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DIE FLEDERMAUS flattert in neuem Gewand durch Frankfurt

07.05.2017 | 22:21 Uhr | Kultur
DIE FLEDERMAUS flattert in neuem Gewand durch Frankfurt

Das Theatrallalla ist ja bekannt dafür, dass hier gerne mal etwas bunter und schräger wird und dass sich hier Kultur und herzhaft-derber Spaß in stimmungsvoller Atmosphäre die Hand geben. Und Thomas Bäppler-Wolf, Intendant des Theaters und als Bäppi La Belle auch Star der Bühne, ist bekannt dafür, dass er sich gerne neuen Herausforderungen stellt und ungewöhnliche Experimente eingeht. Und so hat es jetzt die berühmte Operette DIE FLEDERMAUS von Johann Strauss auf die Kleinkunst- und Mundartbühne im Frankfurter Nordend geschafft.

Wer jetzt eine werksgetreue Inszenierung erwartet, der war noch nie im Theatrallalla. Wer dagegen befürchtet, dass die Operette hier einfach nur zu einem trashigen Machwerk verkommt, der kennt Bäppi schlecht. Denn Thomas Bäppler-Wolf ist generell ein großer Opern-Freund. Den Klassiker von Johann Strauss behandelt er daher natürlich mit dem gebührenden Respekt – auch wenn dieser bei Bäppi selbstverständlich mit einem gehörigen Augenzwinkern versehen ist. Das ist schräg, etwas eigenwillig und sehr bunt. Dabei ist das Ganze aber auch sehr charmant und gerade musikalisch erfreulich überzeugend, auch wenn keine professionellen Opernstimmen zu hören sind. Selbst Verehrer der klassischen Inszenierungen müssen da gestehen: Diese FLEDERMAUS muss man einfach mögen.

Denn noch bis zum 09. Juni bekommt man eine leidenschaftliche, liebevolle, urkomische und sehr schräg-verspielte Interpretation der 1874 uraufgeführten Operette zu sehen. Die Handlung wurde dabei von Thomas Bäppler-Wolf, der auch die Regie übernommen hat, ins Hessische übertragen und an das Frankfurter Zeitgeschehen angepasst. Da wird dann beim Finale des zweiten Aufzugs aus „Champagner der Erste“ natürlich „Äppler, der Erste“ und beim ersten Auftritt im zweiten Aufzug heißt es im Theatrallalla nicht „“Ein Souper heut uns winkt“, sondern „Ebbelwei uns heut` da winkt“. Und der letzte Dialog im dritten Aufzug wird nicht einfach so vorgetragen, sondern verwandelt sich in eine echte hessische Büttenrede.

Ansonsten aber bleibt alles, wie gewohnt: Eigentlich soll Gabriel von Eisenstein (Bastian Korff) für acht Tage ins Gefängnis wandern. Doch er lässt sich von Dr. Falke (Alexander Beck), dem er vor drei Jahren im Travestieclub „Die Fledermaus“ einen üblen Streich gespielt hat, dazu überreden, ihn auf den großen Maskenball der Apfelweinwirtin Lia Orlovsky (Bäppi La Belle) zu begleiten. Derweil wird Gabriels Frau Rosalind (ebenfalls Bäppi) von ihrem Gärtner Alfred (ebenfalls Alexander Beck) umgarnt, der sich vor dem Gefängnisdirektor Frank (Stefan Peschek) aus Liebe als Rosalinds Mann ausgibt und statt Gabriel hinter Gittern wandert. Doch seiner gerechten Strafe soll der natürlich nicht entgehen. Für den Maskenball hat Dr. Falke seine längst überfällige Rache geplant. Und da spielen Rosalind als sächsische Sängerin und Dienstmädchen Adele (Eva Völl) auch eine wichtige Rolle…

Die eingängigen Lieder der Operette, die herrlich schrägen Kostüme und die witzigen Dialoge sind natürlich maßgeblich daran beteiligt, dass diese Fassung der FLEDERMAUS so gelungen ist. Doch wirklich ausschlaggebend sind die Darsteller auf der Bühne, die selbst in noch so schräger Montur stets darum bemüht sind, den Zuschauern in allen Belangen perfekte Unterhaltung zu bieten. Ob das nun Bäppi La Belle selbst ist, der seine Paraderolle als Diva hier zur Perfektion bringt, oder die unbezahlbare Mimik von Bastian Korff, das wunderbar pointierte Spiel von Alexander Beck oder die akzentuierte Komik von Stefan Peschek. Sie alle machen das Stück schauspielerisch zu einem echten Vergnügen. Und Eva Völl, die stimmlich am meisten überzeugt, haben Theatrallalla-Fans ja spätestens seit der wunderbaren Revue „Verliebt, verlobt, verheiratet“ und deren Fortsetzung ins Herz geschlossen.

Man spürt als Zuschauer, wie viel Vergnügen diese Operette allen Beteiligten macht. Und nicht zuletzt durch ein gehörige Portion Selbstironie wird auch klar, dass Perfektion im klassischen Sinne hier nicht das Ziel war. Sondern allen, die DIE FLEDERMAUS lieben, aber auch allen, die mit Operette ansonsten nicht so viel anfangen können, zwei Stunden richtig gute Unterhaltung zu bieten. Und das ist auf ganzer Linie gelungen. Und für alle, denen diese Inszenierung dann doch etwas zu schrill ist, verspricht Bäppi im Anschluss an das Stück psychologische Beratung. Es gibt also wirklich gar keinen Grund, sich diesen musikalischen Spaß entgehen zu lassen! (Text: Sebastian Betzold)

Weitere Infos zu den Spielzeiten und zum Stück findet Ihr HIER in unserem Veranstaltungskalender

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