzeugen.

Für Jemanden, der mit der Punk-Kultur so überhaupt nichts anfangen kann, ist "Tod den Hippies - Es lebe der Punk" nur sehr schwer zugänglich. Der Film ist dreckig, böse, ungeschönt und ordinär. Den Geruch in der Peep Show, der bei Robert zu Beginn seines Jobs einen Brechreiz auslöst, scheint man auch als Zuschauer regelrecht riechen zu können. Und diese Art der Realitätsnähe ist nun wirklich nicht jedermanns Sache. Wer allerdings ein Faible für die Filme von Oskar Roehler hat oder die Punk-Szene der 80er Jahre selbst miterlebt hat, der könnte an diesem extrem ironischen Zeitdokument durchaus großen Spaß haben. Und dafür gibt es dann auch unterm Strich ein verdientes: Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Tod den Hippies - Es lebe der Punk (Deutschland 2014)"
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