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Pläne für mehr Aufenthaltsqualität am Wiesenhüttenplatz

26.02.2021 | 15:33 Uhr | Stadtgeflüster
Pläne für mehr Aufenthaltsqualität am Wiesenhüttenplatz

Schon seit einigen Jahren versucht der Verein Wiesenhüttenplatz (WHP) den Wiesenhüttenplatz nahe des Frankfurter Hauptbahnhofs zu einem Naherholungsplatz nicht nur für Anwohner zu machen. Kein leichtes Unterfangen, denn der zur Fußballweltmeisterschaft 2006 als „lauschige Grünanlage“ neu gestaltete Platz im Bahnhofsviertel fristete lange Zeit eher ein Schattendasein und bereitete den Gewerbetreibenden und Anwohnern mit einer äußerst schwierigen Klientel über eine lange Zeit große Probleme. Ein Szene-Kiosk mit handverlesenen Köstlichkeiten, Open Air Kino, Public Viewing, Märkte und andere Angebote sollten dies ändern. Der ganz große Durchbruch ist aber bislang trotz vieler toller Ideen und viel positiven Feedbacks bislang ausgeblieben.

Markus Frank gab seinerzeit den Impuls für die Gründung der Standortinitiative: „Wir haben uns mit den am Platz ansässigen Hoteliers und den Ordnungsbehörden zusammengesetzt, denn es braucht engagierte Menschen, die sich organisieren, um ihren Standort nach vorne zu bringen. Über zahlreiche Gesprächsrunden reifte der Plan, diesen schönen Ort im Herzen der Stadt zurückzuerobern und so zu gestalten, dass er möglichst vielen Menschen zugänglich ist.“

Der Verein Wiesenhüttenplatz wurde gegründet und es war allen Beteiligten bewusst, dies wird kein leichter Weg werden. Die Vereinsmitglieder – eine Gemeinschaft der am Platz und näherer Umgebung ansässigen Hoteliers, Gastronomen und Gewerbetreibenden – haben mit großem Engagement ein weitreichendes Konzept entwickelt für mehr Sauberkeit, Sicherheit und für die Neupositionierung des Wiesenhüttenplatzes als charmantes Kleinod im Bahnhofsviertel.

Den schwierigen Weg weiterzugehen, ist für die Beteiligten eine Selbstverständlichkeit, denn schließlich sind erste Erfolge auszumachen. Darum soll es jetzt auf jeden Fall weitergehen: „Die Planungen bezüglich einer möglichen Umgestaltung des Platzes wurden oft vor Ort, aber auch in den Amtsstuben mit den zuständigen städtischen Stellen erörtert, diverse Gutachten wurden in Auftrag gegeben und letztendlich konnten wir den Tourismusbeirat für die Finanzierung zweier Leuchtturmprojekte für diesen Platz gewinnen. Ich spreche allen, die sich hier engagiert haben, ein großes Lob aus: Die Lernkurve war steil und alle haben einen extrem langen Atem bewiesen.“

Gerade vor dem Hintergrund der nun mehr als ein Jahr andauernden Pandemie möchte die Standortinitiaitve gemeinsam mit der Stadt ein Zeichen setzen. Für das erste Halbjahr 2021 stehen zwei Highlights am Start, die beide überwiegend aus Mitteln des Toruismusbeirats finanziert werden.

Nach jahrelanger intensiver Planung wird mit der Herstellung des Lichtkunstwerks auf der Südseite des Platzes begonnen. Konstruiert und gebaut wird das Lichtkunstwerk von „Tatcraft“, der Plattform für transformative Ideen in den „Tatcraft New Hardware Studios“.

Die Installation wartet mit beeindruckenden Zahlen auf: 6 Meter lang, 2,5 Meter aus dem Boden ragend, 50 Zentimeter tief, bestehend aus circa 150 Aluminiumtafeln hat sie ein Gesamtgewicht von etwa 7,5 Tonnen. Der Frankfurt-Schriftzug aus der Feder der Frankfurter Agentur Nordisk Büro, entstammt einem Wettbewerb, einst ausgerufen von Journal Frankfurt, Atelier Markgraph und der Bauhaus-Universität in Weimar, bei dem es darum ging, ein imageträchtiges Logo für die Stadt Frankfurt am Main zu entwerfen.

