Im Frankfurter Gesundheitsamt arbeiten rund 300 Fachkräfte aus unterschiedlichen Disziplinen daran, die Gesundheitschancen in der Stadt gerechter zu gestalten.
Wenn am 19. März bundesweit der „Tag des Gesundheitsamtes“ begangen wird, steht er in diesem Jahr unter dem Motto „Vielfalt für Gesundheit“. Kaum eine Einrichtung verkörpert diesen Gedanken so deutlich wie das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt. Hier arbeiten Menschen aus unterschiedlichen Berufen zusammen, um eine Aufgabe zu erfüllen, die im Alltag oft unsichtbar bleibt: die Gesundheit einer vielfältigen Stadtgesellschaft zu schützen und zu fördern.
Rund 300 Beschäftigte tragen dazu bei, dass Prävention, Beratung und medizinische Versorgung ineinandergreifen. Ihr Ziel ist es, Gesundheit nicht dem Zufall zu überlassen. Vielmehr soll sie für alle erreichbar sein, unabhängig von Herkunft, Lebenssituation oder Einkommen. Das Gesundheitsamt versteht sich dabei als Anlaufstelle für ganz unterschiedliche Anliegen, von präventiver Gesundheitsförderung über medizinische Untersuchungen bis hin zu Beratung in sensiblen Lebenslagen.
„Wenn wir Gesundheit ernst nehmen, müssen wir sie in den Alltag holen, dahin, wo Menschen leben“, sagt die Soziologin Jana Bauer. Während der Corona-Pandemie kam sie eher zufällig zum Gesundheitsamt. Heute schätzt sie vor allem die Zusammenarbeit der vielen Professionen. In manchen Bereichen werde der Ansatz „Health in All Policies“, also Gesundheit in allen politischen und gesellschaftlichen Bereichen mitzudenken, bereits gelebt.
Auch die Immunologin und Gesundheitswissenschaftlerin Dr. Anette Christ entschied sich bewusst für den öffentlichen Gesundheitsdienst. Seit 2022 arbeitet sie im Frankfurter Amt und sieht ihre Motivation vor allem im direkten Nutzen für die Bevölkerung. „Gute Entscheidungen in der Gesundheitsversorgung brauchen gute Daten“, sagt sie. Evidenzbasiertes Arbeiten weiter auszubauen, sei eine zentrale Aufgabe. Erst die Verbindung aus verlässlichen Daten und praktischer Erfahrung ermögliche wirksame Angebote.
Dass moderne Gesundheitsarbeit nicht nur medizinische Kompetenz verlangt, zeigt auch das Beispiel von Toni Fehn. Er unterstützt die Mitarbeitenden beim Umgang mit „GA-Lotse“, einer Software, die in den hessischen Gesundheitsämtern eingesetzt wird. Fehn koordiniert Rückmeldungen aus der Praxis, vermittelt zwischen Anwendern, IT und Entwicklung und sorgt so dafür, dass technische Prozesse reibungslos funktionieren. Für ihn liegt der Wert dieser Arbeit auf der Hand. Wenn Prozesse und Software verbessert werden, bleibt den Kolleginnen und Kollegen mehr Zeit für den Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern.
Die Bandbreite der Berufe im Frankfurter Gesundheitsamt ist groß. Neben Ärztinnen und Ärzten arbeiten hier Hygienekontrolleure, sozialmedizinische Assistentinnen, medizinische und zahnmedizinische Fachangestellte sowie Fachkräfte aus Sozialarbeit, Psychologie und Verwaltung. Auch wissenschaftliche Mitarbeitende und technische Angestellte gehören zum Team. Neue Aufgabenfelder führen zudem zu neuen Professionen, etwa durch die Einrichtung einer Logopädie Stelle.
Diese multiprofessionelle Struktur gilt als Grundlage moderner Gesundheitsvorsorge. Ärztinnen und Ärzte sind unter anderem in der Kinder und Jugendmedizin, in der Infektiologie, in der Abteilung für psychische Gesundheit, im amtsärztlichen Dienst oder in der Zahnmedizin tätig. Gemeinsam mit Fachkräften anderer Disziplinen entwickeln sie Maßnahmen, die sowohl einzelnen Menschen helfen als auch die Gesundheit der gesamten Stadt im Blick behalten.
Gerade in Zeiten komplexer Krisen gewinnt der öffentliche Gesundheitsdienst an Bedeutung. Hier werden nicht nur Krankheiten bekämpft, sondern auch Präventionsprogramme entwickelt, Risiken bewertet und langfristige Strategien für die Bevölkerungsgesundheit entworfen. „Wenn wir heute investieren, schützt das morgen“, sagt Christ. Besonders wichtig sei es, Angebote zu schaffen, die soziale Unterschiede bei Gesundheitschancen verringern.
Für Bauer steht deshalb fest, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit weiter gestärkt werden müsse. Nur so bleibe der öffentliche Gesundheitsdienst attraktiv und handlungsfähig. Auch die Perspektiven jüngerer Generationen spielten dabei eine Rolle. Das Gesundheitsamt sei ein Ort des Lernens und des Wandels, sagt Christ, ein Ort, an dem Zukunft gestaltet werde.
Wer mehr über die Arbeit des Frankfurter Gesundheitsamtes erfahren möchte, kann dies auf der Internetseite der Stadt oder bei Veranstaltungen tun. Auch Praktika, Famulaturen oder ein Praktisches Jahr bieten Einblicke in eine Institution, deren Arbeit meist im Hintergrund geschieht und die doch für das Funktionieren einer Großstadt unverzichtbar ist.












