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Who am I – Kein System ist sicher

Who am I – Kein System ist sicher

Deutschland 2014 - mit Tom Schilling, Elyas M`Barek, Wotan Wilke Möhring, Trine Dyrholm, Hannah Herzsprung u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Thriller
Regie:Baran bo Odar
Kinostart:25.09.2014
Produktionsland:Deutschland 2014
Laufzeit:ca. 103 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.whoami-film.de
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Wenn es um Programmiersprache geht, dann ist Benjamin (Tom Schilling) ein echter Profi. Doch in der Kommunikation mit echten Menschen versagt er seit jeher kläglich. Schon in der Schule war er für die Anderen immer unsichtbar, ein unbedeutender Niemand eben. Doch das scheint sich zu ändern, als er den charismatischen Max (Elyas M`Barek) kennen lernt. Die beiden jungen Männer sind komplette Gegensätze, doch eine Leidenschaft verbindet sie: das Hacken. Als Max Benjamins Talent erkennt, stellt er ihn seinen Freunden Stephan (Wotan Wilke Möhring) und Paul (Antoine Monot, Jr.) vor. Obwohl die auf den ersten Blick nicht verstehen können, was Max an dem schüchternen Jungen findet, schafft es Benjamin schnell, ihren Respekt zu gewinnen. Kurzerhand gründen die Vier die Hackergruppe CLAY, die mit provokanten Spaßaktionen bald zur Sensation im Internet wird. Doch bei MRX, dem Hacker-Idol von Max und Benjamin, ernten sie nur abfällige Kommentare. Um endgültig den Respekt von MRX zu gewinnen, planen CLAY eine waghalsige Aktion beim BKA. Doch ein kleiner Fehler lässt aus dem Spaß schnell Ernst werden und nicht nur Europol unter der Führung von Cybercrime-Ermittlerin Hanne Lindberg (Trine Dyrholm), sondern auch sehr viel gefährlichere Gegner heften sich an die Fersen von CLAY…

"Who am I – Kein System ist sicher" darf wohl zu Recht als größte und positivste Überraschung des deutschen Kinos im Jahr 2014 bezeichnet werden. Regisseur Baran bo Odar, der zuletzt mit dem großartigen Thriller "Das letzte Schweigen" begeistert hat, beweist gleich mit dem stylischen Vorspann, dass er mit seinem Cyber-Thriller auf internationalem Niveau mitspielen will. Und das gelingt ihm auch richtig gut. Denn er ist endlich einmal ein deutscher Regisseur, der visuell den Unterschied zwischen   großem Kino und Fernsehspiel und schauspielerisch zwischen Theaterbühne und Kinoleinwand erkannt zu haben scheint. Und er zeigt, dass deutsches Kino gleichzeitig clever und unterhaltsam sein kann. Tolle Darsteller, eine hervorragende Kameraarbeit und ein perfekt auf die Bilder abgestimmter Soundtrack machen "Who am I" zu perfekten Unterhaltungskino mit viel Spannung, Witz und jeder Menge Tempo.

Daraus, dass Filme wie "Fight Club" als Inspirationsquelle dienten, macht Baran bo Odar kein Geheimnis. Doch auch wenn es einige erkennbare Parallelen zu diesem und anderen Filmen gibt, so wirkt das Ganze nie wie ein uninspirierter Abklatsch. Denn der Regisseur spielt sehr geschickt mit der durch sich aufdrängende Vergleiche zu anderen Filmen entstehende Erwartungshaltung der Zuschauer. Immer dann, wenn man versucht ist zu sagen "Das ist ja genau wie bei XY", lenkt Baran bo Odar das Geschehen in eine neue Richtung. Auch wenn die finale Auflösung gerne etwas weniger erklärend hätte sein können, hinterlässt der Film doch insgesamt einen extrem positiven Gesamteindruck.

Dafür verantwortlich sind neben der clever konstruierten Story, dem genialen Schnitt und der atmosphärischen Kameraarbeit natürlich auch die Darsteller. Tom Schilling liefert eine extrem nuancenreiche Darstellung ab, die seiner mehrfach preisgekrönten Leistung aus "Oh Boy" absolut ebenbürtig ist. Elyas M`Barek macht aus Max einen extrem interessanten Charakter und Wotan Wilke Möhring zeigt, dass er auch dann überzeugen kann, wenn er mal ein wenig gegen seinen Typ besetzt ist. Und auch Antoine Monot, Jr. und Hannah Herzsprung stellen eine echte Bereicherung für das ohnehin schon erstklassige Ensemble dar. Einzig die Dänin Trine Dyrholm ("Das Fest") bleibt im direkten Vergleich ein wenig blass. Auf der anderen Seite passt ihre leicht hölzerne Darstellung gut zu der von ihr verkörperten Europol-Ermittlerin, weshalb es auch hier nicht wirklich etwas zu meckern gibt.

"Who am I – Kein System ist sicher" ist perfekte Kinounterhaltung. Cool, clever, spannend, amüsant und keine Sekunde langweilig. Bleibt zu hoffen, dass jetzt auch das Publikum die hohe Qualität des Cyber-Thrillers erkennt und dem Film der Erfolg vergönnt ist, den er verdient. Deshalb gibt es von mir auch ein mehr als verdientes: Unbedingt sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Who am I – Kein System ist sicher (Deutschland 2014)"
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