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Momem - Museum of Modern Electronic Music eröffnet im Frühjahr

06.12.2021 | 07:55 Uhr | Kultur
Momem - Museum of Modern Electronic Music eröffnet im Frühjahr

Schon des Öfteren haben wir hier über das geplante, weltweit einzigartige MOMEM, das Museum of Modern Electronic Music, berichtet. Doch immer wieder kam der Fertigstellung und Eröffnung etwas in die Quere. Zuletzt hat die Corona-Pandemie dafür gesorgt, dass das international mit Spannung erwartete Museum an der Frankfurter Hauptwache seine Eröffnung immer wieder verschieben musste. Doch es gibt gute Neuigkeiten: Das Momem ist fertig und kann im April 2022 endlich das erste Publikum begrüßen. Am Freitag gab es schon eine erste Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu besichtigen, was unter anderem die Stadträtinnen und Stadträte Mike Josef, Eileen O'Sullivan, Bastian Bergerhoff, Ina Hartwig und Oberbürgermeister Peter Feldmann mit großem Interesse wahrgenommen haben.

Zum ersten Rundgang gab es dann auch Informationen darüber, was Besucherinnen und Besucher im April erwarten wird. Denn das Momem startet seinen Betrieb gleich mit einer spektakulären Ausstellung über einen der bekanntesten DJs und Künstler Frankfurts: Sven Väth. Der Musiker arbeitet hierbei mit einem weiteren Frankfurter zusammen, dem Städelschul-Professor Tobias Rehberger. Zudem sollen in der Ausstellung Werke von Andreas Gursky zu sehen sein.

„Dass mit Väth und Rehberger gleich zwei Träger der Goetheplakette unserer Stadt am Werke sind, ist ein echter Paukenschlag für den Auftakt dieses neuen Museums“, sagte Oberbürgermeister Feldmann. „Es freut mich, dass die Freunde des Momem so lange an ihre Idee geglaubt haben - Hunderte Presseartikel aus aller Welt zeugen davon, welch Augenmerk nicht nur auf dem Museum, sondern auf elektronischer Musik insgesamt liegt. Für Frankfurt ist das Haus ein Gewinn - und für die Frankfurter Innenstadt und insbesondere die Hauptwache ein großer Sprung nach vorne“,  fügte das Stadtoberhaupt hinzu.

Das Museum mit Club-Atmosphäre wird Frankfurts Kulturszene eindeutig bereichern. Davon ist auch Kulturdezernentin Ina Hartwig überzeugt: „So etwas wie das Momem gibt es kein zweites Mal auf der Welt. Es ist nicht verwunderlich, dass es in Frankfurt steht - einer der Geburtsstätten und Wegbereiter des weltweiten Siegeszuges elektronischer Musik.“ Die Eröffnungsausstellung sei dafür beispielhaft: „Sven Väths künstlerischer Weg begann im Club Dorian Gray am Frankfurter Flughafen, erst als Tänzer, dann DJ - daraus machte er eine außergewöhnliche Karriere“, sagte Hartwig. Dass er nun bei seiner ersten Einzelausstellung auf die beiden Ausnahmekünstler Tobias Rehberger und Andreas Gursky setze, sei großartig.

Einer, der ganz besonders glücklich darüber sein dürfte, dass das Momem in wenigen Monaten nun endlich Wirklichkeit ist und von interessierten Menschen aus aller Welt besucht werden kann, ist Momem-Macher Alex Azary, der an seinem Traum allen Widrigkeiten zum Trotz immer festgehalten hat: „Wir haben lange daran gearbeitet, die ersten Ideen gab es ja nun schon vor fast bald zehn Jahren“, erklärte er. Zuletzt hatte die weltweite Pandemie die Eröffnung verhindert, auch jetzt habe man den Termin wieder ins kommende Frühling verschieben müssen: "Das ist schade, aber die Gesundheit aller Menschen geht vor“, sagte Azary. „Dafür starten wir dann mit einem richtigen Knaller.“ Sven Väth habe wie kaum ein anderer Künstler eine ganze Generation von DJs und Musikproduzenten geprägt, unter anderem durch das Omen, einem Club, der in den 90er-Jahren nur einen Steinwurf entfernt von der Hauptwache die Szene prägte.

Künstler Tobias Rehberger war beim Reveal ebenfalls dabei. Er sagte: „Wir reden hier von einer Ausstellung über einen Künstler, von dem ich sagen würde, dass er überhaupt nicht musealisierbar ist. Sven Väth legt seit 40 Jahren auf - und genau diese Geschichte ist noch nicht zu Ende, er ist nach wie vor unterwegs, ist nach wie vor kreativ, feiert nach wie vor und genau das werden wir im kommenden April hier mit ihm zusammen machen.“

In den vergangenen zwei Jahren hatten die Museumsmacher das ehemalige Kindermuseum in der Hauptwache aufwendig umgebaut. Dort dominieren jetzt dunkle Töne, farbige Lichter, die an Neonröhren erinnern, der Empfangstresen ist aus dem Material von Lautsprecherboxen aus Clubs gebaut. Überhaupt kommt weniger Museums-, denn Nachtleben-Feeling auf. Damit spielen auch Interieur und Architektur perfekt das Thema des Momem wider.

Davon überzeugen könnt Ihr Euch am 6. April 2022 - denn dann ist die Eröffnung mit Väth, Rehberger und Gursky geplant. Sie passt zeitlich auch in die Planungen der Stadt Frankfurt, denn die möchte die Station Hauptwache und ihr Umfeld beleben und verschönern (was dringend nötig ist). Dafür ist das Momem der erste und hoffentlich auch nicht letzte Mosaikstein.

Ein Titel für die Eröffnungsschau steht laut Sven Väth auch schon fest. Er könnte nicht passender zu diesen Zeiten sein: „It's simple to tell, what saved us from hell.“ Wir sind gespannt…

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