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LICHTER wirft einen Blick in die Filmzukunft

26.03.2018 | 12:16 Uhr | Kultur
LICHTER wirft einen Blick in die Filmzukunft

Das LICHTER Filmfest steht mit seiner nunmehr elften Ausgabe in den Startlöchern. Und das Festivalteam hat es wieder mit viel Engagement und Kreativität geschafft, ein tolles Programm mit interessanten Filmen, aber auch einem lehrreichen, unterhaltsamen und vor allem innovativen Rahmenangebot zusammenzustellen. Neben dem internationalen Programm zum Jahresthema „Chaos“ und aktuellen Highlights des regionalen Filmschaffens, das ja den ursprünglichen Impuls für das kräftig gewachsene Festival gegeben hat, wird auch noch der Kongress „Zukunft Deutscher Film“ mit einer begleitenden Filmreihe veranstaltet. Eine Videokunst-Ausstellung und Gesprächsrunden zum Jahresthema sind ebenso Teil des Festivals, wie zwei ganz besondere Kino-Erlebnisse: LICHTER taucht nach dem Erfolg im vergangenen Jahr erneut in die virtuelle Realität ein und errichtet das erste Autoscooterkino der Welt.

Vom 03. bis 08. April 2018 verwandelt sich das Zoo-Gesellschaftshaus in die „Zoo-Lichtspiele“. Bereits in den 1920er Jahren wurde das neue LICHTER-Festivalzentrum auf diesen Namen getauft, 30 Jahre später führte der langjährige Zoodirektor und Oscar®-prämierte Tierfilmer Bernhard Grzimek diese Kino-Tradition fort. Das 11. LICHTER Filmfest Frankfurt International wird die Spielstätte nun wiederbeleben. In dem mondänen Gebäude und weiteren Kinos in Frankfurt und Offenbach erwarten die Besucher des Festivals sechs Tage lang über 100 Filme und Veranstaltungen.

Internationales Filmprogramm

Der Eröffnungsfilm Home erzählt von Generationenkonflikten, Gewalt und Missbrauch. Für das Coming-of-Age-Drama erhielt Fien Troch den Orizzonti Award als beste Regisseurin bei den Filmfestspielen von Venedig. „In den Filmen steuern ganz unterschiedliche Menschen ins Chaos – pubertierende Jugendliche, ein Kosmonaut in der Raumstation Mir und Iggy Pop, der dem sinnsuchenden Nichts eine Stimme verleiht“, erläutert Johanna Süß, stellvertretende Festivaldirektorin. Mit All You Can Eat Buddha, Women of the Venezuelan Chaos, The Goose, Dhogs, Sergio & Sergei und In Praise Of Nothing laufen sechs Filme als Deutschlandpremieren im Wettbewerb um den LICHTER International Feature Award. Die Regie-Größen Lav Diaz (Season of the Devil) und Sergei Loznitsa (A Gentle Creature) zeigen ihre neuesten Werke genauso wie Lynne Ramsay, die für ihren Film A Beautiful Day bei den Filmfestspielen von Cannes den Preis für das Beste Drehbuch erhielt. Hauptdarsteller Joaquin Phoenix wurde als Bester Darsteller ausgezeichnet.

Das erste Autoscooterkino der Welt

Die Themenwahl beflügelte auch den Hang des Festivalteams zu kreativen und außergewöhnlichen Aktionen. Mit dem Light Rider – dem ersten Autoscooterkino der Welt – bringt LICHTER jede Menge wildes Durcheinander in die Naxoshalle. Die Initialzündung für das Projekt gab Süß: „Man muss sich diese wahnwitzige Fusion wie eine experimentelle Rauminstallation vorstellen.“  Die 200 Quadratmeter große Fahrbahn wird durch Augmented Reality-Technik in ein interaktives Kino-Erlebnis verwandelt. „Unser Projektpartner Node – Forum for Digital Arts projeziert Visuals auf die Bahn, die dann von den Autos bewegt werden können“, so Süß. 3D-Kameras erfassen den kompletten Autoscooter und ermöglichen so die Vermischung von realer und virtueller Wahrnehmungsebene. Um das Autoscooterkino zu finanzieren, nahm LICHTER an der Crowdfunding-Initiative kulturMut teil. 174 Fans unterstützten das Projekt mit 3894 Euro. Die Aventis Foundation und der Kulturfonds Frankfurt RheinMain rundeten die Spendensumme auf 20.000 Euro auf.

