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Mai 2018
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Wir wollten aufs Meer

Wir wollten aufs Meer

Deutschland 2011 - mit Alexander Fehling, August Diehl, Ronald Zehrfeld, Phuong Thao Vu, Sylvester Groth u.a

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Toke Constantin Hebbeln
Kinostart:13.09.2012
Produktionsland:Deutschland 2011
Laufzeit:ca. 116 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.wirwolltenaufsmeer.de/
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Rostock Anfang der 1980er: die Freunde Cornelis (Alexander Fehling) und Andreas (August Diehl) träumen von der großen weiten Welt, die sie als Matrosen der Handelsmarine der DDR entdecken wollen. Doch die Erfüllung dieses Traums bleibt den jungen Männern in den folgenden Jahren verwehrt. Das Meer sehen sie nur vom Hafen aus, an dem sie ihre Arbeit verrichten. Es gäbe nur eine Möglichkeit, um endlich an Bord eines Schiffes kommen zu können: Cornelis und Andreas müssten für die Stasi arbeiten. Widerwillig lässt sich Cornelis von seinem Kumpel dazu überreden, ihren Vorarbeiter Matze (Ronald Zehrfeld), der angeblich Fluchtpläne schmiedet, auszuhorchen. Doch obwohl Cornelis alle von der Stasi gewünschten Informationen bekommt, macht er im letzten Moment einen Rückzieher und entscheidet sich für die Loyalität zu dem frisch gebackenen Familienvater. Als dieser am nächsten Tag bei seinem Fluchtversuch aber dennoch gefasst wird, ist Cornelis klar, dass Andreas ihn verraten haben muss. Und plötzlich ist nicht nur ihre Freundschaft, sondern sein ganzes Leben nicht mehr so, wie es war...

"Wir wollten aufs Meer" ist das Kinodebüt von Toke Constantin Hebbeln, der 2007 für seinen Film "Nimmermeer" mit dem Studenten-Oscar ausgezeichnet worden ist. Mit seinem ersten Kinospielfilm beweist Hebbeln, dass er diesen Preis zu Recht verdient hat. Denn sein Drama ist, wenngleich auch nicht ganz frei von Klischees und kleineren Schwächen, ein sehr eindringlicher, spannender und bewegender Film geworden, der bekannte Versatzstücke zu einem einnehmenden Ganzen vermischt.

Dass Hebbeln Unterstützung von einigen sehr guten Darstellern erhalten hat, ist dabei ebenso von Vorteil, wie die gute Auswahl der Drehorte, die stimmige Ausstattung und die atmosphärische Kameraarbeit. Hebbeln und seinem Team gelingt es sehr gut, den Zuschauer in die Geschichte, die Zeit und die politische Stimmungslage, in der sie spielt, hinein zu ziehen. Das Gefühl von Ausweglosigkeit, die Andreas zu seinem Verrat und zu seiner Arbeit für die Stasi treibt, wird dabei ebenso nachvollziehbar, wie die Verzweiflung, die Cornelis verspürt, als er befürchten muss, dass er seine heimliche Freundin, die Vietnamesin Phuong Mai, niemals wieder sehen wird. Besonders intensiv aber sind die Szenen, die in dem Gefängnis spielen, in dem Cornelis seinen ehemaligen Vorarbeiter und Freund Matze wieder trifft. Das Gefühl von immer größer werdender Hoffnungslosigkeit, ständigem Misstrauen und Wut, das den Alltag der Männer hier regiert, wird Dank des intensiven Spiels der Darsteller, durch die gute Recherche der Autoren und Ausstatter und durch die intensive Kameraarbeit gut vermittelt.

Den positiven Seiten stehen allerdings auch ein paar nicht ganz so geglückte Aspekte gegenüber. So wirkt etwa das Spiel von Phuong Thao Vu arg hölzern und im direkten Vergleich mit dem von Alexander Fehling nur bedingt überzeugend. Auch könnte der Eindruck aufkommen, dass August Diehl und Sylvester Groth zu sehr auf einen bestimmten Rollentyp festgelegt sind, den sie hier nur marginal variiert präsentieren. Allerdings passen die beiden Schauspieler so gut in die entsprechenden Rollen und spielen sie auch extrem gut, dass dies nur geringfügig negativ zu Buche schlägt.

Auch dass sich der Film in einigen Momenten nicht ganz von den Klischees freimachen kann, die der Regisseur ansonsten so gut vermeidet, trübt das positive Gesamtbild ein wenig. Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass Hebbeln eben noch am Anfang seiner Karriere als Filmemacher steht. Und wenn er sein Potential, dass hier mehr als überzeugend durchscheint, in Zukunft noch weiter ausbauen kann, dann dürfen wir uns noch auf ein paar sehr gute Filme freuen.

Alles in allem ist "Wir wollten aufs Meer" ein gutes Drama mit sehr intensiven Momenten, aber eben auch mit einigen Schwachpunkten. Liebhaber von deutschem Arthaus-Kino und spannend inszenierten DDR-Fluchtgeschichten werden hier aber insgesamt gut bedient. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Wir wollten aufs Meer (Deutschland 2011)"
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