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We steal Secrets: The Story of Wikileaks

We steal Secrets: The Story of Wikileaks

USA 2013 - mit Julian Assange, Bradley Manning, J. William Leonard, Adrian Lamo u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:We steal Secrets: The Story of Wikileaks
Genre:Dokumentarfilm
Regie:Alex Gibney
Kinostart:11.07.2013
Produktionsland:USA 2013
Laufzeit:ca. 130 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:www.facebook.com/We.Steal.Secrets.DE
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Schon vor Edward Snowden haben brisante Enthüllungen eigentlich geheimer Dokumente weltweit für enormes Aufsehen gesorgt. Julian Assange wurde mit seiner Website Wikileaks für viele zum Held, für andere zum Staatsfeind Nummer 1. Ist Assange ein Kämpfer für freie Meinungsäußerung oder doch eher ein skrupelloser Terrorist und Verräter? Wer ist dieser geheimnisvolle und nicht unumstrittene Mann und wie kam es zur Entstehung von WikiLeaks? Woher bekommt Assange seine Informationen und welche Rolle spielte dabei der ehemalige Soldat Bradley Manning? Diesen und vielen anderen Fragen versucht der Filmemacher Alex Gibney in seiner Dokumentation "We steal Secrets: The Story of Wikileaks" auf den Grund zu gehen. Anhand von unzähligen Interviews und Archivmaterial entwirft er ein sehr komplexes Bild einer extrem vielschichtigen Geschichte, in der sich die Suche nach der Wahrheit über den wahrheitsliebenden Julian Assange als äußerst schwierig erweist.

Gibney hat sich sichtlich bemüht, eine sehr ausgewogene Dokumentation zu inszenieren. Es sollte weder ein Loblied auf Assange werden, noch eine filmische Hetzjagd auf den WikiLeaks-Gründer. Gibney versucht sich an einem Porträt des undurchschaubaren Mannes, versucht die Motivationen für seinen ganz speziellen Gerechtigkeitssinn zu ergründen und gleichzeitig aufzuzeigen, welche Folgen Enthüllungen wie die auf WikiLeaks veröffentlichten Geheimdokumente haben. Darf es Wahrheit um jeden Preis geben oder gibt es auch Situationen, in denen derartige Enthüllungen auch Unschuldigen Schaden zufügen könnten? Es sind äußerst komplexe Fragestellungen, mit denen sich der Film beschäftigt – und genau darin liegt seine einzig nennenswerte Schwäche.

Denn der Zuschauer wird über zwei Stunden lang im Sekundentakt mit Informationen zugeschüttet, die man in der Fülle nur bedingt verarbeiten kann. Selbst mit großem Interesse und einer gewissen Vorkenntnis fällt es am Ende schwer, den ganzen Zusammenhängen zu folgen und sich in dem Netz, das Gibney sorgfältig entwirrt hat, zurechtzufinden. Sicherlich: die Dokumentation ist höchst interessant und spannend, sie ist mitreißend inszeniert, sie wühlt auf und stellt einige wichtige Fragen, mit denen sich nicht nur Gegner von Assange, sondern auch solche Zuschauer, die ihn für einen Helden halten, unbedingt auseinandersetzen sollten. Es gibt kein klares Gut und Böse, kein eindeutig definierbares Richtig oder Falsch. Das stellt der Film ganz besonders gut heraus.

Dennoch wäre die Dokumentation als Zweiteiler im Fernsehen einfach besser aufgehoben. In kleineren Dosen serviert würde man sich als Zuschauer am Ende nicht derart erschlagen fühlen, es bliebe genügend Raum, das Gesehene zu reflektieren und die verworrenen Zusammenhänge zu ergründen. Denn eigentlich erzählt "We steal Secrets: The Story of Wikileaks" zwei unterschiedliche Geschichten. Diese hängen zwar zusammen, dennoch werden die Informationen über Bradley Manning durch die über Assange zu sehr in den Hintergrund gedrängt, um wirklich nachhaltig wirken zu können.

Trotz enormen Informations-Overkill und den damit einhergehenden Schwächen hat Alex Gibney eine wichtige und spannende Dokumentation inszeniert, die gerade im Rahmen der Diskussionen um den Fall Edward Snowden eine enorme Aktualität erreicht hat. Ein Film, in dem es um weit mehr geht, als nur um die Geschichte von WikiLeaks. Es ist eine ganz essentielle Frage nach dem Preis, den die Wahrheit hat. Die Kosten für eine Kinokarte sind da ein guter Anfang! Für aufmerksame Zuschauer mit großem Interesse an der Thematik absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "We steal Secrets: The Story of Wikileaks (USA 2013)"
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