Thematisches Begleitprogramm

In Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ nimmt LICHTER das Jahresthema „Chaos“ im thematischen Begleitprogramm diskursiv unter die Lupe. In interdisziplinären Gesprächen fragen sich Philosophen, Künstler und Wissenschaftler, ob die Weltordnung angesichts antiliberaler Entwicklungen aus den Fugen gerät, welches Unheil das Internet anrichten kann und inwiefern chaotische Zustände auch produktive Veränderung unterstützen.

Kongress und Filmreihe „Zukunft Deutscher Film“

Nachdem sich Edgar Reitz als Schirmherr des LICHTER Filmfest 2016 für einen filmpolitischen Neuanfang stark machte, arbeiteten die Festivalmacher über zwei Jahre an dem Kongress Zukunft Deutscher Film. Am 05. und 06. April beleuchtet LICHTER im Zoo-Gesellschaftshaus gemeinsam mit zahlreichen Filmschaffenden die Themen Finanzierung, Ausbildungsbedingungen und das Zukunftspotenzial von Kinokultur und Filmdistribution.

Begleitend dazu zeigt das Festival in einer eigenen Programmsektion die aktuellen Glanzpunkte der deutschen Filmlandschaft. „Die Filmreihe beweist einmal mehr, dass nicht nur internationale Enfant Terribles wie Christian Petzold immer wieder zu neuen Erzählweisen finden. Die filmischen Visionen des deutschen Regie-Nachwuchses sind derzeit so breit gefächert, dass es eine wahre Freude ist, ihre Entwicklung zu beobachten“, so Festivaldirektor Gregor Maria Schubert. Neben den diesjährigen Berlinale-Highlights In den Gängen (Regie: Thomas Stuber) und Transit (Regie: Christian Petzold), sind auch Erstlingswerke wie Whatever Happens Next (Regie: Julian Pörksen) und Freddy/Eddy (Regie: Tini Tüllmann) in der Sektion vertreten. „Das es dem jungen deutschen Film im Kino an Sichtbarkeit fehlt, ist wohlgemerkt kein neues Phänomen. Weil sie in den 1960ern keinen Verleih fanden, haben sich Edgar Reitz und Ula Stöckl einfach einen Projektor geschnappt und ihre Filme in Kneipen gezeigt“, sagt Süß. Bei LICHTER wird es eine Neuauflage dieses Kneipenkinos geben. Im Frankfurter Mal Seh´n Kino kann das Publikum in Anwesenheit von Reitz á la carte aus 22 Episoden der Kurzfilmserie Geschichten vom Kübelkind wählen.

LICHTER goes Virtual Reality

Zum zweiten Mal richtet LICHTER die VR Storytelling Competition aus. Aus über 70 Einreichungen hat eine Expertenjury fünf 360-Grad-Filme ausgewählt. Die Finalisten kommen aus Russland, Kananda, USA, Taiwan und Frankreich. Nach dem großen Zuschauererfolg bei der Premiere im vergangenen Jahr war für die Festivalmacher schnell klar, die VR-Sektion als festen LICHTER-Bestandteil zu etablieren. „Die spannende Frage bei den diesjährigen Finalisten ist mit Sicherheit, wie sich diese neue Form des Geschichtenerzählens im Verlaufe eines Jahres weiterentwickelt hat“, sagt Festivaldirektor Gregor Maria Schubert. Mit einer VR-Brille reisen die Zuschauer über die faszinierende Landschaft auf dem sibirischen Baikalsee, blicken in das Gehirn eines Science-Fiction-Autors oder durchleben die traumatisierenden Erfahrungen eines US-Soldaten im Irak-Krieg. Der Gewinner des Wettbewebs wird bei der Preisverleihung am 05. April um 18:30 Uhr bekanntgegeben. Zudem veranstaltet das Festival die Konferenz LICHTER VR Lab über Trends und Herausforderungen der noch jungen VR/AR-Szene.

