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Dezember 2018
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Wie der Wind sich hebt

Wie der Wind sich hebt

Japan 2013

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Kaze Tachinu
Genre:Animation, Drama, Romantik, Abenteuer
Regie:Hayao Miyazaki
Kinostart:17.07.2014
Produktionsland:Japan 2013
Laufzeit:ca. 127 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:www.universumfilm.de/kino
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Einer der ganz großen Meister des Trickfilms verabschiedet sich aus dem aktiven Filmgeschäft: Hayao Miyazaki, Gründer des legendären Gibli-Studios und Schöpfer von Meisterwerken wie "Chihiros Reise ins Zauberland" oder "Das wandelnde Schloss" legt mit "Wie der Wind sich hebt" seine letzte offizielle Regiearbeit vor. Der in erster Linie für seine fantasievollen, märchenhaften Animefilme bekannte Miyazaki überrascht bei seinem Schwanengesang mit einer sehr erwachsenen, historischen Geschichte, die er in gewohnt bildgewaltiger Manier, aber auch in gewöhnungsbedürftiger Langsamkeit erzählt.

Im Mittelpunkt der von realen Ereignissen inspirierten Geschichte steht der junge Flugzeugingenieur Jiro Horikoshi, den der Traum vom Fliegen schon seit frühester Kindheit gefangen genommen hat. Wie sein großes Vorbild, der Italiener Gianni Caproni, will Jiro eines Tages in einem Flugzeug, das er selbst designt hat, über Japan fliegen. Schon während seines Studiums in Tokio wird sein großes Talent erkannt und es dauert nicht lange, bis er zu einem der Eliteingenieure der Verteidigungsindustrie des Landes aufsteigt. Bald schon beginnt er, den traditionellen Flugzeugbau mit seinen Ideen zu revolutionieren und seinem ganz großen Traum näher zu kommen. Als er eines Tages die hübsche Nahoko, die er vor Jahren auf seiner ersten Zugfahrt nach Tokio kennen gelernt hatte, wieder trifft, erkennt er, dass es auch noch andere Dinge im Leben gibt, für die es sich lohnt, große Leidenschaft zu entwickeln. Doch das neu gefundene Glück droht bald schon wieder zu zerbrechen…

Die Traumsequenz, mit der "Wie der Wind sich hebt" beginnt, zeigt zum Abschied noch einmal den Hayao Miyazaki, wie ihn seine Fans kennen und lieben: fantasievoll, verspielt und bezaubernd. Gleichzeitig wirkt die Szene so, als wolle der Regisseur durch den doch recht deutlichen Bruch zwischen solchen Traumsequenzen und der von realen Ereignissen durchzogenen Geschichte ganz deutlich hervorheben, was für eine Art von Film sein letztes Werk nicht sein wird. Das große Kanto Erdbeben im Jahr 1923, politische Veränderungen im Land vor dem Zweiten Weltkrieg, die Weltwirtschaftskriese oder auch die Folgen des Kriegseintritts von Japan auf Jiros Arbeit und sein Leben sind eben nicht unbedingt Themen, die man von einem typischen Miyazaki-Film erwarten würde.

Doch gerade weil er die sehr dramatische, mitunter auch etwas traurige Geschichte immer wieder mit für ihn typischen Elementen versetzt und mit ein wenig Humor auflockert, wirkt "Wie der Wind sich hebt" am Ende doch durch und durch wie ein echter Miyazaki. Dabei gelingt es ihm auch wieder einmal hervorragend, das gerade in Deutschland leider noch viel zu weit verbreitete Vorurteil, dass Trickfilme automatisch auch Kinderfilme sind, zu widerlegen. Denn anders als etwa "Ponyo" ist "Wie der Wind sich hebt" ein sehr erwachsenes Werk, das nicht nur dramaturgisch, sondern auch von Look und Tempo von dem, was Kindern aktuell im Animationsbereich geboten wird, nicht weiter entfernt sein könnte.

Die Geschichte spielt in einem Zeitraum von mehreren Jahrzehnten. Miyazaki nimmt sich viel Zeit, um die Geschichte von Jiro, einem Konglomerat aus dem Flugzeugingenieur Jiro Horikoshi und dem Schriftsteller Tatsuo Hori, zu erzählen. Da bedarf es von Seiten der Zuschauer schon einer gewissen Geduld, denn einige Momente werden wirklich von deutlicher Langsamkeit dominiert. Doch es lohnt sich, sich auf das getragene Tempo und die umfangreiche Geschichte einzulassen. Denn dann erst wird deutlich, dass Miyazakis letzter Film wirklich ein kleines Meisterwerk und eine ganz große Ode an die Schönheit des Lebens geworden ist. "Wie der Wind sich hebt" zeigt auf wundervolle Weise, wie wichtig es ist, seinen Träumen zu folgen und seine Leidenschaft zu leben – etwas, das mit Sicherheit auch auf den Regisseur zutrifft. Wer die Filme von Hayao Miyazaki liebt und sich damit anfreunden kann, dass er dieses Mal eben kein fantasievolles Märchen erzählt, der sollte sich den erfolgreichsten japanischen Film des Jahres 2013 auf keinen Fall entgehen lassen. Absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Wie der Wind sich hebt (Japan 2013)"
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