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MERIANPLATZ: BAUMSKULPTUR ERINNERT AN VERGIFTETE PLATANEN

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zuletzt aktualisiert 14.09.2026 | 15:54 Uhr | Frankfurt
MERIANPLATZ: BAUMSKULPTUR ERINNERT AN VERGIFTETE PLATANEN

Zwei große Platanen prägten über Jahrzehnte den Merianplatz. Nach ihrer Vergiftung im Sommer 2025 mussten sie gefällt werden. Nun erinnert eine rund zwei Meter hohe Baumskulptur an die beiden Bäume und an die Tat.

Wer heute über den Merianplatz geht, sieht bereits viel Neues. Die Stadt hat Flächen entsiegelt und acht neue Bäume gepflanzt. Was kaum noch zu erkennen ist: Noch vor gut einem Jahr standen hier zwei mächtige Platanen, die den Platz über Jahrzehnte geprägt hatten. Im Sommer 2025 wurden die beiden Bäume gezielt vergiftet. Die Schäden waren so groß, dass sie schließlich gefällt werden mussten. Nun soll eine Skulptur dafür sorgen, dass die Geschichte der beiden Platanen nicht aus dem Stadtbild verschwindet. Am Montag, 14. September, wurde das Kunstwerk am Rand des ehemaligen Merianbads offiziell vorgestellt.

EIN BAUMSTUMPF AUS STAHL

Die Skulptur ist rund zwei Meter hoch, wiegt knapp 200 Kilogramm und besteht vollständig aus Baustahl. Entworfen und gebaut wurde sie von Auszubildenden des Frankfurter Grünflächenamtes in Abstimmung mit dem Ortsbeirat 3. Für die Form wurden Stahlplatten mit einem Plasmabrenner in einzelne Streifen geschnitten und anschließend zu einem stilisierten Baumstumpf zusammengeschweißt. Am Fuß der Skulptur liegen Stahlblätter, die Platanenblättern nachempfunden sind. Auf ihnen stehen Begriffe, die die Reaktionen und die Betroffenheit nach der Vergiftung der beiden Bäume aufgreifen. Rund 100 Arbeitsstunden stecken in dem Kunstwerk. Die Material- und Energiekosten liegen nach Angaben der Stadt bei weniger als 1.000 Euro.

ERINNERUNG AN EINEN VERLUST

Für die rostbraune Oberfläche wurde der Stahl mit Essig und Salz behandelt. Dadurch entstand eine Färbung, die an Baumrinde erinnert. Anschließend wurde das Material mit Leinöl versiegelt. Mit der Zeit soll sich die Oberfläche durch Wind und Wetter weiter verändern. Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez betonte bei der Enthüllung, dass die neuen Bäume viele Jahre brauchen werden, bis sie eine vergleichbare Größe und Wirkung entfalten wie ihre Vorgänger. Die Skulptur soll deshalb nicht nur an die beiden Platanen erinnern, sondern auch daran, dass alte Stadtbäume nicht ohne Weiteres ersetzt werden können. Gerade auf einem dicht bebauten Platz wie dem Merianplatz prägen große Bäume nicht nur das Erscheinungsbild. Sie spenden Schatten, schaffen Aufenthaltsqualität und werden über viele Jahre zu einem selbstverständlichen Teil des Viertels.

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