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Ein Rundgang hinter den Kulissen der städtischen Bühnen

04.08.2017 | 09:56 Uhr | Lieblingsorte
Ein Rundgang hinter den Kulissen der städtischen Bühnen

Dass die Zukunft von Schauspiel und Oper ungewiss ist, dürfte mittlerweile Jeder mitbekommen haben. In ihrer jetzigen Form dürfen die Häuser den Betrieb alleine aus Brandschutzgründen bis höchstens 2021 aufrechterhalten.  Noch ist nicht klar, wie es dann weitergehen soll: Soll das Gebäude saniert werden, soll es abgerissen und am selben Standort neu aufgebaut werden oder soll es an einer anderen Stelle einen Neubau geben? Eine mit großem Aufwand erstellte Machbarkeitsstudie hat zumindest schon mal die Möglichkeiten  aufgezeigt, die nun zur Auswahl stehen und über die in den nächsten Monaten und Jahren ausführlich beraten werden muss.

Um einen Eindruck dessen zu vermitteln, was standen hat und was alles in den Entscheidungsfindungsprozess mit einbezogen werden muss, haben Schauspiel und Oper zu einem Presserundgang eingeladen. Dabei wurden nicht nur die Komplexität sowie die lange und faszinierende Geschichte der Häuser deutlich. Auch die Dimension dessen, was hier bei einer Sanierung oder einem Neubau verändert werden muss, wurde zumindest im Ansatz ersichtlich. Etwa bei einem Blick in die Räumlichkeiten, die den Musikern zum Einspielen ihrer Instrumente oder zur Umkleide zur Verfügung stehen. Auf engstem Raum und ohne Tageslicht bleibt den Musikerinnen und Musikern hier eigentlich kaum Luft zum Atmen. Dass gerade von ihnen der Ruf nach einer Veränderung kommt, ist nur allzu verständlich. Auch ist der Weg zum Orchestergraben nicht barrierefrei und führt über etliche Treppen. Das ist gerade bei großen, schweren Instrumenten nicht nur für die Instrumente schlecht, sondern auch für die Mitarbeiter, die sie tragen und heben müssen.

Brandschutz ist eines der ganz großen Probleme, die die städtischen Bühnen anpacken müssen. Die nicht erfüllten Auflagen werden derzeit nur geduldet, da ja eine Veränderung – in welcher Form auch immer – bereits durch die Machbarkeitsstudie in Gang gebracht worden ist. Alleine die eigentlich erschöpften Kapazitäten des Hauses in seiner jetzigen Form machen es schwer, alle Auflagen umzusetzen. So wird etwa in dem großen Raum unter der riesigen Bühne der Oper viel Material, darunter auch welches aus Holz, gelagert. Während der Spielzeit kommen dann auch noch Kostüme dazu. Das muss sich in Zukunft unbedingt ändern – doch noch fehlt entsprechender Lagerplatz. Ähnliches gilt auch für die Kühlanlage. Der bisherige Raum für die große Anlage reicht längst nicht mehr aus, um den Bedarf von Oper und Schauspiel zu entsprechen. Eine Ausweichmöglichkeit wäre hier das Dach, was statisch machbar wäre. Aber natürlich ist auch das mit enormen Umbauten verbunden.

Fakt ist aber auch, dass mit Sanierung oder Neubau nicht nur enorme Kosten entstehen, sondern dass auch langfristig Kosten eingespart werden können. So könnte etwa mit einem energieeffizienten Haus jährlich Energiekosten in Höhe von 700.000 – 800.000 Euro gespart werden. Und wenn etwa Probebühnen und Künstlerwohnungen, für die derzeit Liegenschaften angemietet werden, in das neue Haus integriert würden, würden ebenfalls noch einmal Mietkosten in jährlicher Millionenhöhe wegfallen. Das sind nur zwei Beispiele dafür, dass es neben vielen Ausgaben auch viele zukünftige Einsparmöglichkeiten gibt, die in den Entscheidungsprozess unbedingt mit einbezogen werden müssen.

Ob im Orchestergraben, auf der großen Opernbühne oder der kleineren Bühne der Kammerspiele, ob in den Katakomben im Keller des Hauses oder in den engen Bereichen unter der Bühne – überall wird deutlich, wie viel sich hier ändern muss. Doch es wird auch sehr nachvollziehbar, warum alle Mitarbeiter an diesem Doppelhaus hängen und warum es eigentlich keine Alternative zu diesem besonderen Standort gibt – auch dann, wenn am Ende die Entscheidung für einen Neubau fallen sollte. Die städtischen Bühnen sind ein wichtiger Teil der Kulturszene Frankfurts und das soll natürlich auch in Zukunft so bleiben. Wir werden das Thema natürlich auch in Zukunft interessiert verfolgen und Euch weiterhin mit allen Neuigkeiten versorgen.

Mehr Infos und den Spielplan findet Ihr auf den Webseiten von Schauspiel und Oper.

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