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Ein lohnenswerter "Blick von der Brücke"

18.03.2017 | 09:02 Uhr | Kultur
Ein lohnenswerter 'Blick von der Brücke'

Theater ist ja generell eine sehr direkte Erfahrung, da die Distanz, die etwa im Kino zwischen Zuschauern und Schauspielern besteht, nicht vorhanden ist. Dennoch besteht auch im Theater durch die klare Abgrenzung zwischen Bühne und Publikum eine gewisse Unnahbarkeit. Diese Grenze versucht das Theater Alte Brücke nun in einem mutigen Experiment aufzubrechen. Bei der Inszenierung von Arthur Millers "Ein Blick von der Brücke" wird ein Teil der Zuschauer auf die Bühne verfrachtet. Der im Zuschauerraum frei gewordene Platz dient den Darstellern als Spielfläche - auf minimalste Ausstattung beschränkt und von beiden Seiten vom Publikum umgeben. Dadurch entstehen eine Nähe und eine Intensität, der man sich kaum entziehen kann.

Und so folgt man gebannt der Geschichte um den Hafenarbeiter Eddie Carbone (großartig: Christoph Stein), der sich etwas zu fürsorglich um seine Nichte Catherine (Maya Pinzolas) kümmert. Als Eddie und seine Frau Beatrice (Simone Wagner) seine zwei Vettern Marco (Jan Peter Nowak) und Rudolpho (Felix Bieske), illegale Einwanderer aus Sizilien, bei sich aufnehmen, stellt das sein Leben völlig auf den Kopf. Da ist nicht nur die ständige Angst, von der Einwanderungsbehörde erwischt zu werden. Auch die Gefühle, die sich zwischen Catherine und Rudolpho entwickeln, sorgen für stetig steigende Spannungen - Spannungen, die Eddie zu einer katastrophalen Fehlentscheidung führen...

Die Inszenierung des Stücks durch Alexander J. Beck und Sabrina Faber ist nicht nur auf der räumlichen Ebene eine sehr einnehmende Theatererfahrung. Auch die Tatsache, dass dem 1955 entstandenen Drama auch 2017 eine hohe Aktualität innewohnt, macht "Ein Blick von der Brücke" so mitreißend. Dass auf der kleinen Spielfläche nur zwei Stühle und auch mal ein Koffer als Requisiten genutzt werden, sorgt ebenfalls dafür, dass das Spiel der Darsteller völlig unverfälscht und mit enormer Direktheit auf das Publikum einwirkt. Während zu Beginn noch eine gewisse Lockerheit vorherrscht und es sogar auch ein paar amüsante Momente gibt, steigert sich Eddie immer mehr in seine Angst, Catherine zu verlieren und seine Eifersucht gegenüber Rudolpho hinein, was für viele beklemmende und intensive Augenblicke sorgt. Ganz besonders die letzten Minuten gehen wirklich unter die Haut, was dem sehr guten Spiel aller beteiligten, aber eben auch der Nähe zwischen Spielenden und Zuschauern geschuldet ist.

"Ein Blick von der Brücke" ist ein Experiment, von dem sich sagen lässt, dass es voll und ganz geglückt ist. Wieder einmal erweist sich das Theater Alte Brücke durch diese Inszenierung als große Bereicherung für Frankfurts Kulturlandschaft. Dieses Stück sollten sich Liebhaber von ganz besonderen Theatererfahrungen und von erstklassigen amerikanischen Bühnendramen nicht entgehen lassen. (Text von Sebastian Betzold)

Alle weiteren Infos und die Spielzeiten findet Ihr HIER in unserem Veranstaltungskalender

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