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X-Men: Erste Entscheidung – Blu-Ray

X-Men: Erste Entscheidung – Blu-Ray

USA 2011 - mit James McAvoy, Michael Fassbender, Jennifer Lawrence, Kevin Bacon, Rose Byrne, January Jones ...

Filminfo

Originaltitel:X-Men: First Class
Genre:Fantasy, Action, Abenteuer
Regie:Matthew Vaughn
Verkaufsstart:14.10.2011
Produktionsland:USA 2011
Laufzeit:ca. 131 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Anzahl der Disc:1 (+ DVD mit digitaler Copy)
Sprachen:Deutsch, Französisch (5.1 DTS), Englisch (5.1 DTS HD Master Audio)
Untertitel:Deutsch, Französisch, Englisch, Niederländisch
Bildformat:16:9 (2.35:1)
Extras:Making of, entfallene und erweiterte Szenen, Interaktiver Mutantendetektor, isolierte Filmmusik
Regionalcode:B
Label:20th Century Fox Home Entertainment
Webseite:www.XMEN-ErsteEntscheidung.de
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Amazon Link : X-Men: Erste Entscheidung – Blu-Ray

Film: Nach drei erfolgreichen Kinoabenteuern – den "Wolverine"-Ableger nicht mitgerechnet – wird es Zeit, den Beginn der Mutanten-Saga in Augenschein zu nehmen. "X-Men: Erste Entscheidung" zeigt dem Fan die Anfänge der X-Men, wie aus Charles Xavier Professor X und aus Erik Lehnsherr der gefürchtete Magneto wurde. Wer jetzt die Augen verdreht und glaubt, hier wieder einmal ein schwaches und überraschungsarmes Prequel vorgesetzt zu bekommen, der irrt gewaltig. Denn der Film von "Kick-Ass"-Regisseur Matthew Vaughn ist nicht nur eine großartige Comicverfilmung und ein erstklassiger Superhelden-Film, sondern vielleicht auch der bislang beste "X-Men" Film überhaupt.

Der Film beginnt genau so, wie Bryan Singers erster "X-Men", in einem Konzentrationslager, in dem der sehr junge Erik Lehnsherr erstmals seine Kräfte entdeckt, die später aus ihm Magneto machen werden. Diese Kräfte will sich der sadistische KZ-Arzt Dr. Schmidt (Kevin Bacon) zunutze machen und da er erkannt hat, dass Erik seine Kräfte im Zustand von Wut freisetzt, tötet er vor den Augen des Jungen dessen Mutter. Die Reaktion ist derart gewaltig, dass Erik seinen Schergen entfliehen kann – doch er schwört ewige Rache. Jahre später ist Erik (Michael Fassbender) noch immer auf der Suche nach Dr. Schmidt, der sich inzwischen Sebastian Shaw nennt und ein richtig mächtiger Gegner geworden ist. Gleichzeitig entdeckt der junge Charles Xavier (James McAvoy) gemeinsam mit seiner Verbündeten Raven (Jennifer Lawrence), dass sie nicht die einzigen Mutanten sind. Er versucht, möglichst viele Mutanten um sich zu scharen, um ihre Kräfte vereint im Kampf gegen das Böse einzusetzen. Auch Erik schließt sich diesem Kampf an. Zwischen ihm und Charles entsteht schnell eine Freundschaft – die aber schon bald auf eine harte Probe gestellt wird.

Nicht nur die zahlreichen Verweise auf die vorherigen "X-Men" Filme, inklusive einem sehr kurzen, aber einfach großartigen Gastauftritt eines sehr beliebten Mutanten, und die Ursprünge von beliebten Charakteren wie Mystique (wer zu oft blinzelt, könnte hier den Miniauftritt der späteren Mystique Rebecca Romijn verpassen) oder Hank, besser bekannt als Beast, zu beobachten machen dieses Prequel so sehenswert. Vielmehr ist es die Art, wie Matthew Vaughn eine gute Geschichte, ordentliche Spezial-Effekte und rasante Action durch seine offensichtliche Liebe zum Genre zu einem mehr als kurzweiligen Ganzen verbunden hat.

Besonders bei der Wahl der Darsteller bewies Vaughn ein glückliches Händchen. Gerade Michael Fassbender liefert als von Rachelust getriebener Erik Lehnsherr eine erstklassige Darstellung ab. Die Mischung aus Coolness und Wut an der Grenze des Wahnsinns machen Magneto zum wohl interessantesten Charakter des Films. Doch auch wenn Fassbender hier seinen Kollegen die Show stiehlt, so spielt er sich nie bewusst in den Vordergrund und lässt auch den anderen Darstellern genügend Raum, um mit erstklassigen Leistungen zu glänzen. Das gilt besonders für James McAvoy, der sich als Charles Xavier mit vollem Haar und ohne Rollstuhl, dafür aber gerade zu Beginn mit einem noch nicht ganz abgelegten Lausbuben-Charme deutlich von Patrick Stewards Darstellung des Professor X unterscheidet. Bei beiden Charakteren ist so der Wandel, den sie im Laufe dieser Geschichte durchmachen, absolut nachvollziehbar. Sie sind eben noch nicht die Figuren, die wir aus den anderen Filmen kennen. Dass hier nicht krampfhaft versucht wird, die Darstellung der älteren Vorgänger zu kopieren, gibt den Charakteren eine Vielseitigkeit und Tiefe, die viele andere Vertreter des Genres leider vermissen lassen.

