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Vergiftete Wahrheit

Vergiftete Wahrheit

USA 2019 - mit Mark Ruffalo, Anne Hathaway, Tim Robbins, Bill Camp, Bill Pullman ...

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Dark Waters
Genre:Drama
Regie:Todd Haynes
Kinostart:08.10.2020
Produktionsland:USA 2019
Laufzeit:ca. 126 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:tobis.de
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Cincinnati, 1998: Rob Bilott (Mark Ruffalo) hat gute Chancen auf eine große Karriere als Wirtschaftsanwalt. Doch ein neuer Klient könnte diese Chancen jäh zunichtemachen. Denn auf Bitten seiner Mutter trifft er sich im ländlichen Parkersburg mit einem Farmer (Bill Camp), dessen Tiere auf mysteriöse Weise verendet sind. Der Farmer ist sicher, dass für den Tod der Tiere der Chemiekonzern DuPont – ein Klient von der Kanzlei, für die Rob arbeitet – verantwortlich ist. Tatsächlich findet Rob schnell Hinweise darauf, dass der Konzern in einen ungeheuerlichen Umweltskandal verwickelt sein könnte. Mit der Rückendeckung von seinem Boss (Tim Robbins) und seiner Frau (Anne Hathaway) lässt sich der Anwalt auf einen Kampf gegen einen mächtigen Giganten ein – ein Kampf für Gerechtigkeit, der ihn sehr viel mehr als nur seinen Ruf kosten könnte… 

Basierend auf wahren Ereignissen erzählt Regisseur Todd Haynes eine mitreißende David-gegen-Goliath-Geschichte rund um den sogenannten Teflon-Skandal. Der Film ist atmosphärisch dicht inszeniert und gerade von Mark Ruffalo großartig gespielt. Dennoch muss auch gesagt sein, dass der dramaturgische Aufbau sehr konventionell geraten ist. "Vergiftete Wahrheit" ist das Paradebeispiel eines typischen Wirtschafts-Thrillers. Das ist nicht wirklich überraschend, aber dennoch extrem aufwühlend. Denn das Thema betrifft nicht nur irgendwelche Farmer in den USA, sondern uns alle, die wir unser Essen in beschichteten Pfannen und Töpfen zu bereiten. Was man in diesem Film darüber an leider unwiderlegbaren Fakten erfährt, lässt einen regelrecht erschaudern. Und man fragt sich: Warum ist dies in Öffentlichkeit, Politik und Medien kein viel intensiver diskutiertes und behandeltes Thema? 

Haynes legt auch schmerzhaft offen, wie das Rechtssystem – nicht nur, aber besonders in den USA – für Großkonzerne mit der entsprechenden politischen Lobby funktioniert. Das ist extrem frustrierend und entmutigend. Umso großartiger ist es dann natürlich, wenn es Menschen wie Rob Bilott gibt, die sich davon nicht abschrecken lassen und die alles dafür tun, um die "Vergiftete Wahrheit" publik zu machen. Sicherlich, Filme wie diesen hat es schon oft gegeben. Trotzdem sollten Filmemacher gerade bei solchen Themen, die Millionen Menschen betreffen und die gerne unter den Teppich gekehrt werden würden, unbedingt dranbleiben. Ja, man hat hier durchaus das Gefühl, einzelne Elemente schon zig Mal in ähnlicher weise gesehen zu haben. Und dennoch ist es wichtig, dass es Filme wie diesen gibt – Filme, die informieren, wachrütteln und dabei auch noch gut unterhalten. 

Denn das gelingt Haynes hier trotz langer Dialoge sehr, sehr gut. Sein Drama ist streckenweise etwas zäh, aber nie wirklich langweilig. Man fiebert bis zum Ende mit, ob sich Bilott gegen den Chemie-Goliath behaupten kann, in der Hoffnung, das Kino in dem Glauben verlassen zu dürfen, dass es tatsächlich die Chance gibt, dass Gerechtigkeit nicht nur im Film, sondern auch in der Wirklichkeit siegen kann. Ein gut gespielter, packend erzählter und inhaltlich wichtiger Film und daher auch: Absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Vergiftete Wahrheit (USA 2019)"
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