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Abschied vom Porzellan Museum: Höchster Geschichte zieht in den Bolongaropalast

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zuletzt aktualisiert 07.07.2026 | 13:18 Uhr | Museen und Kunst
Abschied vom Porzellan Museum: Höchster Geschichte zieht in den Bolongaropalast

Mit dem Ende des Juni ist in Höchst eine kleine, aber bedeutende Museumsgeschichte zu Ende gegangen. Nach 32 Jahren hat das Porzellan Museum Frankfurt seine Räume im Kronberger Haus geschlossen. Wer nun befürchtet, die berühmte Sammlung verschwinde aus dem Stadtteil, kann beruhigt sein. Sie bleibt in Höchst und bekommt nur wenige hundert Meter entfernt ein neues Zuhause. Ab Sommer 2027 wird sie im sanierten Bolongaropalast zu sehen sein.

Fast 2.000 Exponate umfasst die Sammlung. Sie gilt als die größte öffentliche Sammlung von Höchster Fayencen und Porzellanen im deutschsprachigen Raum und erzählt ein wichtiges Kapitel Frankfurter Industrie und Handwerksgeschichte. Denn das Porzellan aus Höchst gehört zu den bedeutendsten kulturellen Erzeugnissen der Region und genießt bis heute einen internationalen Ruf.

Auch das Gebäude, das die Sammlung mehr als drei Jahrzehnte beherbergte, war weit mehr als eine bloße Museumshülle. Das Kronberger Haus entstand im 16. Jahrhundert im Stil der Spätrenaissance und zählt zu den ältesten erhaltenen Bauwerken Höchsts. Im Laufe seiner Geschichte war es Adelssitz, Druckwerkstatt, Tabakfabrik, Rathaus, Schule und Bibliothek. Seit 1994 wurde hier die Geschichte des Höchster Porzellans erzählt. Das Ausstellungskonzept entwickelte die Kunsthistorikerin Patricia Stahl, die das Historische Museum Frankfurt über viele Jahre als Kuratorin maßgeblich prägte.

Ganz verschwunden ist die Sammlung allerdings nicht. Wer sich schon heute einen Eindruck verschaffen möchte, findet ausgewählte Stücke im Stadtlabor „Höchst erzählt! Über das Museum im Bolongaropalast“ im Historischen Museum Frankfurt. Die Ausstellung läuft noch bis zum 28. Februar 2027 und gibt bereits einen Einblick in das zukünftige Museum.

Mit dem Umzug in den Bolongaropalast beginnt zugleich ein neues Kapitel. Dort soll das Höchster Porzellan nicht einfach neu aufgestellt, sondern neu erzählt werden. Geplant sind moderne Ausstellungsräume, digitale Vermittlungsangebote und Stationen, an denen Besucher selbst aktiv werden können. Zugleich soll das Museum stärker mit den Menschen im Frankfurter Westen zusammenarbeiten und gemeinsam mit kulturellen Einrichtungen im Bolongaropalast neue Ausstellungen entwickeln.

Der Abschied vom Kronberger Haus markiert damit nicht das Ende eines Museums, sondern den Übergang in eine neue Zeit. Die Geschichte des Höchster Porzellans bleibt in Höchst. Künftig wird sie nur an einem Ort erzählt, der ihrer Bedeutung noch mehr Raum geben soll.

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