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"Gastro-Gipfel" Frankfurt: Kampf um die Existenz der Gastronomiebranche

15.10.2020 | 18:03 Uhr | Stadtgeflüster
'Gastro-Gipfel' Frankfurt: Kampf um die Existenz der Gastronomiebranche

(ffm) Am Dienstag, 13. Oktober, hat der aus dem Frankfurter Wirtschaftsstab hervorgegangene „Gastro-Gipfel“ erstmalig getagt. Der Frankfurter Wirtschaftsstab wurde im März von Stadtrat Markus Frank ins Leben gerufen und trifft sich seit Beginn der Corona-Krise regelmäßig virtuell. Dem Wirtschaftsstab gehören unter anderem der Oberbürgermeister, Dezernentinnen und Dezernenten, die Wirtschaftsförderung, die Vertreter der IHK und Handwerkskammer, die Branchenverbände, sowie die Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitsagentur, des Job-Centers und des DGB an. 

Das zu besprechende Thema war brisant. Die mit Wirkung zum Freitag, 9. Oktober, in Kraft getretene Allgemeinverfügung zur Verlängerung der Sperrzeit für die Gastronomie auf die Zeit zwischen 23 und 6 Uhr sehen die Frankfurter Branchenverbände für das Gastgewerbe, der Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA Hessen, die Initiative Gastronomie Frankfurt (IGF) und die Frankfurt Hotel Alliance (FHA) mehr als kritisch, da die steigenden Infektionszahlen nicht nachweisbar auf die Gastronomie zurückzuführen seien. 

Dieser Aussage widerspricht der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, Prof. René Gottschalk: „Für diese Aussage fehlt jeder Beleg.“ 

Der Einladung von Stadtrat Markus Frank waren unter anderem auch der Gesundheitsdezernent Stefan Majer, Prof. René Gottschalk und Antoni Walczok vom Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt, Karin Müller, Leiterin des Frankfurter Ordnungsamtes, sowie Julius Wagner, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Hessen, gefolgt. Im Austausch machten die Verbandsvertreter nochmals deutlich, dass die Maßnahme der Einführung der Sperrstunde die von der Krise betroffenen Betriebe in der Mainmetropole massiv ins Mark trifft. Gastronomie und Hotellerie kämpfen seit Monaten ums Überleben. Existenzen und Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. 

„Die gastgewerblichen Betriebe haben sich in den vergangenen sechs Monaten sehr gut aufgestellt: Trotz klammer Kassen haben die Unternehmerinnen und Unternehmer in die Aufrüstung vorhandener Filter- und Lüftungsanlagen oder Plexiglas-Abtrennungen, also in Sicherheitsmaßnahmen und Hygienekonzepte für die Gäste und die Mitarbeiter, investiert“, führte Madjid Djamegari, Vorsitzender der IGF, aus. 

„Ja, die späten Abend- und Nachtstunden sind für die Betriebe in Frankfurt wirtschaftlich essentiell. Seit Bekanntgabe der Sperrstunde hagelt es massenweise Stornierungen für den zweiten Durchgang der Restaurantreservierungen am Abend“, unterstrich James Ardinast, stellvertretender Vorsitzender des DEHOGA KV Frankfurt. 

Die Interessenvertreter betonten, dass es vielmehr die ungeregelten Treffen, die im privaten Bereich stattfinden, seien, in denen Abstände und Mund-Nasen-Schutz nicht eingehalten werden. Durch die Sperrstunde werden diese kritischen Begegnungen noch intensiviert, denn – vor allem die jungen Menschen – werden sich auch durch eine Sperrstunde nicht einsperren lassen. 

„Ich weiß um die schwierige Situation der Gastrobetriebe. Deswegen ist mir diese Maßnahme auch nicht leichtgefallen“, sagt Gesundheitsdezernent Majer und macht weiter besorgt deutlich, dass die hohen Inzidenzzahlen mittlerweile die Stadt Frankfurt am Main auf der Eskalationsstufe des Landes in den roten Bereich gebracht haben. „Die von der Gastronomie kritisierte Sperrstunde ist wichtig, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Die späte Sperrstunde um 23 Uhr macht mit Blick auf die Nachbarkommunen, wie zum Beispiel unsere Nachbarstadt Offenbach, Sinn. Denn es kann nicht sein, dass unterschiedliche Sperrzeiten gelten und dazu verleiten, in eine Nachbarkommune zum Weiterfeiern zu ziehen.“ Insofern wird der Gesundheitsdezernent auch künftig den regionalen Austausch und den Austausch mit der Landesregierung suchen, um zu einem abgestimmten Vorgehen in der Region zu kommen. 

