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Start für die Sanierung des Turms der Dreikönigskirche

29.01.2021 | 11:32 Uhr | Stadtgeflüster
Start für die Sanierung des Turms der Dreikönigskirche

Der Turm der Dreikönigskirche am Sachenhäuser Mainufer verschwindet für einige Zeit hinter einem 80 Meter hohen Gerüst. Die Monate dieses Gerüsts ist der Startschuss für eine aufwändige Sanierung, die bis 2023 dauern soll. Darüber haben sich Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker sowie Baudezernent Jan Schneider bei einem Ortstermin informiert. Im Verlauf der nächsten zweieinhalb Jahre werden unter anderem Schäden an der Fassade aufwendig saniert und das Dach neu eingedeckt. Insgesamt investiert die Stadt Frankfurt am Main rund 3,2 Millionen Euro in die markante Kirche am südlichen Mainufer. 

„Die Dreikönigskirche prägt seit ihrer Erbauung in den Jahren 1875 bis 1880 durch den Dombaumeister Franz Josef Denzinger das Stadtbild ganz erheblich und spielt damit eine bedeutende kultur- und bauhistorische Rolle für die Stadt“, sagte Bürgermeister und Kirchendezernent Becker. „Es ist mir ein persönliches Anliegen, dass die Kirche baulich in einem guten Zustand gehalten wird. Damit erfüllt die Stadt Frankfurt am Main ihre Verpflichtungen aus dem Dotationsvertrag, der den Unterhalt von insgesamt neun Kirchen regelt.“ Baudezernent Schneider betonte: „Das Amt für Bau und Immobilien hat umfangreiche Erfahrungen mit der Instandhaltung historischer Baudenkmäler. Diese Kompetenz können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um Projektleiterin Christine Hammel jetzt bei der Dreikönigskirche einsetzen. Nach Abschluss der Sanierung werden wir ein Schmuckstück am Mainufer haben.“ 

Diese Sanierung ist der dritte und Abschließende Abschnitt einer großen Rundum-Sanierung der Kirche. Bereits 2011 bis 2015 wurden die Fassade und Dach des Kirchenschiffes in zwei Bauabschnitten instandgesetzt. Eine besondere Herausforderung stellt bereits der Bau des Gerüsts dar. Aus statischen Gründen wird es in zwei Teilen montiert. Der untere Abschnitt steht bereits. Für den oberen Teil bis zur Turmspitze wird eine eigene Trägerplattform in 40 Meter Höhe errichtet. Dazu wurden 13 Meter lange Stahlträger durch das Mauerwerk des Turms hindurchgesteckt. Diese tragen den oberen Teil des Gerüsts, der bis April fertiggestellt werden soll. Anspruchsvoll ist dabei unter anderem auch die Anpassung an den außergewöhnlich steilen Helm des Turms. Verantwortlich für die Planung des Gerüstes ist die Firma HAZ aus Marburg. 

Die Sanierung erfolgt nach Plänen des Büros Planungsgruppe Darmstadt. Das Projekt wird von umfassenden Recherchen durch eine Bauhistorikerin begleitet. Ziel ist es, die intakte historische Bausubstanz zu erhalten und die geschädigten und verwitterten Bauteile unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Anforderungen und unter Beachtung der Standsicherheit instand zu setzen. Dabei werden historische Bautechniken angewandt. So ist zum Beispiel Kalkputz für die Fassade vorgesehen. Die Farbe entspricht der Farbgebung des Kirchenschiffes. 

Die Naturschieferdeckung des Turmdaches wird ersetzt, das Kreuz auf der Turmspitze wird abgenommen und restauriert. Zudem werden die Verglasungen repariert, die Böden der Balkone abgedichtet und die innenliegende Stahlkonstruktion beschichtet. An den Glocken werden die Läutemaschine und teilweise die Klöppel ausgetauscht, die Schalllamellen am Glockenstuhl werden ersetzt. Die Zifferblätter der Turmuhr sind in einem guten Zustand, werden aber trotzdem abgenommen, um sie vor Beschädigungen zu schützen. 

Künftig wird der Turm der Dreikönigskirche auch bewohnt sein: Nach Abschluss der Sanierung wird dort eine Nistmöglichkeit für Wanderfalken geschaffen, die den Turm bisher schon gerne als Rupfplatz nutzten, um ungestört ihre Beute zu verzehren.

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