Chronicle – Wozu bist Du fähig?

Chronicle – Wozu bist Du fähig?

USA 2011 - mit Dane Dehaan, Alex Russell, Michael B. Jordan, Ashley Hinshaw, Michael Kelly u.a

Filminfo

Originaltitel:Chronicle
Genre:Fantasy, Drama, Action
Regie:Josh Trank
Kinostart:19.04.2012
Produktionsland:USA 2011
Laufzeit:ca. 84 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.Chronicle-derFilm.de
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Mit dem großen Erfolg von "The Blair Witch Project" war ein neues Subgenre geboren, das sich gerade im Horrorsujet großer Beliebtheit erfreut: der so genannte "Found Footage" Film, der angeblich authentisches, irgendwo entdecktes Filmmaterial zeigt. Ob "[rec]", "Cloverfield", "Apollo 18" oder nicht zuletzt die enorm populäre "Paranormal Activity"-Reihe, immer wieder setzten Filmemacher den vermeintlich realistisch anmutenden Stil mal mehr, mal weniger effektiv ein, um den Zuschauer zu überraschen, zu erschrecken und aufs Beste zu unterhalten. Doch wie so oft bei einem kleineren Subgenre wie diesem nutzt sich das Ganze mit der Zeit deutlich ab. Doch zu Grabe tragen sollte man die "Found Footage" Filme noch lange nicht. Denn wie nun Josh Trank mit "Chronicle" beweist, dass man dieser Art des Filmemachens durchaus noch neue Seiten abgewinnen kann.

Der Superheldenthriller der etwas anderen Art erzählt die Geschichte des Teenagers Andrew (Dane Dehaan), einem Einzelgänger, der das Leben meist durch eine Videokamera betrachtet. Als er eines Abends gemeinsam mit seinem Cousin Matt (Alex Russell) und dessen Kumpel Steve (Michael B. Jordan) ein merkwürdiges Loch in der Erde erkundet, erleiden die Drei im wahrsten Sinne des Wortes einen Filmriss. Kurze Zeit später stellen sie fest, dass sie plötzlich über telekinetische Fähigkeiten verfügen. Zunächst machen sie sich aus der Fähigkeit, Dinge nur mit Hilfe ihres Geistes bewegen zu können, einen großen Spaß. Und Andrew hat das erste Mal in seinem Leben das Gefühl, etwas Besonderes zu sein und echte Freunde zu haben. Doch je stärker ihre Kräfte werden, desto weniger scheint Andrew die Kontrolle über sein Verhalten behalten zu können. Und bald schon droht die Situation gefährlich zu eskalieren…

Zu Beginn scheint es so zu sein, als würde sich Josh Trank nur gängiger Klischees bedienen. Die drei Hauptfiguren werden dem Zuschauer als recht eindimensionale Stereotypen vorgestellt und auch die Geschichte bewegt sich in den ersten Minuten auf recht ausgetretenen Pfaden. Doch das ändert sich drastisch, sobald die drei Jungs ihre Superkräfte erlangt haben. Zunächst verhalten sich die drei Jungs genau so, wie sich wohl jeder Teenager verhalten würde, der übernatürliche Kräfte an sich entdecken würde. Man experimentiert herum, erlaubt sich so manchen Scherz und gewinnt angesichts der neu erworbenen Fähigkeiten enorm an Selbstvertrauen. Doch dass dies bald in gefährlichen Übermut ausarten kann, sorgt nach dem eher behäbigen Anfang für einen großartigen Spannungsaufbau. Gerade Andrew, der von seinen Mitschülern oft gehänselt worden ist, von seinem Vater geschlagen wurde und der mit ansehen muss, wie seine Mutter mit dem Tod kämpft, verändert sich durch seine Kräfte drastisch, was ihn ohne Frage zur interessantesten Figur des Films macht.

Es war eine gute Idee von Trank, gleich zu Beginn zu etablieren, dass Andrew oft und gerne Dinge mit seiner Kamera aufnimmt. So ist klar, dass sich der Junge zumindest gut genug damit auskennt, um die Kamera meist relativ ruhig zu halten und, wenn er sie später mit Kraft seines Geistes bewegen kann, auch die richtigen Kamerawinkel auswählt, um das Geschehen möglichst effektiv einzufangen. Dadurch erhält der Film gerade im Vergleich zu anderen Werken des Genres einen ganz speziellen Look, der für den Zuschauer aufgrund der deutlich reduzierten Wackel-Kameraoptik sehr viel erträglicher ist, als das bei vielen anderen "Found Footage" Werken der Fall ist.

Einen sehr guten Eindruck hinterlassen auch die Spezialeffekte, die gerade mit Blick auf das verhältnismäßig geringe Budget (ca. 12 Millionen Dollar) mit kleinen Abstrichen extrem gut umgesetzt worden sind. Gerade beim Finale gibt es einige spektakuläre Momente zu sehen, die sich hinter den Effekten deutlich teurerer Superheldenfilme nicht verstecken brauchen.

Ob als origineller Superheldenfilm, als Coming-of-Age Drama oder als "Found Footage"-Thriller,  "Chronicle" kann auf ganzer Linie überzeugen. Mag sein, dass manchem Zuschauer gerade der etwas getragen inszenierte Anfang zu langatmig daher kommt und damit auch den Unterhaltungswert insgesamt drückt. Doch wer statt Action und Effekte lieber Story und Charaktere im Vordergrund stehen sieht, der sollte sich diesen Film auf keinen Fall entgehen lassen. Absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Chronicle – Wozu bist Du fähig? (USA 2011)"
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