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Verblendung

Verblendung

USA 2011 - mit Daniel Craig, Rooney Mara, Christopher Plummer, Robin Wright, Stellan Skarsgård u.a

Filminfo

Originaltitel:The Girl with the Dragon Tattoo
Genre:Thriller, Mystery, Drama
Regie:David Fincher
Kinostart:12.01.2012
Produktionsland:USA 2011
Laufzeit:ca. 157 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.verblendung-film.de
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Ob als Buch, im Kino oder im TV, die "Millenium"-Trilogie des  2004 verstorbenen Stieg Larsson war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg. So sehr, dass sich nun auch Hollywood der schwedischen Bestseller angenommen hat. Obwohl die schwedische Verfilmung des ersten Romans "Verblendung" erst 2009 in die Kinos kam und alleine aufgrund der starken Darstellung von Noomi Rapace als Lisbeth Salander bleibenden Eindruck hinterlassen hat, kommt nun auch schon das amerikanische Remake in unsere Kinos. Das wäre vielleicht gar nicht weiter erwähnenswert, hätte nicht David Fincher ("Sieben", "Fight Club") die Regie übernommen und eine sehenswerte Darstellerriege vor seiner Kamera versammelt. Und tatsächlich lohnt es sich, die Geschichte ein zweites Mal zu besuchen. Denn auch wenn Finchers Version in manchen Szenen wie eine 1:1 Kopie des schwedischen Films anmutet, so hat er doch in feinen, aber entscheidenden Nuancen eine etwas andere, ganz eigene Fassung des Stoffes inszeniert.

Das Grundgerüst der Geschichte ist dabei freilich das Gleiche geblieben: der renommierte Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist (Daniel Craig) steht vor den Trümmern seiner Karriere. Eine Verleumdungsklage hat nicht nur sein Image, sondern auch das seines Magazins "Millenium" schwer geschädigt. Blomkvist zieht die Konsequenzen und gibt seine Position als Chefredakteur vorübergehend auf. Da taucht der schwerreichen Industrielle Henrik Vagner (Christopher Plummer) auf und bittet Mikael, ihm mit seinem journalistischen Spürsinn dabei zu helfen, das Verschwinden seiner Nichte Harriet aufzuklären. Seit über 30 Jahren fehlt jede Spur von ihr. Doch jedes Jahr erhält Vagner zu seinem Geburtstag eine gepresste Blume hinter Glas, das gleiche Geschenk, dass er vor ihrem Verschwinden immer von Harriet bekommen hat.

Blomkvist erklärt sich bereit, Vagner zu helfen. Doch schnell gerät er mit seinen Ermittlungen in eine Sackgasse, stößt gerade innerhalb der innerlich verfeindeten Familie immer wieder auf eine Mauer des Schweigens. Nur die eigenwillige Hackerin Lisbeth Salander (Rooney Mara) könnte ihm mit ihrem Talent helfen, das Rätsel um Harriets Verschwinden zu lösen. Gemeinsam dringt das unkonventionelle Team immer tiefer in die düstere Geschichte der Industriellenfamilie Vagner ein und kommt dabei der erschreckenden und grausamen Wahrheit immer näher...

Wer Niels Sarden Oplevs Version von "Verblendung" gesehen hat, wird vielleicht kein besonders großes Interesse daran haben, sich das US-Remake anzusehen. Zugegeben, es gibt tatsächlich bei der Geschichte und auch bei den Drehorten sehr viele Überschneidungen, die verhindern, dass Kennern des schwedischen Originals wirklich packende, überraschende und durchgängig spannende Thrillerunterhaltung geboten wird. Dass Finchers Version für solche Zuschauer, die sich bislang noch nicht von den Geschichten um Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist in ihren Bann haben ziehen lassen, sehenswert ist, steht außer Frage. Schließlich sind die Buchvorlage und Finchers düstere Adaption einfach extrem spannend. Doch welche Gründe gibt es, sich die US-Version anzusehen, wenn man den Thriller bereits in der sehr guten schwedischen Verfilmung gesehen hat?

Abgesehen von der grandiosen Titelsequenz, die auf ihre ganz eigene, fast schon hypnotische Art ein kleines Kunstwerk ist, und der atmosphärischen Kameraarbeit von Jeff Cronenweth ("The Social Network", "Fight Club"), der die schwedischen Drehorte in einer tristen Schönheit eingefangen hat, machen auch kleine Veränderungen an der Geschichte diese Verfilmung sehr interessant. Während das Ende, das Fincher gewählt hat, zwar eher den Eindruck eines abgeschlossenen Ganzen hinterlässt, was für den Fall, dass die anderen beiden Bände nicht auch noch einer Remake-Kur unterzogen werden, sehr angenehm ist, wirkt es insgesamt etwas glatt gebügelt. Andererseits wird hier auch die wohl offensichtlichste Änderung Finchers deutlich, die alles Lisbeth Salander Fans wohl in zwei Lager spalten wird. Denn in der amerikanischen Version ist die vom Leben gezeichnete Hackerin deutlich verletzbarer und nicht ganz so skrupellos, wie in der schwedischen Adaption. Salander und Blomkvist agieren hier deutlich stärker auf Augenhöhe, was sich nicht nur bei den Recherchen, sondern auch bei der gemeinsamen Sexszene offenbart.

Da drängt sich natürlich auch die Frage auf, ob Rooney Mara, die bislang durch Rollen in "The Social Network" oder dem "Nightmare on Elm Street" Remake auf sich aufmerksam gemacht hat, Noomi Rapace das Wasser reichen kann? Mara bemüht sich sichtlich. Die fast unerträgliche Szene zwischen Lisbeth und ihrem Vormund Bjurman (Yorick van Wageningen) ist erstklassig gespielt und lässt eine Intensität erkennen, die klar macht, warum sich Fincher für diese Darstellerin entschieden hat. Doch insgesamt wirkt Mara einfach nicht kaputt genug, um als Lisbeth Salander einen ähnlichen Eindruck wie Noomi Rapace hinterlassen zu können.

Dennoch ist "Verblendung" insgesamt nicht nur handwerklich, sondern auch schauspielerisch großes Kino. Ganz gleich ob Daniel Craig, Robin Wright, Christopher Plummer oder Stellan Skarsgård, sie alle machen diesen Film zu einem echten Vergnügen, ganz gleich, ob man die Geschichte schon kennt, oder nicht. So kann als Fazit gesagt werden, dass David Finchers Adaption von dem ersten Band der "Millenium"-Trilogie erstklassiges Spannungskino ist, das allen Liebhabern düsterer, etwas trister Thriller wärmstens ans Herz gelegt werden kann. Für Alle, die das schwedische Original kennen, mag diese Neuauflage vielleicht ein wenig unnötig vorkommen, doch trotz fehlender Spannung machen die guten Darsteller und die faszinierende Bildsprache auch einen erneuten Besuch bei Mikael und Lisbeth zu einer sehr sehenswerten Sache!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Verblendung (USA 2011)"
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