Gesundheitsamtsleiter Prof. Gottschalk und sein Stellvertreter Walczok berichten, dass das Ausbruchsgeschehen aktuell nicht mehr an einzelnen Hotspots festgemacht werden kann und damit mehr in die Fläche geht, und annähernd die Hälfte der Neuinfektionen die 20- bis 40-Jährigen betrifft. „Auch, wenn man nicht mehr eindeutig nachvollziehen kann, ob die Ansteckung aus dem privaten Umfeld, bei Feiern, aus der Gastronomie oder dem ÖPNV kommt, ist es umso wichtiger, mögliche Ansteckungen gerade auch für ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen zu vermeiden. Auf jeden Fall ist das Einhalten der Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen bei sozialen Kontakten mit zunehmendem Alkoholpegel schwierig, daher sollten sich Vorsorgemaßnahmen auch darauf richten, dies erklärt die Einführung einer Sperrstunde und Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen“, so die Einschätzung der Gesundheitsexperten. Die Bundesregierung hat am Mittwoch, 14. Oktober, bei einem Inzidenzwert von 50 eine verbindliche Sperrstunde für Gastronomiebetriebe um 23 Uhr festgelegt. 

Alle Beteiligten waren sich einig, dass sie im Interesse aller, der Bürgerinnen und Bürger sowie der Unternehmen, verantwortungsbewusst handeln werden, um gemeinsam das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu halten. Die Vertreter der Verbände boten dafür weitergehende Maßnahmen an: „Wenn wir damit die existenzbedrohende Sperrstunde vom Tisch bekämen, wäre auch eine Beschränkung des Alkoholausschanks auf sitzende Gäste, sowie eine Untersagung des Take-Away-Verkaufs von alkoholischen Getränken, möglich“, schlug Robert Mangold, Vorsitzender der Fachgruppe Gastronomie des DEHOGA Hessen, vor. „Bei hohen Inzidenzwerten wären möglicherweise auch Temperaturkontrollen denkbar“, sagte Mangold. 

Stadtrat Majer hat den Clubbetreibern ein gemeinsames Gespräch zum Antragsverfahren angeboten, das von den Clubbetreibern begrüßt wurde. 

Im Rahmen des „Gastro-Gipfels“ wurde zudem angestoßen, eine gemeinsame Kommunikationsstrategie mit der Stadt Frankfurt aufzustellen. Gewerbetreibende und Gäste sollen damit zeitnah und aktuell über geltende Verordnungen informiert werden, um damit die Umsetzung und Akzeptanz zu erhöhen. 

Stadtrat Frank begrüßte den Dialog: „Gerade, weil so viel auf dem Spiel steht, ist es wichtig, für gemeinsame Maßnahmen ein gemeinsames Verständnis zu schaffen. Die Branchenvertreter sind uns wichtige Partner, um Akzeptanz für die coronabedingten einschneidenden Maßnahmen zu schaffen. Politik und Verwaltung müssen sehen, dass viele Existenzen auf dem Spiel stehen. Über 2000 Gastronomiebetriebe sind in Frankfurt am Main betroffen, und damit auch zahlreiche Jobs, die akut gefährdet sind. Wir müssen über Konzepte reden, um das Überleben der Betriebe in den nächsten Monaten sicherzustellen. Wir brauchen aber auch die Akzeptanz der Menschen, um die neuen Regeln einzuhalten, im öffentlichen und privaten Raum und das sicher auch für die nächsten Monate.“ 

IHK-Präsident Ulrich Caspar betont ebenfalls die zwei Seiten der Medaille: Nur, wenn das Infektionsgeschehen geringgehalten werde, könne sich eine notwendige wirtschaftliche Normalisierung wiedereinstellen. 

Konsens konnte in Bezug auf die Einbindung der Branchenverbände in die gemeinsame Entwicklung mittelfristiger Perspektiven, jeweils abgestimmt auf die aktuellen Inzidenzzahlen, hergestellt werden. Der nächste „Gastro-Gipfel“ wird zeitnah stattfinden.

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