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September 2018
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Where`s the Beer and when do we get paid

Where`s the Beer and when do we get paid

Deutschland 2012 - mit Jimmy Carl Black u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Dokumentarfilm
Regie:Sigrun Köhler und Wiltrud Baier (Böller & Brot)
Kinostart:29.08.2013
Produktionsland:Deutschland 2012
Laufzeit:ca. 90 Min.
FSK:ab 0 Jahren
Webseite:www.wheresthebeer.de/
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In der Band "Mothers of Invention" an der Seite von Frank Zappa war Jimmy Carl Black so etwas wie ein Superstar. Er galt als einer der besten Drummer der Welt und spielte vor ausverkauften Häusern. Doch nachdem Zappa die Band aufgelöst hatte, verschwand auch der Erfolg. Neben der Musik betrieb Black noch viele Jahre mit seinem Musikerkollegen Arthur Brown ein Maler-Unternehmen. Im Jahr 1997 merkte der Schlagzeuger bei einem Konzert in Traunstein, dass er scheinbar noch immer eine ganz besondere Wirkung auf seine weiblichen Fans hat. Denn vor der Bühne stand die 20 Jahre jüngere Moni, die ihn die ganze Zeit über anhimmelte. Und so kam es nach dem Konzert zu einem sehr privaten Stelldichein, wie es beim Leben auf Tour für viele Rockmusiker keine Seltenheit ist. Doch die Geschichte nahm bei Jimmy Carl Black, der früher auch gerne "The Indian oft he Group" genannt wurde, eine sehr ungewöhnliche Wendung: er heiratete seine Moni und zog zu ihr in das kleine bayerische Dorf Höpfling.

Wie lebt ein Musiker aus El Paso in der bayerischen Provinz? Wie fühlt es sich an, noch im Rentenalter auf Tour gehen zu müssen, um ein wenig Geld zu verdienen, da es selbst in der erfolgreichsten Phase seines Schaffens nie wirklichen Reichtum gab? Das sind Fragen, denen die als Böller & Brot bekannten Filmemacherinnen Sigrun Köhler und Wiltrud Baier in ihrer Dokumentation "Where`s the Beer and when do we get paid" nachgehen. Zwei Jahre lang haben sie Jimmy Carl Black bis zu seinem Tod im Jahr 2008 mit der Kamera begleitet, haben lange Gespräche mit ihm und seinen ehemaligen Weggefährten geführt und zahlreiche amüsante, aber auch bewegend ehrliche und ein wenig desillusionierende Momentaufnahmen eingefangen, die aber besonders eines zeigen: selbst vom Krebs gezeichnet und im Angesicht seines nahenden Todes hat Jimmy Carl Black seinen ganz speziellen Humor nie verloren.

Wenn sich Black etwa über die deutschen Synchronisationen amerikanischer Filme auslässt ("They can`t do John Wayne in Deutsch"), seine Liebe zu Tarantinos "Kill Bill" offenbart oder verrät, dass er jeden Tag eine Tasse Grünen Tee trinkt, weil seine Frau ihn dazu zwingt, obwohl er Tee eigentlich hasst, wenn er mit sehr trockenem Humor sein Fachwissen über Drumsticks mit der Kamera teilt oder beim Brennen und Verpacken seiner CDs darüber schimpft, dass die von Sony Maschinen haben, die diesen Sch… für sie erledigen, dann hat man als Zuschauer wirklich das Gefühl, einen sehr ehrlichen, unverfälschten Einblick in das Leben des Musikers geboten zu bekommen. Das mag in einigen Momenten auf den ersten Blick etwas belanglos wirken, denn es passiert einfach nicht wirklich viel. Doch es ist gerade diese nicht inszeniert anmutende, eher unspektakuläre Normalität, die den Charme der Dokumentation ausmacht.

Während einige andere Aspekte, wie die Interviews mit zwei anderen ehemaligen Mitgliedern der "Mothers of Invention", die sich nie an die Namen der Künstler erinnern können, über die sie etwas erzählen wollen, sehr amüsant und gelungen sind, erweist sich die Entscheidung, die Gespräche mit Einwohnern aus Höpfling ("Rockmusik? Ja, san mir bei die Junkies, oder was") nur unter längere Aufnahmen der bayerischen Naturidylle zu legen, auf die Dauer als etwas zäh und ermüdend. Der Kontrast zwischen dem Leben des alternden Rockmusikers und der provinziellen Hackbrett- und Zitter-Liebhaber kommt dadurch viel zu wenig zur Geltung.

Dennoch verfügt "Where`s the Beer and when do we get paid" am Ende über genügend Witz, Charme und Herz, um die Dokumentation ganz besonders für Fans des Musikers sehenswert zu machen. Aber auch allen anderen, die sich für kurzweilige, interessante und amüsante Porträts interessieren, kann diese Mischung aus Heimatfilm und Musikdokumentation durchaus ans Herz gelegt werden!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Where`s the Beer and when do we get paid (Deutschland 2012)"
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