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Chagall Ausstellung in der SCHIRN zeigt unbekannte Facetten des Künstlers

03.11.2022 | 17:02 Uhr | Kultur
Chagall Ausstellung in der SCHIRN zeigt unbekannte Facetten des Künstlers
Chagall Ausstellung in der SCHIRN zeigt unbekannte Facetten des Künstlers
Chagall Ausstellung in der SCHIRN zeigt unbekannte Facetten des Künstlers

Kunstliebhaber wurden gerade in den vergangenen Jahren in Frankfurt immer wieder mit hochkarätigen Ausstellungen verwöhnt, die Interessierte auch weit über die Stadtgrenzen hinaus in die Frankfurter Museen gelockt haben. Nun kommt mit „Chagall. Welt in Aufruhr“ eine weitere solche Schau in die Kunsthalle Schirn. Es ist seit 15 Jahren die erste große Sonderausstellung in Deutschland, die sich dem Schaffen Chagalls widmet. Zuletzt hatte die Schirn 1991 eine Chagall-Ausstellung gezeigt und dabei die frühe Phase seines Schaffens in den Fokus gestellt. Nun wird in der neuen Schau anhand von 60 Leihgaben aus der ganzen Welt eine eher weniger bekannte Facette der Arbeit eines der bekanntesten und am häufigsten reproduzierten Künstlers in den Mittelpunkt gestellt.

Wer an Marc Chagall (1887–1985) denkt, der denkt meist an fantasievolle Motive und eine farbenfrohe Umsetzung aus. Doch der Maler, der als einer der eigenwilligsten Künstler der Moderne gilt, hat in seinem sehr langen künstlerischen Schaffen eben auch andere Facetten gezeigt. Einer bislang eher wenig bekannten Seite Chagalls widmet die Schirn Kunsthalle in Frankfurt eine neue Ausstellung, die bis zum 19. Februar zu sehen ist. Gezeigt werden Werke der 1930er- und 1940er-Jahre, in denen sich seine farbenfrohe Palette zunehmend verdunkelt. Es sind Jahre, die von Krieg, Flucht und Vertreibung geprägt sind – Themen, die leider heute wieder allzu aktuell sind. Vieles, was Chagall als jüdischer Maler in dieser Zeit erlebt hat, spiegelt sich auch in seinen Arbeiten von damals wieder, weshalb die gezeigten Werke mitunter der Erwartungshaltung, die Viele an eine Chagall-Ausstellung haben könnten, entgegenlaufen. Sie sind aber auch von einer Ehrlichkeit und Intensität, auf die man so vielleicht nicht gefasst ist.

In sieben Sektionen, in die der Rundgang durch die Ausstellung gegliedert ist, wird gezeigt, wie „eng die oftmals als fantastisch beschriebene Kunst von Marc Chagall mit seiner Lebenswirklichkeit verbunden ist“, wie Sebastian Baden, Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt, betont. So ist etwa das Kapitel „Flucht und Vertreibung“ von einem detaillierten Realismus und einer Brutalität erfüllt, die man von Chagall so nicht unbedingt erwartet hätte. Doch auch, wenn die Ausstellung die schwere, düstere Phase im Schaffen des Künstlers erörtert, so wird diese Schwere immer wieder durch Arbeiten aufgebrochen, die eine gewisse Heiterkeit ausstrahlen – etwa bei den Kostümen und Entwürfen für Chagalls Bühnenproduktionen für das Ballett „Aleko“ und für „Der Feuervogel“. Auch das abschließende Kapitel „Blick nach vorne, Blick zurück“, in dem noch einige sehr intensive Bilder zu sehen sind, kündigt schon eine wieder positivere Phase im Schaffen Chagalls an. Und, so Baden, sei auch ein düsterer Chagall immer noch ein typischer Chagall. Denn auch hier offenbart sich, dass er einer der besten Erzähler seiner Zeit war und ein Meister im Umgang mit Farbe.

Mit „Chagall. Welt in Aufruhr“ hat die Schirn Kunsthalle eine wirklich spannende Ausstellung geschaffen, die eigentlich bereits im Frühjahr 2021 gezeigt werden sollte. Es ist ein echter Glücksfall, dass es trotz der Corona-bedingten Verschiebung gelungen ist, alle Leihgaben hier thematisch gebündelt zusammen zu bekommen. Es ist keine leichte Ausstellung, sondern eine, die herausfordert, die eine intensive Betrachtung und Auseinandersetzung mit den Werken und deren Themen notwendig macht. Das lohnt sich aber wirklich sehr, denn Werke wie „Der Engelsturz“ sind schlichtweg faszinierend anzuschauen.

Neben einem umfangreichen Katalog mit vielen interessanten Textbeiträgen und zahlreichen abbildungen, erscheint zur Ausstellung auch ein Digitorial®. Hier werden an den Stationen Witebsk, Paris, Jerusalem und New York die politischen Ereignisse, die Chagalls Schaffen geprägt haben, beleuchtet. Das kostenfreie digitale Vermittlungsangebot ist in deutscher sowie englischer Sprache abrufbar unter www.schirn.de/digitorial.

„Chagall. Welt in Aufruhr“ ist bis zum 19.02.2023 immer Dienstag bis Sonntag geöffnet. Alle weiteren Infos findet Ihr auch unter: www.schirn.de

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