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Jekyll & Hyde-Musical begeistert im English Theatre Frankfurt

15.11.2017 | 09:17 Uhr | Kultur
Jekyll & Hyde-Musical begeistert im English Theatre Frankfurt

Was für eine Premiere. Minutenlang tosender Applaus und Standing Ovations nach einer echten Gänsehaut-Zugabe. So endete am Samstag die erste Aufführung des Musicals „Jekyll & Hyde“ im English Theatre Frankfurt. War das nur die übliche Premieren-Euphorie oder ist die Begeisterung des Publikums gerechtfertigt? Ganz klar Letzteres. Denn was hier unter der Regie von Tom Littler in dem englischsprachigen Theater auf die Bühne gebracht wurde, ist schlichtweg großartig.

Das beginnt schon beim stimmungsvollen Bühnenbild. Das Labor von Dr. Henry Jekyll verbreitet perfekte Gothic-Atmosphäre, verwandelt sich durch Vorhänge auch mal in einen herrschaftlichen Salon, in eine Kirche oder in eine zwielichtige Spelunke. Durch eine perfekte Kombination aus Licht, Ausstattung und Sound wird der Platz auf der Bühne sehr gut genutzt, um die verschiedenen Handlungsorte darzustellen. Schön ist, dass auch die Musiker ins Geschehen integriert sind. Während das Stammensemble in entsprechenden Kostümen auf der Empore, die ebenfalls hin und wieder bespielt wird, zu sehen ist, werden sie bei manchem Stück noch von einigen Darstellern am Cello oder der Oboe unterstützt. Dadurch entsteht eine besondere Dynamik, die verhindert, dass etwa ein Musiker mit E-Gitarre wie ein störender Fremdkörper wirkt, sondern harmonisch in das Treiben auf dieser Ebene der Bühne und damit auch in die Geschichte eingebunden ist.   

In diesem stimmungsvollen Setting kann sich die Geschichte des Musicals frei nach der Novelle von Robert Louis Stevenson adäquat entfalten: Getrieben von dem Willen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, ist der Wissenschaftler Dr. Henry Jekyll davon überzeugt, dass er das Gute vom Bösen im Menschen trennen kann. Als der Wissenschaftsausschuss seinen Forschungsantrag ablehnt, greift Jekyll zu drastischen Maßnahmen: Er setzt seine Forschung im Selbstversuch fort. Das hat ungeahnte Folgen, setzt er doch ein dämonisches Alter Ego frei. Als Mr. Edward Hyde zieht er durch die Straßen von London, ohne jedes Gefühl von Recht und Moral. Durch Hyde geraten nicht nur die Menschen, die sich Jekylls Forschung in den Weg gestellt haben, in Lebensgefahr. Auch Emma Carew, die Verlobte des Forschers, und die Prostituierte Lucy Harris müssen um ihr Leben fürchten, sollte es Jekyll nicht gelingen, seinen Dämon Hyde zu bekämpfen…

Für die Frankfurter Produktion hat Tom Atwood die von Frank Wildhorn komponierten und von Leslie Bricusse getexteten Lieder neu arrangiert. Wenn Mr. Hyde die Bühne betritt, wird dies nun von härteren Rockklängen begleitet. Das führt dazu, dass die musikalische Bandbreite des Musicals noch etwas facettenreicher klingt. Es gibt die klassischen Musical-Balladen wie „Take me as I am“ oder „Once upon a dream“, düstere Nummern wie „Alive“, Ensemble-Stücke („Murder, Murder“) und natürlich auch die ganz große Hymne („This is the Moment“). Eines aber ist allen Stücken gemein: Unabhängig von ihrem mitunter sehr eingängigen Charakter glänzen sie alle durch ein bombastisches Arrangement, das den Gesamteindruck dieser Produktion perfekt unterstreicht.

Besonders hervorzuheben ist die Leistung von John Addison als Jekyll und Hyde. Addison, der im ETF bereits die Hauptrolle in der Musical-Version des Kinohits „Ghost“ gespielt und gesungen hat, brilliert  stimmlich wie schauspielerisch in dieser Doppelrolle. Der Mann, der mit inbrünstiger Leidenschaft das Herz seiner Verlobten und des Publikums erobert, lehrt einen kurze Zeit später regelrecht das Fürchten. Das ist in erster Line Addisons Spiel, aber auch der Inszenierung zu verdanken. Tom Littler findet eine gute Balance zwischen Romanze und Gothic-Grusel, die er hier und da auch mit ein klein wenig Humor auflockert.

So ist diese Adaption des Erfolgs-Musicals ganz große Theaterunterhaltung geworden, die in allen Bereichen – seien es Kostüme, Musik, Spiel oder Ausstattung – die hohe Professionalität aller Beteiligten spüren lässt. Nein, die Standing Ovations waren nicht nur der übliche Premieren-Enthusiasmus, sondern eine wohlverdiente Wertschätzung großartiger Leistungen. Unbedingt ansehen!

Das Musical ist noch bis zum 11. Februar 2018 zu sehen. Weitere Infos findet Ihr HIER

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