Das regionale Filmprogramm

Vor elf Jahren als Plattform des regionalen Filmschaffens gegründet, bringt LICHTER auch in seiner Jubiläumsausgabe die Vielfalt des hessischen Filmschaffens auf die Leinwand. „Die Einreichungen für den Wettbewerb um den Weißen Bembel haben gezeigt, wie stark der Film-Jahrgang 2018 ist“, so Schubert. Die Produktionen sind alle unter Beteiligung von Filmschaffenden und Förderern aus Hessen und der Rhein-Main-Region entstanden. Gleich sechs Langfilme feiern Weltpremiere bei LICHTER, unter anderem Rosa von Praunheims neuer Film Männerfreundschaften. Der als beste Dokumentation mit dem Hessischen Filmpreis 2017 ausgezeichnete Wunder der Wirklichkeit blickt auf die Rüsselsheimer Künstlergruppe Cinema Concetta um Martin Kirchberger zurück. Als bester hessischer Hochschulfilm wurde Ink of Yam geehrt. Der Abschlussfilm von Tom Fröhlich an der Hochschule Darmstadt spielt in einem Tattoo-Studio in Jerusalem, in dem der Nahost-Konflikt scheinbar nicht existiert. David Sieveking greift in seinem neuen Film Eingeimpft ein Thema auf, dass die Gemüter in Deutschland erhitzt: das Impfen.

Ebenfalls um den Weißen Bembel treten 24 regionale Kurzfilme an. Auch das internationale Kurzfilmprogramm wird sich in diesem Jahr um das Jahresthema „Chaos“ drehen.

Der LICHTER Art Award

Für die 8. Ausgabe des LICHTER Art Award wurden über 90 Werke aus aller Welt eingereicht – von Collingwood bis Hamburg. Die Bandbreite der ausgewählten zeitgenössischen Film- und Videokunst reicht von Animation über Filmessays bis hin zu fiktiven Erzählungen. In den Arbeiten lassen sich die Immaterialität des Internets wie auch die hyperreale Post-Internet-Ästhetik beobachten. Zugleich formulieren sie einen eigenständigen Kommentar zur sozialen Realität und zu aktuellen gesellschaftlichen Phänomenen unserer Gegenwart. Die Werke der fünf Finalisten Nikita Diakur (Ugly), Jakob Engel (Waiting for Record), Martin Kohout (Slides), Ingel Vaikla (Roosenberg), Gerald Zahn (Die Galerie/The Gallery)  zeigt LICHTER in einer kuratieren Ausstellung im Foyer des Zoo-Gesellschaftshaus.

Veranstaltungsorte

In dem neuen Festivalzentrum befinden sich zwei Kinosäle, in denen auch der Kongress „Zukunft Deutscher Film“ stattfindet. Die Naxoshalle beherbergt Filmprogramm, das LICHTER VR Lab, die Preisverleihung der VR Storytelling Competition sowie das Autoscooterkino. Dem Mal Seh´n Kino und dem Deutschen Filmmuseum bleibt LICHTER treu. Weitere Festivalkinos sind erstmalig das Harmonie und der filmklubb in Offenbach.

Ausführliche Informationen zu den einzelnen Programmpunkten und Tickets findet Ihr HIER:

lichter-filmfest.de/programm/filmprogramm-2018/

 

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