Milliardeninvestition in Höchst, weitreichende Umbaupläne für die Goethe-Universität, neue Innenstadtwache und erhebliche Einschränkungen im Bahnverkehr: Das sind die wichtigsten Nachrichten aus Frankfurt.
Was hat Frankfurt in dieser Woche beschäftigt? In Höchst fiel der Startschuss für eines der größten Industrieprojekte der kommenden Jahre, an der Goethe-Universität sorgen einschneidende Sparpläne für Diskussionen und die Frankfurter Stadtpolizei hat eine neue Anlaufstelle in der Innenstadt eröffnet. Dazu gibt es erfreuliche Nachrichten von einer Hilfsinitiative, die nach einem verheerenden Brand wieder Spenden in die Ukraine schicken kann.
Und auch am Wochenende steht einiges an: Der Frankfurt Marathon bringt einen neuen Teilnehmerrekord, gleichzeitig müssen sich Autofahrer und Bahnreisende auf zahlreiche Einschränkungen einstellen.
Wir haben für euch die wichtigsten Nachrichten und Entwicklungen aus Frankfurt vom 19. bis 25. Oktober 2026 zusammengestellt.
1. Zwei Milliarden Euro für Frankfurt: Sanofi beginnt mit dem Bau einer neuen Insulinfabrik
Es ist eine der größten Industrieinvestitionen, die Frankfurt seit Jahren erlebt: Der französische Pharmakonzern Sanofi hat am Montag, den 19. Oktober, offiziell mit dem Bau einer neuen Insulinproduktionsanlage im Industriepark Höchst begonnen.
Rund zwei Milliarden Euro investiert das Unternehmen in das Projekt. Auf einer Fläche von etwa 36.000 Quadratmetern, das entspricht ungefähr fünf Fußballfeldern, entsteht eine der modernsten Produktionsanlagen für Insulin in Europa. Automatisierte Fertigungsprozesse, digitale Technologien und Künstliche Intelligenz sollen dabei eine zentrale Rolle spielen.
Die Fabrik soll 2029 baulich fertiggestellt und 2032 in Betrieb genommen werden. Bund, Land Hessen und die Stadt Frankfurt unterstützen das Projekt mit Fördermitteln von insgesamt bis zu 400 Millionen Euro.
Für Frankfurt geht es dabei um weit mehr als eine neue Produktionsstätte. Der Standort Höchst gehört zu den wichtigsten Standorten von Sanofi weltweit. Rund 4.000 Beschäftigte arbeiten dort entlang der Insulinproduktion. Der Neubau soll die Arzneimittelversorgung langfristig absichern und zusätzliche hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen.
2. Goethe-Universität vor großem Umbau: Zahl der Fachbereiche soll deutlich sinken
An der Frankfurter Goethe-Universität wird über eine grundlegende Neuausrichtung diskutiert. Hintergrund sind die Sparvorgaben des Landes Hessen, die die Hochschulen in den kommenden Jahren finanziell erheblich belasten.
Das Universitätspräsidium hat dazu ein umfangreiches Rahmenkonzept unter dem Titel „Goethe-Universität 2031+“ vorgelegt. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Frankfurter Rundschau zuerst berichteten, sieht der Entwurf unter anderem vor, die bislang 16 Fachbereiche auf sieben zu reduzieren. Auch rund 60 der derzeit mehr als 600 Professuren könnten langfristig entfallen.
Die Hochschulleitung betont, dass es sich zunächst um Vorschläge handelt. Beschlüsse sind noch nicht gefasst.
Die Pläne stoßen allerdings bereits auf deutliche Kritik. Vertreter der Studierenden und Beschäftigten bemängeln, dass sie in die bisherigen Überlegungen nicht ausreichend einbezogen worden seien. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft warnt vor möglichen Folgen für die Qualität von Forschung und Lehre.
Für die mehr als 40.000 Studierenden der Universität steht damit eine wichtige Frage im Raum: Wie wird sich das Studienangebot in Frankfurt in den kommenden Jahren verändern? Die Diskussion darüber hat gerade erst begonnen.
