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August 2018
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Wüstentänzer – Afshins verbotener Traum von Freiheit

Wüstentänzer – Afshins verbotener Traum von Freiheit

Großbritannien 2014 - mit Reece Ritchie, Freida Pinto, Tom Cullen, Makram J. Khoury u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Desert Dancer
Genre:Drama
Regie:Richard Raymond
Kinostart:03.07.2014
Produktionsland:Großbritannien 2014
Laufzeit:ca. 104 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.wuestentaenzer.senator.de
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Schon als kleiner Junge hat Afshin Ghaffarian (Reece Ritchie) die Liebe zum Tanzen für sich entdeckt. Doch im Iran steht das Tanzen unter Strafe, was Afshin aber nicht am Träumen hindert. Als er während seines Studiums in Teheran über eine alternative Studentenszene Zugang zu ebenfalls verbotenen YouTube-Videos bekommt, wird seine Leidenschaft neu angefacht. Hier entdeckt er nicht nur Michael Jacksons legendären Moonwalk oder das Tanztheater von Pina Bausch, sondern auch Rudolf Nurejew, von dem ihm schon vor Jahren sein Lehrer Filmaufnahmen gezeigt hatte. Nun ist sich Afshin sicher: er will Tänzer werden, koste es, was es wolle. Gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten gründet er eine Untergrund-Tanzgruppe, die heimlich in einem abgelegenen Versteck probt. Doch irgendwann reicht Afshin das nicht mehr aus. Er will vor Publikum tanzen. Doch in der angespannten Situation vor den Präsidentschaftswahlen , bei der es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen radikalen Muslimen und Reformern kommt, wäre eine solche Aktion ein unkalkulierbares Risiko für alle Beteiligten. Doch Afshin will sich diesem Druck nicht beugen. Mit seinen Freunden und einem ausgewählten Publikum trifft er such mitten in der Wüste, 100 Kilometer von Teheran entfernt, um dort einen ganz besonderen Wüsten-Tanz aufzuführen. Doch er ahnt nicht, wie groß die Gefahr wirklich ist, die ihm, allen Tänzern und den Zuschauern durch die Moralpolizei droht…    

Als der britische Filmproduzent Richard Raymond einen Artikel über die Geschichte des iranischen Tänzers Afshin Ghaffarian, der in Paris im Exil lebt und dort 2010 seine eigene Tanzkompanie "Réformances" gegründet hat, sah er darin den perfekten Stoff für sein Debüt als Spielfilmregisseur. Nach vielen Stunden an Gesprächen mit Ghaffarian entwickelte Raymond gemeinsam mit Jon Croker auf der Basis dieser Interviews das Drehbuch zu "Wüstentänzer". Eine zentrale Rolle in der Geschichte sollte dabei auch Afshins große Liebe, die heroinabhängige Tänzerin Elaheh (Freida Pinto) einnehmen, die in den Augen von Raymond ein sehr gutes Sinnbild für den Iran zwischen Schönheit und Unterdrückung darstellte. Mit Unterstützung des gefeierten Choreografen Akram Khan, der schon an der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in London beteiligt war, wurden die Darsteller von Laien zu überzeugenden Tänzern geformt.

Es sind also viel Leidenschaft, Herzblut und hohe Ambitionen in dieses Projekt eingeflossen. Dem fertigen Film könnte allerdings vorgeworfen werden, dass er diese ergreifende Geschichte in einer etwas weichgespülten Version erzählt. Die aufgeheizte Stimmung im Land kurz vor den Wahlen im Jahr 2009 und die überall herrschende Furcht kommen tatsächlich auch weniger bedrückend und intensiv zur Geltung, wie etwa in dem dokumentarischen Film "The Green Wave". Gerade für Zuschauer, die bei einer solchen Geschichte harten, deprimierenden Realismus erwarten, könnte "Wüstentänzer" fast schon ein wenig zu seicht und zu stark an einem breiteren Massengeschmack orientiert sein.

Doch auf der anderen Seite funktioniert der Film gerade deshalb so gut, da sich Raymond darum bemüht hat, die Geschichte einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Sicherlich, den emotionalen Szenen fehlt es an Subtilität und einigen Szenen könnte eine gewisse Schwarzweiß-Malerei vorgeworfen werden. Doch der Verzicht auf alles dominierenden Schwermut macht es auch sehr viel leichter und angenehmer, sich dem Geschehen zu öffnen und sich von Afshins Traum von Freiheit verzaubern zu lassen. Es ist sehr angenehm, dass sich der Regisseur nicht im bei ähnlichen Geschichten oft bemühten Betroffenheitskino verliert, sondern auf einen gewissen Unterhaltungswert setzt, durch den sich dieser schöne Film eben nicht nur einer kleinen Gruppe von Arthausfilm-Enthusiasten eröffnen kann.

Wunderbar gespielt, spannend und mitreißend inszeniert, in schöne Bilder getaucht und von einem bewegenden Soundtrack untermalt ist "Wüstentänzer" ein wundervolles Plädoyer für Freiheit, Selbstbestimmung und Toleranz geworden, das nicht nur allen Liebhabern von anspruchsvollen Tanzfilmen wärmstens ans Herz gelegt werden kann. Absolut sehenswert! 

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Wüstentänzer – Afshins verbotener Traum von Freiheit (Großbritannien 2014)"
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