Neben Fassbender und McAvoy sollten aber auch noch einige andere Darsteller erwähnt werden, die "X-Men: Erste Entscheidung" rein aus schauspielerischer Sicht zu einem großen Vergnügen machen. Neben Shooting-Star Jennifer Lawrence ("Der Biber", "Winter`s Bone"), die als Raven, später bekannt als Mystique, ganz neue Seiten der Formwandlerin zeigen darf, überzeugen vor allem Nicholas Hoult ("About a Boy"), der als Beast besonders gut den inneren Kampf der Mutanten verdeutlicht, January Jones, die ganz im Gegensatz zum Namen ihres Charakters Emma Frost bei einigen (männlichen) Zuschauern eher für Schweißausbrüche sorgen dürfte, und natürlich Kevin Bacon als sadistischer Bösewicht. Bacon stellt einmal mehr seine Vielseitigkeit unter Beweis, wobei ihm die Freude an dieser fiesen Figur deutlich anzumerken ist.

Die Idee, die Geschichte im Kontext der Kuba Krise anzusiedeln, erweist sich ebenfalls als gute Entscheidung. Der reale Hintergrund intensiviert die Spannung und gibt der ohnehin schon guten Story noch die richtige Würze. Bedenkt man die Bedeutung der 1960er nicht nur für die USA, so ist dieser Zeitpunkt für das erste öffentliche Auftauchen der Mutanten sehr gut gewählt. Neben den guten Darstellern stimmt also auch die Geschichte. Bedeutet das etwa, dass der Film zumindest für Fans des Genres perfekt ist? Nein, das mit Sicherheit nicht. Viele der Nebenfiguren etwa kommen einfach zu kurz und auch nicht alle Effekte können voll und ganz überzeugen. Doch im Falle von "X-Men: Erste Entscheidung" ist das Jammern auf hohem Niveau. Denn die positiven Aspekte sind so stark, dass man sich als Zuschauer, sofern man noch nicht vom allgegenwärtigen Zynismus beherrscht wird, derart in dem unterhaltsamen Geschehen verliert, dass einem die Fehler – wenn überhaupt – erst im Nachhinein nach langen Überlegungen bewusst werden.

"X-Men: Erste Entscheidung" ist großartiges Popcorn-Kino und einer der selten Fälle, in denen eine Fortsetzung/Remake/Prequel das Niveau der Vorgänger/des Originals locker halten oder sogar übertreffen kann. Gute Darsteller, eine temporeiche Inszenierung und eine spannende Geschichte machen diese Reise zu den Anfängen der X-Men zu einem Muss für alle Fantasy-, Action- und Comic-Fans. Pures Spaßkino der besten Sorte und daher auch: Absolut empfehlenswert!

Bild + Ton: Technisch kann die Blu-Ray voll und ganz überzeugen. Das Bild ist sauber, die Detailschärfe liegt auf hohem Niveau und auch die mitunter leicht veränderte Farbgebung und die mitunter (gewollt) überzeichneten Kontraste machen das Bild zu einem echten Vergnügen. Gleiches gilt auch für den Ton, der gerade bei den zahlreichen Soundeffekten seine volle Wucht entfalten kann und für viel Dynamik im Heimkino sorgt. Sehr gut!

Extras: Auch wenn es nicht alle Extras der US-Blu-Ray auf die deutsche Scheibe geschafft haben, so kann sich das Bonuspaket durchaus sehen lassen. Während der interaktive Mutantendetektor "Cerebro" Fans erlaubt, etliche Zusatzinfos zu den einzelnen Mutanten des Films abzurufen, bietet das mehrteilige, knapp 70minütige Making of einen umfassenden und sehr unterhaltsamen Blick hinter die Kulissen des Blockbusters. 14 Minuten an sehenswerten entfallenen Szenen, die trotz einiger guter Momente dem fertigen Film aber nicht wirklich fehlen, und die Möglichkeit, den Film mit isolierter Filmmusik anzusehen, runden das sehenswerte Bonuspaket ab.

Fazit: "X-Men: Erste Entscheidung" ist bestes Popcorn-Kino, große Fantasy-Unterhaltung und einfach ein richtig guter Film. Die Blu-Ray ist technisch sehr gut umgesetzt, das Bonusmaterial ist unterhaltsam, informativ und sehenswert. Daher gilt: für Fans der "X-Men"-Filme und gut gemachter Fantasy-Unterhaltung ist diese Scheibe absolut empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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