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Frankfurt entsiegelt den Merianplatz und pflanzt acht neue Bäume

06.02.2026 | 15:35 Uhr | Frankfurt
Frankfurt entsiegelt den Merianplatz und pflanzt acht neue Bäume

Ein halbes Jahr nach der mutwilligen Vergiftung zweier Platanen am Merianplatz setzt die Stadt Frankfurt ein sichtbares Zeichen: Acht neue Bäume sollen den zentralen Platz im Nordend künftig prägen. Dafür werden rund 120 Quadratmeter bislang versiegelter Fläche zurückgebaut. Die Arbeiten beginnen in den kommenden Tagen und sollen noch innerhalb der Pflanzperiode im März abgeschlossen sein.

Was mit einem Akt der Zerstörung begann, mündet nun in ein gemeinsames Projekt von Stadtverwaltung und Ortsbeirat. Das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) entfernt im Rahmen der bestehenden Gastronomie- und Spielplatznutzungen Teile des Plattenbelags, das Grünflächenamt übernimmt die Begrünung. Damit setzt die Stadt einen Beschluss des Ortsbeirats 3 um, der sich nach der Fällung der beiden Platanen für eine deutliche ökologische Aufwertung des Platzes ausgesprochen hatte.

Die Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen, Tina Zapf-Rodríguez, spricht von einer „hoffnungsvollen Perspektive“ nach einem „mutwilligen und sinnlosen“ Anschlag. In Zeiten der Klimakrise sei die Entsiegelung von Flächen ein zentrales Ziel kommunaler Politik. Dass dies am Merianplatz trotz der komplexen Leitungstrassen möglich sei, bezeichnet sie als Glücksfall. Ziel sei es, den Platz wieder zu einem grünen Mittelpunkt des Stadtteils zu machen.

Auch Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert betont den Symbolcharakter der Maßnahme. Die schnelle Umsetzung zeige, wie Verwaltung und Quartier gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln könnten. Der Merianplatz sei ein dicht bebauter, lebendiger Ort mit vielfältigen Nutzungen – die neue Bepflanzung solle diesem Charakter Rechnung tragen.

Gepflanzt werden zwei Winterlinden, eine Zerreiche, eine Japanische Zelkove, eine Amerikanische Linde, eine Edelkastanie, eine Ungarische Eiche und eine Orientalische Platane. Die Auswahl folgt sowohl klimatischen Kriterien als auch dem Ziel, die Biodiversität zu fördern. Alle Bäume erhalten großzügig dimensionierte, unterirdisch erweiterte Baumgruben mit Belüftungsrohren und Wurzelschutz. Sechs der acht Bäume werden zusätzlich mit einer insektenfreundlichen Staudenunterpflanzung versehen, darunter Steppensalbei, Bergminze, Sonnenhut und Büschel-Federgras.

Eine Ersatzpflanzung an den ursprünglichen Standorten der gefällten Platanen war nach heutigen Standards nicht mehr möglich: Der erforderliche Abstand zu den angrenzenden Gebäuden lässt dort keinen ausreichenden Wurzelraum zu. Bereits im vergangenen Herbst hatte das Grünflächenamt an diesen Stellen symbolische Beete angelegt.

Die Planungen wurden kurz vor Baubeginn nochmals vor Ort mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt, des Ortsbeirats sowie Initiativen und Interessengruppen abgestimmt. Zwar blieben einzelne Vorbehalte hinsichtlich der künftigen Flächennutzung, insgesamt fand das Konzept jedoch breite Zustimmung.

Die Vergiftung der beiden Platanen hatte in der Stadtgesellschaft große Bestürzung ausgelöst. Mit den neuen Bäumen soll der Merianplatz nun nicht nur ökologisch aufgewertet werden, sondern auch ein Stück Vertrauen zurückgewinnen. Wenn die jungen Bäume gut anwachsen, könnten sie bereits in einigen Jahren spürbaren Schatten spenden. Zudem ist eine symbolische Skulptur zur Erinnerung an die zerstörten Platanen geplant. Über ihre endgültige Gestaltung wird der Ortsbeirat noch beraten.

 
 
 

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