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Frankfurt legt Kulturentwicklungsplan vor

21.01.2026 | 12:31 Uhr | Kultur & Freizeit
Frankfurt legt Kulturentwicklungsplan vor

Die Stadt Frankfurt hat erstmals einen umfassenden Kulturentwicklungsplan (KEP) vorgelegt. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) stellte das Papier am Mittwoch gemeinsam mit der Leiterin des Kulturamts, Sybille Linke, und dem externen Prozessbegleiter Patrick S. Föhl vor. Der Plan ist das Ergebnis eines vierjährigen Beteiligungsprozesses und soll den strategischen Rahmen für die kulturpolitische Entwicklung der Stadt in den kommenden Jahren bilden.

Erarbeitet wurde der KEP zwischen 2021 und 2025 unter Einbeziehung von Kultureinrichtungen, freien Kulturschaffenden, Fachleuten aus angrenzenden Disziplinen sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Die Stadt spricht von einem breit angelegten, partizipativen Verfahren. Der Plan definiert Leitlinien, Handlungsfelder und Maßnahmen, mit denen Frankfurt auf gesellschaftliche und kulturelle Transformationsprozesse reagieren will.

Hartwig bezeichnete den KEP als „Meilenstein für die Zukunft der Kultur“ in Frankfurt. Kultur sei ein zentraler Faktor des gesellschaftlichen Zusammenlebens, zugleich aber selbst von tiefgreifenden Veränderungen betroffen. Der nun vorgelegte Plan markiere vorläufig den Abschluss eines Prozesses, der darauf gezielt habe, „die Weichen für die zukünftige Entwicklung der Kultur in unserer Stadt zu stellen“. Die breite Beteiligung sei dabei bewusst gewählt worden, da eine internationale Großstadt wie Frankfurt vor „vielfältigen und komplexen Anforderungen“ stehe.

Methodisch basiert der Kulturentwicklungsplan auf einem dreistufigen Verfahren aus Analyse-, Beteiligungs- und Konzeptionsphase. Zum Einsatz kamen unterschiedliche Formate der Befragung und Mitwirkung, darunter auch experimentelle Ansätze wie das sogenannte „kep.lab“. Föhl, Leiter des Netzwerks Kulturberatung, sieht darin ein Beispiel für eine neue Generation strategischer Kulturplanung. Der Frankfurter Plan sei darauf angelegt, konkrete Transformationsprozesse anzustoßen und über die Stadt hinaus Beachtung zu finden.

Inhaltlich setzt der KEP mehrere Schwerpunkte. Dazu zählen die Stärkung kultureller Teilhabe, insbesondere für bislang unterrepräsentierte Gruppen, der Umgang mit Chancen und Risiken der Digitalisierung sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der freien Kulturszene. Hartwig knüpfte dabei ausdrücklich an das kulturpolitische Leitmotiv „Kultur für alle“ ihres Amtsvorgängers Hilmar Hoffmann an, wies jedoch darauf hin, dass sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen seit den 1970er Jahren erheblich verändert hätten. Die kulturelle Vielfalt Frankfurts sei heute deutlich größer, was neue Formen der Ansprache und Teilhabe erforderlich mache.

Auch für die Stadtverwaltung selbst hat der Kulturentwicklungsplan Konsequenzen. Kulturamtsleiterin Linke betonte, der KEP sei Ergebnis eines ko-kreativen Prozesses von Politik, Verwaltung, Kulturszene und Stadtgesellschaft. Für die Umsetzung komme dem Kulturamt eine zentrale Rolle zu, insbesondere als Moderator weiterer Abstimmungsprozesse. Dafür würden die Strukturen des Amts weiterentwickelt; ein neuer Fachbereich Kulturentwicklung sei bereits eingerichtet worden.

Der Kulturentwicklungsplan ist als „rollende Planung“ konzipiert. Maßnahmen und Prioritäten sollen regelmäßig überprüft und fortgeschrieben werden, um auf veränderte politische oder gesellschaftliche Rahmenbedingungen reagieren zu können. Damit soll der KEP langfristig seine Funktion als kulturpolitisches Leitdokument behalten.

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