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Wer wenn nicht wir – DVD

Wer wenn nicht wir – DVD

Deutschland 2011 - mit August Diehl, Lena Lauzemis, Alexander Fehling, Thomas Thieme ...

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Andres Veiel
Verkaufsstart:14.10.2011
Produktionsland:Deutschland 2011
Laufzeit:ca. 121 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Deutsch
Bildformat:16:9 (2.35:1)
Extras:Audiokommentar, Interviews, geschnittene Szenen, Trailer, Hörfilmfassung
Regionalcode:2
Label:Senator / Universum Film
Webseite:www.werwennnichtwir-film.de
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Amazon Link : Wer wenn nicht wir – DVD

Film: Andres Veiel, Regisseur von so gefeierten Dokumentarfilmen wie "Die Spielwütigen" oder "Black Box BRD" erzählt in seinem Spielfilm "Wer wenn nicht wir" die Geschichte von Bernwald Vesper (August Diehl), Sohn des NS-Schriftstellers Will Vesper (Thomas Thieme), der sich, inspiriert durch sein Studium bei Gelehrten wie Walter Jens, berufen fühlt, selber ein großer Dichter zu werden. Er will mit seinen Worten die Gesellschaft aufrütteln, will etwas bewegen. Während seines Studiums in Tübingen lernt Bernwald auch Gudrun Ensslin (Lena Lauzemis) kennen und lieben – der Beginn einer extremen Liebe, die Bernwald in den Drogenwahn und Gudrun Ensslin in den terroristischen Untergrund treibt...

Was wie die Vorgeschichte von "Der Baader Meinhof Komplex" anmuten mag, ist beim genauen Hinsehen ein völlig eigenständiges Werk, das die Charaktere ganz klar in den Vordergrund stellt. Der geschichtliche Hintergrund spielt zwar auch eine wichtige Rolle, wird aber eher im Handeln der Protagonisten und den Entwicklungen ihrer Charaktere widergespiegelt, als anhand von spezifischen dargestellten Ereignissen vermittelt. Natürlich bekommt der Zuschauer viele Informationen über die politische Situation in den 60ern geliefert, wobei Veiel sein Hintergrund als Dokumentarfilmer zu Gute kommt. Denn die einzelnen Akte seiner Geschichte werden durch dokumentarische Aufnahmen, untermalt von einem tollen 60er-Soundtrack, verbunden.

Durch diese Form der Inszenierung schafft es Veiel, einerseits ein authentisches Bild der 60er zu entwerfen und den Zuschauer mit für die Geschichte wichtigen Informationen zu versorgen, gleichzeitig aber auch seinen Figuren genügend Platz zu geben, sich entfalten zu können – etwas, was beim "Baader Meinhof Komplex" eher zu kurz gekommen ist. Die Leistungen der Darsteller kann dadurch auch besser gewürdigt werden. August Diehl stellt die Abwärtsspirale, in der Bernwald Vesper gefangen ist, stark und absolut glaubwürdig dar. Getragen wird der Film jedoch in erster Linie vom einnehmenden Spiel von Lena Lauzemis, die aus Gudrun Ensslin eine sehr vielschichtige Figur macht. Der einzige Vorwurf, der Lauzemis gemacht werden kann, ist, dass ihr zu lange die Sympathien der Zuschauer gehören, was natürlich dem, was im letzten Drittel des Films im Mittelpunkt steht, nicht gerade zuträglich ist.

"Wer wenn nicht wir" ist ein starkes Drama, das ohne falsche Nostalgie und mit starken Darstellern eine bewegende Liebesgeschichte erzählt, der von Anfang an kein Happy End bescheinigt ist. Es ist ein politischer, aber gleichzeitig auch tief menschlicher Film. Ein Arthaus-Drama, das von einem Land vor seinem politischen Umbruch erzählt. Ein Film, der gerade Jetzt ganz besonders aktuell wirkt und genau deshalb auch trotz kleiner Längen durchaus sehenswert ist!

Bild + Ton: Das sehr saubere Bild verfügt über eine atmosphärische Farbgebung, die den authentischen Charakter der Ausstattung unterstreicht. Auch die Gesamtschärfe kann überzeugen, nur bei der Detaildarstellung gibt es in dunkleren Momenten hier und da kleinere Punktabzüge. Beim Ton stehen Dialoge und der gute Soundtrack im Mittelpunkt und Beides erklingt dann auch stimmig abgemischt aus den Boxen. Hier und da sorgen einige gut eingesetzte Surround-Effekte und Umgebungsgeräusche für ein wenig Dynamik im Geschehen. Gut!

Extras: Das Bonusmaterial startet mit einem sehr interessanten Audiokommentar von Regisseur Andres Veiel und Produzent Thomas Kufus. Die Beiden unterhalten sich über den Dreh, die Probleme mit den Perücken der Darsteller, den Grund, warum eine von Veiels Lieblingsszenen aus dem Film geschnitten werden musste oder wo sich die Macher auch mal künstlerische Freiheiten erlaubt haben.

Neben drei Interviews (ca. 13 Min.) mit Veiel und seinen beiden Hauptdarstellern gibt es dann noch knapp 15 Minuten an sehenswerten geschnittenen Szenen. Im Kommentar erwähnt Veiel immer wieder, warum an manchen Stellen die Schere angesetzt werden musste und die Gründe sind durchaus nachvollziehbar. Dennoch verstecken sich im Schnittmaterial einige sehr schöne Charaktermomente, die dieses Extra absolut sehenswert machen.

Dazu kommt noch der Trailer, filmpädagogisches Begleitmaterial im pdf-Format zum download, sowie weitere Filmtipps des Anbieters. Zudem wird der Hauptfilm auch in einer Hörfilmfassung für Sehbehinderte angeboten. Die Blu-Ray hat zudem noch eine 60minütige Dokumentation über Andreas Baader zu bieten.

Fazit: "Wer wenn nicht wir" ist ein gutes Drama, das einige kleine Längen durch die starken Darsteller und die gute Regie locker wettmacht. Die DVD präsentiert sich technisch in guter Qualität, das Bonusmaterial ist übersichtlich, aber durchaus sehens- und hörenswert. Für Liebhaber anspruchsvollerer deutscher Dramen ist diese DVD daher: absolut empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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