Blumenschau: Urban Gardening

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Palmengarten, Galerie am Palmenhaus
Event-Termine:
Wo:
Palmengarten, Galerie am Palmenhaus
Siesmayerstraße 63
60323 Frankfurt am Main

ffm. Nicht neu, aber aktueller denn je: In der ersten Blumenschau seines Jubiläumsjahres widmet sich der Palmengarten dem Thema Urban Gardening. Von Donnerstag, 9., bis Sonntag, 19. September, zeigen die Garten-Experten in der Galerie am Palmenhaus, wie jeder selbst zum Gärtner werden kann und welche positiven Effekte das Gärtnern in der Stadt insbesondere für Insekten hat. Und dass dafür sogar ein Sack Erde reicht.

Urban Gardening – also Gartenbau in der Stadt – ist Trend. Doch die Idee dahinter ist gar nicht neu: „Als die Menschen in der Zeit der Industrialisierung scharenweise in die Stadt zogen, fehlte es zunächst an der Versorgung mit Obst und Gemüse. Eine Lösung lag auf der Hand: Selbstversorgung über kleine Gartengrundstücke, die die Arbeiterinnen und Arbeiter selbst bestellten“, sagt Palmengarten-Direktorin Katja Heubach. „Etwa 1860 kamen die ‚Schrebergärten‘ hinzu. Sie waren ursprünglich dazu gedacht, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zum Spielen unter freiem Himmel zu geben und ihre Eltern über erzieherische Fragen aufzuklären.“ Heute ist Deutschland ein Land der Kleingärtner: Rund fünf Millionen Bundesbürger frönen dem urbanen Gärtnern.

Das moderne Urban Gardening ist seit etwa 20 Jahren populär in Deutschland. Seine Ursprünge findet man in den 1970er Jahren in New York und den 1980er Jahren auf Kuba. In den USA wollten die Aktivistinnen und Ajtivisten die Lebensbedingungen in vernachlässigten Stadtvierteln verbessern, indem sie Hinterhöfe, Baulücken, Dächer und Randstreifen begrünten. In Kuba mussten die Menschen aus der Not heraus – die Sowjetunion hatte die Erdöllieferung eingestellt – auf eine postfossile Landwirtschaft umstellen, um das Überleben in den Städten sicherzustellen.

Ob in Gemeinschaftsgärten, auf dem Balkon oder der Terrasse – beim Urban Gardening setzt der Platz die Grenzen. Hochbeete, Kartoffeln aus der Tonne, vertikales Gärtnern oder der Anbau direkt im Blumenerde-Sack sind die Mittel der Wahl. Das Tolle daran: Man erntet, was man selbst gesät hat. Man tut etwas fürs Stadtklima. Und man sorgt dafür, dass Insekten ausreichend Futter finden: Ein Kübel oder Balkonkasten mit Küchenkräutern versorgt nicht nur die Gärtnerinnen und Gärtner, sondern wird auch von Insekten gerne angeflogen. Thymian, Rosmarin, Lavendel, Salbei, Minze, Oregano, Beeren aller Art sind nicht nur bei uns Menschen beliebt. Und auch die Blüten von Möhre, Radieschen, Rucola und Brokkoli stehen bei Bienen, Hummeln und Co. hoch im Kurs.

Neben vielen handfesten Tipps zeigt die Spätsommer-Blumenschau auch ganz besondere Nistplätze für Insekten: Sechs Skulpturen der „Edenmenschen“-Reihe des Frankfurter Künstlers Achim Ripperger, aus Baumstämmen geschnitten und mit Bohrlöchern versehen, finden sich zwischen Sonnenblumen, Dahlien und indischem Blumenrohr.

„Das Thema der diesjährigen Ausstellung verweist gleichsam auf unser Leitthema ‚Blüten- und Bestäuberökologie‘, das wir anlässlich der Eröffnung unseres neuen Blüten- und Schmetterlingshauses ausgerufen haben“, sagt Heubach.  „Wir alle wissen inzwischen, wie unabdingbar Insekten für die ökologischen Kreisläufe und besonders auch uns Menschen sind. Und auch, dass jeder etwas tun kann, damit die Sechsbeiner sich wohlfühlen und vermehren. Platz ist auf der kleinsten Fensterbank – unsere Urban Gardening-Schau bietet unseren Gästen viele Anregungen, wie das Gärtnern in der Stadt gelingen kann. Und auch bei unseren Spätsommer-Aktionstagen am 10. und 11. September liefern wir viele insektenfreundliche Umsetzungsideen.“

September 2021
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