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IHK Frankfurt fordert mehr Deregulierung und Eigenverantwortung

22.01.2026 | 19:42 Uhr | Business
IHK Frankfurt fordert mehr Deregulierung und Eigenverantwortung

Beim Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main haben Vertreter aus Wirtschaft und Politik für weniger Bürokratie, mehr Infrastrukturinvestitionen und eine stärkere Wachstumsorientierung geworben.

Frankfurt. Rund 1500 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft sind am Dienstagabend zum Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main zusammengekommen. Die Veranstaltung stand im Zeichen der Forderung nach einem umfassenden Abbau von Regulierung, um die wirtschaftliche Dynamik in der Metropolregion FrankfurtRheinMain, in Hessen und darüber hinaus zu stärken.

Der Präsident der IHK Frankfurt, Ulrich Caspar, appellierte in seiner Rede an Politik und Gesellschaft, die Interessen der Wirtschaft stärker zu berücksichtigen. Wachstum lasse sich nur erreichen, wenn staatliche Eingriffe begrenzt und unternehmerische Eigenverantwortung gestärkt würden. Caspar sprach sich gegen eine aus seiner Sicht verbreitete „Vollkasko-Mentalität“ aus, bei der der Staat Unternehmen und Bürger vor allen Risiken zu schützen versuche. Notwendig sei vielmehr mehr Freiheit bei gleichzeitiger Verantwortung. Der Abbau von Überregulierung sei daher die zentrale Forderung der IHK, unabhängig von Branche oder Wirtschaftszweig.

Neben der Deregulierung nannte Caspar den Ausbau der digitalen und verkehrlichen Infrastruktur als zweite zentrale Voraussetzung für zukünftiges Wachstum. Frankfurt müsse seine Rolle als digitale Drehscheibe Europas weiter ausbauen, um Zugang zu den Märkten der Zukunft zu sichern. Zugleich sei eine Modernisierung der Verkehrswege aller Verkehrsträger erforderlich. Kritisch äußerte sich Caspar zur Benachteiligung des Auto- und Lastwagenverkehrs in einzelnen Städten.

Trotz aktueller Herausforderungen betonte der IHK-Präsident die Attraktivität des Standorts. Frankfurt genieße als europäischer Finanzplatz weiterhin internationales Ansehen, auch die Kreativwirtschaft der Stadt sei im globalen Vergleich wettbewerbsfähig. Die Region habe allen Grund, ihre Stärken selbstbewusster zu vertreten.

Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung der IHK Frankfurt für die Wirtschaft des Landes. Die Kammer sei eine zentrale Säule der hessischen Wirtschaftskraft. Zugleich verwies Rhein auf eine veränderte weltwirtschaftliche Lage mit zunehmenden geopolitischen Spannungen, Handelskonflikten und tiefgreifenden Transformationsprozessen. Um Deutschland wieder auf einen stabilen Wachstumspfad zu führen, seien Resilienz und wirtschaftliche Souveränität erforderlich. Maßnahmen wie das Bürokratieabbaugesetz in Hessen sowie Investitionsprogramme auf Landes- und Bundesebene bezeichnete Rhein als erste Schritte. Für das Jahr 2026 zeigte er sich zuversichtlich, sofern Politik und Wirtschaft ihre Kräfte bündelten.

Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef hob die Zuversicht der lokalen Wirtschaft hervor. Die Unternehmerinnen und Unternehmer der Stadt zeichneten sich durch Engagement und Innovationskraft aus. Für das Jahr 2026 kündigte Josef mehrere Großprojekte an, darunter neue Industrievorhaben im Westen der Stadt sowie die Inbetriebnahme des Terminals 3 am Flughafen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei zuletzt auf 651.000 gestiegen, auch die Messe Frankfurt entwickle sich weiter positiv. Insgesamt attestierte Josef der Frankfurter Wirtschaft eine anhaltend robuste Entwicklung.

Der Jahresempfang der IHK vermittelte damit trotz internationaler Unsicherheiten ein Bild vorsichtigen Optimismus – verbunden mit der klaren Erwartung, dass politisches Handeln künftig stärker auf Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und unternehmerische Freiheit ausgerichtet wird.

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