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September 2018
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#Zeitgeist

#Zeitgeist

USA 2014 - mit Adam Sandler, Jennifer Garner, Ansel Elgort, Kaitlyn Dever, Judy Greer u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Men, Women & Children
Genre:Drama, Tragikomödie
Regie:Jason Reitman
Kinostart:11.12.2014
Produktionsland:USA 2014
Laufzeit:ca. 120 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.Zeitgeist-derFilm.de
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In einer Zeit, in der Jeder mit Jedem über das Internet verbunden ist, in der es wichtiger ist, dass man mehr Freunde auf Facebook als im echten Leben hat, in der man seine Beliebtheit an YouTube-Klicks oder WhatsApp Nachrichten misst, ist die Einsamkeit in unserer Gesellschaft größer denn je. Im Ehebett wird nur noch das iPad und nicht mehr der Körper des Ehepartners gestreichelt. Jugendliche kommunizieren den ganzen Tag miteinander, ohne sich wirklich etwas zu sagen und fühlen sich daher mit ihren echten Problemen oft vollkommen alleine gelassen. Und anstatt unsere Umwelt wirklich wahrzunehmen und die wichtigen Dinge des Lebens zu genießen, laufen wir mit auf das Smartphone gesenktem Blick durch die Hektik des digitalen Alltags. Das Phänomen des Mangels an echter Kommunikation und realer Nähe in einer vernetzten Welt, die uns angeblich alle Möglichkeiten bietet, steht im Mittelpunkt von "#Zeitgeist", dem neuesten Film von Jason Reitman ("Juno", "Up in the Air").

Basierend auf dem Kultroman "Men, Women & Children" von Chad Kultgen taucht der Film in das Leben von sieben Familien in einer kleinen Vorstadt von Austin, Texas, ein. Es sind Leben, die scheinbar unabhängig voneinander nebenher laufen, in der sich Jungs in die Fantasiewelt von "World of Warcraft" flüchten, ein frustrierter Vater seine sexuelle Erfüllung über Internet-Pornografie zu erlangen versucht und eine überbesorgte Mutter jeden Schritt ihrer Tochter über Handy-Ortung und Internet-Spionagesoftware verfolgt, während eine andere aufreizende Fotos ihrer Tochter im Netz vermarktet. Auf den ersten Blick überschneidet sich der Alltag dieser Familie nur oberflächlich in einigen Momenten. Doch am Ende zeigt sich, dass das wahre Leben manchmal noch stärker miteinander vernetzt ist, als die virtuelle Welt…

"#Zeitgeist" schafft es in vielen Momenten sehr gut, seine Botschaft auf mal humorvolle, mal emotionale Art zu vermitteln. Die schauspielerischen Leistungen liegen dabei auf sehr hohem Niveau, wobei besonders gut gefällt, dass Adam Sandler endlich mal wieder zeigen darf, dass er in ernsthaften Rollen richtig starke Leistungen abliefern kann. Aber auch Jennifer Garner als Mutter mit übertriebenem Kontrollzwang oder die Nachwuchsschauspieler Ansel Elgort ("Das Schicksal ist ein mieser Verräter") und Kaitlyn Dever ("Justified", "Bad Teacher") machen den Film auf der schauspielerischen Ebene zu einem echten Hochgenuss. Der wird durch das Drehbuch an vielen Stellen noch intensiviert. Denn die Dialoge sind mitunter äußerst clever und auch sehr humorvoll, wodurch die oftmals schwere Geschichte angenehm aufgelockert wird.

Auch an der Bildsprache und dem diese untermalenden Soundtrack gibt es nichts zu meckern. Gerade durch die Kombination aus Bildern und Musik gelingt es Reitman in einigen Momenten ganz hervorragend, dem Zuschauer die Gefühlswelt seiner Charaktere offenzulegen. Es sind genau diese Szenen, die zeigen, welches Potential in der Thematik und auch in der Buchvorlage steckt. Doch leider kann Reitman eben dieses Potential nur stellenweise voll ausschöpfen. Sein größtes Problem ist, dass er zu viele Längen zulässt, durch die jede dramaturgische Intensität arg verwässert wird. Sicherlich hat jeder Handlungsstrang seine Stärken, die in einem über 300 Seiten starken Roman auch genügend Platz zur Entfaltung haben. Komprimiert auf eine Laufzeit von knapp zwei Stunden müssen aber zwangsläufig einige tiefergehenden Aspekte gekürzt oder ganz weggelassen werden, was dann dazu führt, dass an sich interessante Themen wie der Handlungsstrang um Donna (Judy Greer), die sich für ihre Tochter Hannah (Olivia Crocicchia) etwas zu sehr die ganz große Karriere wünscht oder der um einen Jungen, der derart abgestumpft durch Internet-Pornografie ist, dass er für echte Zärtlichkeit nicht mehr empfänglich ist, etwas oberflächlich wirken.

Jason Reitman hat einen absolut ambitionierten Film inszeniert, der viele großartige Momente hat und genügend Stoff zum Nachdenken bietet. Doch am Ende wird deutlich, dass hier weniger – sowohl in Sachen Laufzeit, als auch in Hinsicht auf die Anzahl der Handlungsstränge – deutlich mehr gewesen wäre. Wer über die kleinen Schwächen und zähen Momente hinwegsehen kann, der bekommt aber ein großartig gespieltes, visuell erstklassig inszeniertes und dramaturgisch hoch interessantes Drama geboten, für das es am Ende dann doch noch ein klares "Sehenswert" gibt!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "#Zeitgeist (USA 2014)"
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