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Das LICHTER Filmfest taucht ein in die Welt der Virtual Reality

31.03.2017 | 08:50 Uhr | Kultur
Das LICHTER Filmfest taucht ein in die Welt der Virtual Reality

Die VR-Technologie mag noch in den Kinderschuhen stecken. Doch schon jetzt ist klar, dass es für dieses neue Medium viele verschiedene, spannende Verwendungsmöglichkeiten gibt – ob in Technik oder Medizin, aber auch in Kunst und Film. Das LICHTER Filmfest widmet sich in diesem Jahr daher auch erstmals narrativen und dokumentarischen Virtual Reality-Filmen. Es sind Experimente, da die Form des Erzählens für dieses Medium quasi neu erfunden werden muss. Auch die Art und Weise, wie die Filme des Wettbewerbs VR-Storytelling gezeigt werden, ist experimentell: Die Zuschauer sollen nicht nur die VR-Brille tragen und dann für sich die jeweiligen Filme abgespielt bekommen. Vielmehr soll das Ganze eine Gemeinschaftserfahrung sein, was sich schon aus rein technischer Sicht als echte Herausforderung darstellt.

Die VR-Filme anzusehen, ist eine wirklich faszinierende Erfahrung. Ob Dokumentarfilm oder experimenteller Bilderrausch, die Versuche, den Zuschauer nicht nur mit 360 Grad Aufnahmen zu berauschen, sondern auch eine Erzählstruktur einzubauen, ist wirklich etwas ganz Neues, auf das man sich unbedingt einmal selbst einlassen sollte. Noch bis zum Sonntag, 02. April, sind die fünf Finalistenfilme im studioNAXOS zu sehen. Alleine diese VR-Erfahrung ist einen Besuch des diesjährigen LICHTER Filmfestes wert.

Nun wurde auch der Gewinner aus den fünf Finalsiten ausgewählt. Der erste LICHTER Virtual Reality Award geht an ...

… „Sergeant James“ des Franzosen Alexandre Perez.

Aus über 50 Einreichungen haben Ralph Benz (3sat), Astrid Kahmke (Bayerisches Filmzentrum), Kay Meseberg (arte), Eckart Köberich (ZDF Digital) und Maro Heutnik (CHEIL) die fünf 360°-Filme ausgewählt. Die Jury legte den Fokus bei der Bewertung der narrativen und dokumentarischen Virtual Reality-Filme nicht auf das reine Spektakel, für das die Technik bislang bekannt ist. „Wir haben Filme gesucht, die sich nicht nur an der Technik berauschen, sondern sich in den Dienst der Geschichte stellen“, sagt Festivalleiter Gregor Maria Schubert.

Die fünf Filme des Wettbewerbs Virtual Reality Storytelling entführen die Festivalbesucher im studioNAXOS in die unterschiedlichsten Bilderwelten, in denen der Zuschauer mitten im Geschehen ist. Alexandre Perez darf sich als Gewinner über einen Geldpreis von 1.000 Euro freuen. Preisstifter und Hauptförderer des LICHTER VR-Lab ist die Aventis Foundation. In der Deuschlandpremiere Sergeant James entführt der Franzose den Zuschauer in eine höchst ungewöhnliche Perspektive – unter das Bett eines 7-jährigen Jungen. Ein Rollentausch, der schnell klarmacht: Auch Monster können sich vor den befremdlichen Vorgängen fürchten. Der Film nutzt gekonnt und mit viel Fingerspitzengefühl die vielen kreativen Möglichkeiten, die das Medium VR bietet. Magisch befreit von traditionellen Erzählformen im 2D-TV-Raum, kann man bei Sergeant James das Potenzial spüren, dass das Geschichtenerzählen im 360°-Raum ermöglichen kann, heißt es in der Jury-Begründung.

Platz 2 ging an Dublin in the Dark: The Story of 'Emerald Noir' von Henry Stuart. Der Film ist ein wunderbarer Kurztrip durch Dublin. Von der feinen Auswahl der Drehplätze, über das richtige Timing, bis hin zur technisch versierten 3-D-Optik, ist der Film hervorragend produziert, so die Jury. Ein echt faszinierendes Werk, das die Möglichkeiten des VR auf großartige Weise nutzt.

Ein außergewöhnliches Musikvideo landete auf Platz 3: In Tankstelle des Glücks von Uwe Flade macht Friedrich Liechtenstein ein Angebot, das man nicht ausschlagen kann: eine skurrile Spritztour durch Berlin. Der 360°-Film überzeugte durch seine kreativen Ideen, die nicht nur technisch nahezu perfekt umgesetzt wurden, sondern auch das Rundum-Medium wirksam nutzt. Die Zweit- und Drittplatzierten erhielten jeweils 500 Euro von ZDF Enterprises.

ZDF Digital | VR Lab im studioNAXOS

Neben dem Wettbewerb tauschten internationale Experten auf einer Konferenz im Rahmen des ZDF Digital I VR-Lab im studioNAXOS ihre Erfahrungen mit dem Erzählen in virtuellen Welten aus. Zusätzlich können Filmemacher am Festivalfreitag auf einer Messe Werkzeuge zur Herstellung von VR-Inhalten kennenlernen. Teltec, ZDF Digital, die Hochschule Darmstadt und Samsung sind mit Ausstellungständen vertreten.

Mehr Infos findet Ihr auch unter:

www.lichter-filmfest.de

 

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