Ebenfalls ein Projekt aus Mitteln der Tourismusabgabe ist das OpenAirMuseum (OAM) des Vereins TAB, das mit der künstlerischen Gestaltung der Kiosk-Fassade Wiesenhüttenplatz startet. Entworfen und umgesetzt von TAB Kreativ Direktor Michael Hazkiahu aka Hazki, waren auch hier viele Hürden zu nehmen, Abstimmungsgespräche und Genehmigungsverfahren zu durchlaufen. Die blaue Fassade des Kiosks soll durch ein geometrisches Muster aufgewertet werden. Die neue Farbgebung des Kiosks nimmt Bezug auf die Umgebung des Platzes, sie zitiert die Bäume und den Blick auf blauen Himmel durch das Blätterdach. Keines der Muster auf den vier Seiten wiederholt sich, durch die intuitive Anordnung der geometrischen Formen wird die Grundstruktur des Wasserhäuschens „verwässert“. Auch hier waren viele Abstimmungsgespräche und Genehmigungsverfahren zu durchlaufen, Geduld und Liebe zum Detail gefragt.

Die Freude ist groß auf die neuen Attraktionen. Aber bis dahin gibt es auch noch jede Menge zu tun. Nachdem durch den berufsbedingten Ortswechsel von Hoteldirektor Wolfgang Selinger dieser als bisheriger erster Vorsitzender ausgeschieden ist, hat die Mitgliederversammlung des Vereins Wiesenhüttenplatz zum 1. Februar einstimmig einen neuen Vorstand gewählt. Den ersten Vorsitz übernimmt Babak Farahani, der gemeinsam mit seinen Partnern künftig den Kiosk Yok Yok Eden auf dem Wiesenhüttenplatz betreiben wird. Zweiter Vorsitzender ist Kevin Nattermann, neuer Direktor des Le Méridien Frankfurt, und damit Nachfolger von Wolfgang Selinger.

Der neue Vorsitzende und sein Team haben mit dem Pop-up-Betrieb des Yok Yok Eden im Sommer 2020 eine sehr intensive Verbindung zum Wiesenhüttenplatz aufgebaut und möchten diese mit und für den Verein fortführen. Der Platz steht und fällt mit den Menschen - das gehört zu den positiven Erfahrungen aus den Aktivitäten seit Gründung des Vereins. Das wissen alle, die sich hier einbringen. „Es ist keine Selbstverständlichkeit gemeinsam Verantwortung für seinen Standort zu übernehmen“, betont der Stadtrat, der sich sichtlich über das Engagement der Initiative freut. „Speziell nicht in Zeiten, in denen die meisten Hoteliers und Gastronomen alle Ressourcen für die eigene Exitenzerhaltung einbringen müssen. Deshalb Respekt und großes Lob: mit diesem durchdachten Konzept wird dem Wiesenhüttenplatz in all seinen Facetten gerecht.“

Am Wiesenhüttenplatz finden gehobene Hotellerie, urbaner Workspace sowie ungezwungene Kiosk-Gastronomie vor der Kulisse der Villa Kleyer zusammen. Eingebettet in die gartenähnliche Anlage, die einen überraschenden Kontrast zum urbanen Bahnhofsviertel bildet, ist der Platz viel zu schade, um ihn im Stadtleben nicht vorkommen zu lassen, finden die geduldserprobten Anrainer. In diesem Sinne möchte der neue Vorstand die erfolgreiche Arbeit des Vereins fortführen.

Gemeinsam mit der Stadt Frankfurt werden weitere Möglichkeiten der Ausgestaltung des Platzes mit beispielsweise einer bessere Ausleuchtung von dunklen Ecken oder der Installation von mehr Fahrradständern erörtert und vorangetrieben. Auch die Kooperation mit kulturellen Institutionen, unter anderem Open-Air Kino oder individuelle Sportevents, stehen auf der Wunschliste des neuen Vorstands.

Zu den Vereinsmitgliedern gehören neben dem Le Méridien Frankfurt das Roomers Hotel, der Workspace-Anbieter Design Offices, der Kiosk Yok Yok Eden und das Internationale Familienzentrum.

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