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Oktober 2018
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Unter Kontrolle

Unter Kontrolle

Deutschland 2011

Filminfo

Genre:Dokumentarfilm
Regie:Volker Sattel
Kinostart:26.05.2011
Produktionsland:Deutschland 2011
Laufzeit:ca. 101 Min.
FSK:ab 0 Jahren
Webseite:www.farbfilm-verleih.de
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Der Dokumentarfilm "Unter Kontrolle" hätte zu keinem besseren Zeitpunkt in die Kinos kommen können. Dabei hatte sich Filmemacher Volker Sattel bereits lange vor der durch die Katastrophe von Fukushima ausgelöste Atom-Diskussion mit der Sicherheit unserer Atomkraftwerke beschäftigt. Und genau darin liegt die große Stärke der Dokumentation. Völlig unbeeinflusst von den Ereignissen in Japan hat Sattel aktive und stillgelegte Atomkraftwerke, Zwischen- und Endlager besucht, mit Verantwortlichen und Mitarbeitern, aber auch Kritikern gesprochen. Allerdings setzt er die Interviews nur sehr spärlich ein, lässt vielmehr die Bilder sprechen, die faszinierend, aber auch von einer gewissen Bedrohlichkeit sind.

Auf das Tempo der Dokumentation muss sich der Zuschauer allerdings erst einmal einlassen. Gerade in den ersten 30 Minuten präsentiert Sattel fast nur unkommentierte Bilder. Das könnte auf viele Betrachter zäh oder gar langweilig wirken. Gerade angesichts der Tatsache, dass die ganze Atom-Diskussion momentan sehr lautstark und hitzig geführt wird, mutet die getragene, ruhige Inszenierung so gar nicht passend an. Doch bei genauerer Betrachtung ist eigentlich das Gegenteil der Fall. "Unter Kontrolle" bedient sich nicht großer Emotionen, sondern präsentiert mit einer nüchternen Sachlichkeit Bilder, die mehr aussagen, als Statistiken oder Panik machende Reden. Es kann davon ausgegangen werden, dass nur die Wenigsten, die sich gegen die Atomkraft aussprechen, auch wirklich wissen, was in so einem Atomkraftwerk vor sich geht, wie die Sicherheitssysteme aussehen und wie sich die Betreiber gegen mögliche Horrorszenarien zu schützen versuchen.

"Unter Kontrolle" ist sicherlich kein Werbefilm für die Atomkraftwerke. Die Dokumentation verzichtet aber auf allzu einseitig anmutende Aussagen und bietet dem Zuschauer die seltene Möglichkeit, einmal einen sehr aufschlussreichen Blick hinter die Kulissen zu werfen, der einige Ängste bestätigen mag, andere aber doch etwas relativiert. Dabei lebt der Film, wie bereits erwähnt, in erster Linie von seinen Bildern. Und die sind bei weitem nicht alle beängstigend. Zugegeben, die Kamerafahrt durch ein Endlager für Atommüll hat schon etwas sehr bedrückendes. Aber wenn Sattel zeigt, wie sich etwa ein Atommeiler in einen Vergnügungspark verwandelt hat oder wie ein Meiler, die nie ans Netz gegangen ist, als Schulungsstätte genutzt wird, dann sorgt das auch immer wieder für eine gewisse Faszination, der man sich nur schwer entziehen kann.

Insgesamt ist "Unter Kontrolle" ein vielleicht etwas sperriger, aber sehr guter und wichtiger Beitrag zur nahezu rein emotional geführten Atomdiskussion. Zwar ist der Atomausstieg auch hier die einzig logische Konsequenz, doch könnte die Dokumentation dafür sorgen, dass auch der "Normalbürger" ein gewisses Hintergrundwissen erhält, dass die notwendige Diskussion auf eine etwas rationalere Ebene hebt. Und selbst, wenn das nicht gelingt, so bietet Sattels Film immerhin einige wirklich großartige Bilder, die in der Einfachheit ihrer Präsentation sehr unterschiedliche Gefühle hervorrufen. Und das macht "Unter Kontrolle" trotz seiner offensichtlichen Längen durchaus sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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