3. Frankfurt Marathon mit Teilnehmerrekord: Am Sonntag wird die Stadt zur Laufstrecke
Frankfurt steht vor einem sportlichen Großereignis. Am Sonntag, den 25. Oktober, findet die 43. Ausgabe des Mainova Frankfurt Marathons statt. Mit 19.676 gemeldeten Marathonläufern verzeichnet die Veranstaltung einen neuen Teilnehmerrekord. Über alle Wettbewerbe hinweg werden mehr als 30.000 Teilnehmer erwartet.
Der Start erfolgt ab 10.00 Uhr an der Friedrich-Ebert-Anlage. Die 42,195 Kilometer lange Strecke führt durch zahlreiche Frankfurter Stadtteile, unter anderem durch die Innenstadt, entlang des Mains und bis in den Westen der Stadt. Ziel ist traditionell die Festhalle, wo die Läufer über den roten Teppich einlaufen.
Mit mehr als 60 Musikgruppen und zahlreichen Aktionspunkten entlang der Strecke wird der Marathon auch für Zuschauer wieder zu einem großen Ereignis.
Für alle, die am Sonntag nicht selbst laufen, hat die Veranstaltung allerdings erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr.
Bereits ab 5.00 Uhr beginnen erste Straßensperrungen, darunter an der Friedrich-Ebert-Anlage. Viele weitere Straßen werden im Tagesverlauf zeitweise gesperrt. Zahlreiche Bus- und Straßenbahnlinien fahren zwischen etwa 6.30 und 18.30 Uhr nur eingeschränkt oder werden umgeleitet.
S- und U-Bahnen bleiben dagegen weitgehend regulär unterwegs und sind für Fahrten durch Frankfurt die bessere Wahl. Für Fragen zu Sperrungen hat der Veranstalter unter 069/370046860 ein Bürgertelefon eingerichtet, das am Samstag von 13.00 bis 18.00 Uhr und am Sonntag von 7.30 bis 16.30 Uhr erreichbar ist.
4. Bauarbeiten am Frankfurter Bahnknoten: Regional- und Fernzüge fallen aus
Wer in den kommenden Tagen mit der Bahn unterwegs ist, sollte seine Verbindung besonders sorgfältig prüfen. Seit Freitag, den 23. Oktober, laufen umfangreiche Bauarbeiten am Bahnknoten Frankfurt-Stadion. Sie dauern voraussichtlich bis zum 2. November.
Die Deutsche Bahn baut die Zulaufstrecken zum Frankfurter Hauptbahnhof weiter aus. Ziel ist es, S-Bahn-, Regional- und Fernverkehr künftig besser voneinander zu trennen. Dazu entstehen zusätzliche Gleise und eine weitere Eisenbahnbrücke über den Main.
Während der Arbeiten kommt es allerdings zu erheblichen Einschränkungen.
Besonders betroffen ist die S7, die bis zum 30. Oktober zwischen Frankfurt-Stadion und Frankfurt Hauptbahnhof ausfällt. Auch auf den Regionalexpresslinien RE2, RE3 und RE70 sowie bei mehreren Regionalbahnverbindungen sind Zugausfälle, Umleitungen und geänderte Halte vorgesehen.
Einige Fernverkehrszüge werden ebenfalls umgeleitet oder halten ersatzweise am Frankfurter Südbahnhof statt am Hauptbahnhof.
Wer zum Flughafen, nach Mainz oder in Richtung Südhessen unterwegs ist, sollte vor der Abfahrt die Verbindung im DB Navigator oder in der RMVgo-App kontrollieren. Die Einschränkungen betreffen unterschiedliche Streckenabschnitte und Zeiträume.
5. Nach verheerendem Lagerbrand: Frankfurter Ukraine-Hilfe schickt wieder Spenden auf den Weg
Vor zwei Wochen hatte ein Feuer im Dornbusch einen Großteil der Hilfsgüter der Initiative „Frankfurt for Ukraine“ zerstört. Nun gibt es eine erfreuliche Entwicklung: Trotz des hohen Schadens konnte am Freitag, den 23. Oktober, wieder ein Hilfstransport in Richtung Ukraine aufbrechen.
Möglich wurde das durch eine große Welle der Hilfsbereitschaft. Zahlreiche Menschen aus Frankfurt und der Region spendeten erneut Sachgüter oder boten ihre Unterstützung an.
Der aktuelle Transport bringt knapp 14 Tonnen Hilfsgüter nach Charkiw. Dazu gehören unter anderem Medikamente, Decken, Schlafsäcke, Heizgeräte, Werkzeuge und Ausrüstung für Feuerwehr- und Rettungskräfte.
Organisiert und finanziert wird der Transport vom hessischen Innenministerium. Für die Initiative ist es ein wichtiger Schritt, nachdem sie innerhalb weniger Stunden einen Großteil ihrer Lagerbestände verloren hatte.
Die Ermittlungen zur Brandursache dauern unterdessen an. Die Polizei geht weiterhin von vorsätzlicher Brandstiftung aus, auch der Staatsschutz ist eingeschaltet. Ein politisches Motiv ist bislang nicht bestätigt.
Eine neue dauerhafte Lagerfläche hat der Verein noch nicht gefunden. Die weitere Unterstützung bleibt deshalb wichtig.
6. Neue Innenstadtwache eröffnet: Stadtpolizei jetzt mitten in Frankfurt erreichbar
Frankfurt hat eine neue Anlaufstelle für Sicherheit und Ordnung bekommen. Am Mittwoch, den 21. Oktober, wurde die neue Innenstadtwache der Stadtpolizei in der Stiftstraße 9–11 offiziell eröffnet.
Der Standort liegt nur wenige Gehminuten von der Zeil, der Hauptwache und der Konstablerwache entfernt. Auf gut 300 Quadratmetern stehen der Stadtpolizei künftig moderne Arbeitsräume, ein Empfangsbereich für Bürger und zusätzliche Besprechungs- und Einsatzräume zur Verfügung.
Die neue Wache soll vor allem die Präsenz der Stadtpolizei in der Innenstadt verbessern. Täglich sollen von dort aus fünf Streifen ihre Einsätze beginnen. Für Frankfurter und Besucher gibt es außerdem eine zentrale Anlaufstelle, um Probleme zu melden oder Fragen an die Stadtpolizei zu richten.
In den Sommermonaten ist die Wache bis zu 41 Stunden pro Woche für den Publikumsverkehr geöffnet. Die Öffnungszeiten werden im Winter angepasst.
Mit einem Mietvertrag über zunächst 25 Jahre setzt die Stadt auf eine langfristige Präsenz am neuen Standort. Besonders rund um die Zeil und das angrenzende Regenbogenviertel soll die zusätzliche Erreichbarkeit der Stadtpolizei das Sicherheitsgefühl verbessern.
7. Römerberg wird für zwei Tage gesperrt: Schirn-Sanierung geht in die nächste Phase
Wer Anfang der kommenden Woche durch die Frankfurter Altstadt spazieren möchte, muss mit Einschränkungen rechnen. Der Römerberg wird am Montag, den 26. Oktober, und Dienstag, den 27. Oktober, jeweils von 5.00 bis 20.00 Uhr gesperrt.
Der Grund ist eine ungewöhnlich aufwendige Kranmontage für die laufende Sanierung der Schirn Kunsthalle.
Weil der benötigte Turmdrehkran aufgrund seiner Größe nicht direkt an seinen vorgesehenen Standort im Drachengässchen fahren kann, müssen die Einzelteile über den Römerberg angeliefert und anschließend über die Dächer der Ostzeile gehoben werden.
Besonders anspruchsvoll ist dabei die Statik. Unter dem Römerberg befinden sich eine Tiefgarage und archäologische Überreste. Um das Gewicht der schweren Fahrzeuge sicher abzufangen, muss die Tiefgaragendecke vorübergehend mit Stahlstützen verstärkt werden.
Mit dem neuen Kran sollen unter anderem Arbeiten an der Dachkonstruktion und der Sandsteinfassade der Schirn durchgeführt werden.
Während das bekannte Ausstellungshaus saniert wird, nutzt die Schirn die ehemalige Dondorf-Druckerei in Bockenheim als Ausweichquartier.
8. Oper Frankfurt setzt auf Kontinuität: Bernd Loebe bleibt bis 2032
Eine wichtige Personalentscheidung für die Frankfurter Kulturszene ist gefallen. Die Stadt hat die Verträge von Opernintendant Bernd Loebe und Generalmusikdirektor Thomas Guggeis verlängert.
Loebe, der die Oper Frankfurt seit der Spielzeit 2002/03 leitet, bleibt dem Haus damit bis zum 31. August 2032 erhalten. Auch Guggeis wird seine Arbeit bis einschließlich der Spielzeit 2031/32 fortsetzen.
Die Entscheidung kommt in einer erfolgreichen Phase des Hauses. Erst kürzlich wurde das Frankfurter Opern- und Museumsorchester von der Fachzeitschrift „Opernwelt“ zum dritten Mal in Folge als „Orchester des Jahres“ ausgezeichnet. Thomas Guggeis erhielt zudem erstmals die Auszeichnung „Dirigent des Jahres“.
Unter Loebes Leitung hat sich die Oper Frankfurt international einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Bekannt ist das Haus insbesondere für sein vielseitiges Repertoire, seine Ensemblearbeit und die Förderung junger Sänger.
Mit den Vertragsverlängerungen setzt Frankfurt auf eine längerfristige künstlerische Planung. Das ist auch mit Blick auf die zukünftige Entwicklung der städtischen Bühnen von Bedeutung.
9. U-Bahn-Einschränkungen: U7 fährt am Wochenende verkürzt, U4 pausiert nachts
Neben den Bauarbeiten bei der Deutschen Bahn gibt es auch im Frankfurter U-Bahn-Netz Einschränkungen.
Am Samstag, den 24. Oktober, und Sonntag, den 25. Oktober, fährt die U7 wegen Kabelarbeiten nur zwischen Heerstraße und Eissporthalle/Festplatz. Der Streckenabschnitt bis Enkheim wird vorübergehend nicht bedient.
Als Alternative verlängert die VGF die U4 bis Enkheim. Auch die sonst an der Seckbacher Landstraße endenden U4-Fahrten werden am Wochenende weitergeführt. Fahrgäste der Station Johanna-Tesch-Platz können auf die nahegelegene Station Schäfflestraße ausweichen.
Darüber hinaus hat die VGF weitere nächtliche Einschränkungen angekündigt. Für Testfahrten mit einem neuen digitalen Zugsicherungssystem wird die U4 in mehreren Nächten zwischen dem 25. und 29. Oktober sowie Anfang November ab etwa 22.00 Uhr eingestellt.
Die U5 verkehrt während dieser nächtlichen Tests nur zwischen Preungesheim und Hauptfriedhof. Andere U-Bahn- und Straßenbahnlinien werden teilweise verstärkt.
Wer am späten Abend unterwegs ist, sollte seine Fahrt deshalb vorab planen.
10. Hessischer Architekturpreis für Frankfurt: Dondorf-Druckerei ausgezeichnet
Eine besondere Anerkennung gibt es für eines der derzeit interessantesten Kulturprojekte Frankfurts: Der Umbau der ehemaligen Dondorf-Druckerei in Bockenheim ist mit dem Hessischen Staatspreis für Architektur und Städtebau ausgezeichnet worden.
Der Preis wurde in der Kategorie Innenarchitektur vergeben. Ausgezeichnet wurden die beteiligten Architekturbüros sowie die Schirn Kunsthalle als Bauherrin.
Das historische Backsteingebäude wurde in den vergangenen Monaten so umgebaut, dass es vorübergehend als Ausstellungsstandort der Schirn genutzt werden kann. Dabei blieb der ursprüngliche Charakter der ehemaligen Druckerei weitgehend erhalten.
Gerade diese Verbindung aus historischer Bausubstanz und moderner Ausstellungsarchitektur überzeugte die Jury.
Die Auszeichnung ist auch deshalb interessant, weil die Zukunft der Dondorf-Druckerei in Frankfurt lange diskutiert wurde. Durch die vorübergehende Nutzung der Schirn hat das Gebäude eine neue öffentliche Funktion erhalten.
Das Land Hessen stellt die Räumlichkeiten dafür mietfrei zur Verfügung, die Stadt Frankfurt hat die notwendigen Umbauarbeiten finanziert.
Frankfurt diese Woche: Die Nachrichten im Überblick
Mit unserem Wochenrückblick „Frankfurt diese Woche“ fassen wir regelmäßig die wichtigsten Nachrichten und Entwicklungen aus Frankfurt zusammen. Im Mittelpunkt stehen Themen, die unsere Stadt bewegen und für die Menschen, die hier leben und arbeiten, von Bedeutung sind.











